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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 337

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 337 (sequence 475)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Jabotinsky 337 neue und interessante Wege gehen. Ich bin dafür, einen Bund der Hebräischsprechenden in der Welt zu schaffen. Diese Menschen sollen ein Abzeichen tragen, das zum Ausdruck bringt: „Ich spreche hebräisch." Es gibt vielleicht hundert Menschen auf diesem Kongress, die besser hebräisch sprechen als ich, aber wenn ich mit ihnen zusammenkomme, sprechen wir aus der Kraft der Trägheit heraus andere Sprachen. Warum ist das so} Ich schäme mich. Gegen ein kindisches Gefühl wird auch ein kindisches Mittel helfen. Ich glaube überhaupt, dass die Hebräischsprechenden unter uns einen grossen toten Besitz darstellen, den wir nicht verwertet haben. Wir müssen das Hebräische in der jüdischen Gasse verlangen, die Hebräischlesenden müssen wir organisieren. Der potentielle Markt des hebräischen Buches ist zwanzigmal so gross wie der tatsächliche Markt. Zwischen dem Leser und dem Buchladen ist eine geographische und psychologische Entfernung, die wir beseitigen müssen. Ferner glaube ich, dass die Institution, die die höchste sein müsste, die vor allem berufen ist, die hebräische Sprache zu verbreiten, sich so entwickeln wird, dass sie ihren Einfiuss voll ausüben kann. Ich meine die Universität in Jerusalem. Alle Grosstädte Europas sind voll von jüdischen Studenten, die nach Beendigung ihrer Mittelschulstudien in Erez Israel dorthin gekommen sind, um die Hochschulen zu frequentieren, weil die Universität in Jerusalem ihnen nicht genügt. Auch heuer werden wieder viele Abiturienten an fremde Universitäten gehen. Die Universität muss so ausgestaltet werden, dass sie eine Stätte des Unterrichts wird und den Ansprüchen der Studenten genügt. Heute ist jeder Vater von Kindern in Palästina der Meinung, dass diese Kinder fremde Universitäten besuchen müssen, weil kein Mensch weiss, wann sie eine hebräische Universität haben werden. Ich will über den Stand der hebräischen Schule in der Galuth nicht im einzelnen sprechen. Während meiner kurzen Besuche in Osteuropa hatte ich das Glück, diese Schulen besuchen zu können, und obwohl ich kein Pädagoge bin, habe ich doch von weitem ihre Fehler erkannt. Trotzdem sage ich, und ich glaube im Namen des Kongresses zu sprechen, dass wir vor den Lehrern und Schülern und vor all denen, die diese Schulen geschaffen haben, uns beugen und ihnen danken müssen. (Beifall.) Wenn wir uns erinnern, was früher war, und sehen, was jetzt ist, so müssen wii sagen, dass viel Gutes geleistet worden ist. Wir müssen nur auf diesem Wege weitergehen, ohne jeden Kompromiss. Es sind Bestrebungen vorhanden, Kompromisse mit dem Leben zu schliessen und utraquistische, zweisprachige Schulen zu schaffen. Ein solcher Verzicht ist nicht notwendig und wird uns nur schaden. Auch ohne diesen Nachlass werden die Grenzen zwischen den Kulturen verwischt werden. Für das Polnische, Russische und Deutsche müssen wir nicht sorgen. Das werden die Kinder sicher können, auch wenn die Schule ganz hebräisch ist. Sowohl der Zauber als auch das süsse Gift der fremden Kulturen wird in sie eindringen; und ich weiss nicht, ob die hebräische Schule sie retten kann. Die

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