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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 336

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 336 (sequence 474)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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336 12. KONGRESS-SITZUNG: Referate über hebr. Kulturarbeit in der Diaspora Del. W. Jabotinsky (Revisionist — spricht hebräisch): Im Anfang seiner Rede hat Grünbaum die Tage unserer Jugend erwähnt, die Tage der grossen Hoffnung, da wir geglaubt haben, dass es möglich sei, in der Gaiuth ein hebräisches Milieu zu schaffen, eine hebräische Schule, das hebräische Haus und einen gewissen hebräischen Kulturkreis. Wenn der jüdische Mensch aus diesem Milieu herausgeht, dann trifft er mit dem fremden Leben und den fremden Einflüssen zusammen. Trotzdem aber glaubten wir, dass es möglich sei, eine solche Umgebung zu schaffen, die vielleicht künstlich ist, aber unser Leben ausfüllt. Sie werde uns die Möglichkeit geben, eine Generation von Hebräern zu schaffen. Zuerst hat man uns verhöhnt und gesagt, dass das unmöglich sei; dann kamen die grossen Veränderungen des Weltkrieges, und viele Hoffnungen flammten wieder auf. Es öffneten sich uns wenigstens teilweise die Staaten des Ostens, unsere Aussichten wurden sehr gross, und wir vertrauten wieder darauf, dass das Volk imstande sein werde, die hebräische Umgebung zu schaffen. Wir haben den Versuch gemacht, hebräische Volksschulen zu schaffen, und diese Versuche ziehen sich durch mehrere Jahre hin. Wenn ein kritischer Geist diese Versuche ins Auge fasst, so werden sich in ihm schwere Zweifel regen, und er wird sich sagen, dass wir in vielem geirrt und die Möglichkeiten übertrieben haben. Das Milieu ist so eng, so künstlich, dass es nicht auf die Seele wirken kann. Wenn man mit Menschen spricht, die aktiv an diesen Versuchen teilgenommen haben, hört man Worte des Zweifels, ja der Verzweiflung. Im Lager dieser Menschen, die vor 16 Jahren für diesen grossen Gedanken begeistert waren, sind neue Bestrebungen aufgetaucht, man sucht nach Kompromissen, und ich verstehe die Gründe. Ich kenne die schwere Enttäuschung und ich weiss, dass noch weitere Enttäuschungen kommen werden. Aber ich muss hier gestehen, dass ich mit der gleichen Naivität, mit der ich im Jahre 1913 in Wien an die Möglichkeit eines hebräischen Milieus geglaubt habe, auch jetzt daran glaube. Es ist das nur eine Frage mächtigen Willens, eine Frage unserer Hartnäckigkeit und unserer Kraft zu organisieren. Nicht von der Masse hängt die Sache ab. Was wirkt und überzeugt, das sind die Gedanken einzelner; es muss Oasen geben, wie es sie bisher gegeben hat. Einzelne Häuser, einzelne Familien, die die hebräische Sprache pflegen. Es kommt sehr auf die hebräische Mutter an. Ich weiss von vielen jungen Frauen, dass sie, wenn sie mit ihrem Kind hebräisch sprechen, ihrer Seele einen Zwang antun, da hebräisch nicht die Sprache ihres Gefühls ist. Sie müssen dieses schwere Opfer bringen. Die praktischen Vorschläge Grünbaums unterstütze ich. Auch ich bin dafür, dass auf diesem Kongress eine besondere Abteilung für hebräische Kultur beschlossen und dass ein besonderer Fonds für sprachliche Hachscharah geschaffen wird, die im Zionismus nicht weniger notwendig ist als andere Arten von Hachscharah. Wenn wir damit den Anfang machen, dann werden sich uns neue Möglichkeiten eröffnen und wir werden

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