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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 340

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 340 (sequence 478)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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340 12. KONGRESS-SITZUNG: Referate über hebr. Kulturarbeit in der Diaspora Warum schweigt man? Warum hilft man uns nicht von aussen? Wer nach Russland kommt, weiss nur das, was man ihm zeigt. Es ist kein Wille da, zu sehen. Wer sehen will, der sieht. Warum schweigt Ihr? Warum bringt uns die Zionistische Organisation und die kulturellen Organisationen keine Hilfe? Jetzt haben wir beschlossen, einen letzten Versuch zu machen und uns von dieser Tribüne aus zu beklagen. Wir haben während der letzten zwölf Jahre alles getan, was wir konnten und mehr als wir konnten, und tun es noch. Was habt Ihr getan? Ich bitte Euch, ia ich fordere von Euch, tut, was Ihr zu tun habt, und Ihr könnt sehr viel tun. Ihr könnt uns moralisch und politisch Hilfe bringen. Die russischen Juden müssen wissen, dass sie im Kampfe nicht allein sind, dass hinter ihnen das jüdische Volk in der ganzen Welt steht. Man ist der Meinung, dass es schädlich sei, gegen die Verfolgungen zu sprechen und zu protestieren. Aber schlechter als jetzt kann es gar nicht mehr sein. Euer Schweigen ist für uns furchtbar. Es richtet uns völlig zugrunde. Von hier aus muss ein mächtiger Protest erhoben werden, nicht nur in Form einer Resolution, auf die keine Tat folgt; ein Schweigen, das auf den Protest folgte, wäre furchtbarer für uns als das frühere Schweigen. Es muss in der ganzen Welt eine rege Tätigkeit einsetzen. Die hebräischen Schriftsteller, die Lehrer, die ganze zionistische Bewegung, das ganze Volk, ja auch Nichtjuden müssen dagegen protestieren, dass die Sprache der Propheten, die die Weltliteratur ziert, verfolgt und als konterrevolutionär bezeichnet wird, was sie nach ihrem Wesen nicht sein kann. Unter den schwersten Bedingungen halten wir die Fahne unserer hebräischen Kultur hoch. Helft uns, damit diese Fahne nicht in den Kot getreten werde! Man will uns in Russland verschwinden machen, es wird aber nicht gelingen. Wenn ihr uns helfen werdet, so versprechen wir euch, durchzuhalten. Es wird niemandem gelingen, uns unser heiligstes Ideal zu entreissen. (Lebhafter, andauernder Beifall.) Vorsitzender Ussischkin: Ihr Beifall zeigt Ihr Verhältnis zu unsern neuen Marranen in Russland. Wir übermitteln ihnen unsere Grüsse und unsere Bewunderung. Wir hoffen, dass eines Tages die Wahrheit siegen wird und sie in voller Freiheit werden arbeiten können wie in der ganzen Welt. (Beifall.) Del. M. Gordon (Hitachduth — spricht hebräisch): Die Frage, mit der wir uns jetzt befassen, ist nicht bloss eine Schulfrage. Es handelt sich um die Zukunft des Zionismus als Bewegung. Es wird bei vielen von uns das Bewusstsein wach, dass diese und die nächste Generation die historische Aufgabe der Verwirklichung des Zionismus durchzuführen haben wird. Und es ergibt sich nun die Frage, ob diese Generationen die nötige Vorbereitung bekommen und ihre Aufgabe verstehen werden. Viele sprechen davon, dass die Jugend sich zum grössten Teil im zionistischen Lager befindet. Dies ist aber nicht richtig. Im

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