Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 459)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sacher 321 eine Anleihe für arabische Entwicklung sein. Herr Soskin sagt nein. (Zwischenruf Soskin : Es ist für das Land.) Aber das Land gehört zum grössten Teil den Arabern. Herr Schocken hat nur eine Beschuldigung gegen die Exekutive vorgebracht. Das ist die Frage der Verträge mit den Kolonisten. Richtig, wir haben sie nicht durchgeführt. Wir konnten uns im ersten Jahre unserer Tätigkeit nicht mit dieser Frage beschäftigen, weil wir die meiste Zeit auf Reisen waren, und glauben Sie mir, es waren nicht immer Vergnügungsreisen. Aber als ich anfangs dieses Jahres zurückkam, hat sich die Exekutive wirklich ernst mit dieser Frage beschäftigt, und ich bin der Meinung, dass wir alles getan haben, um wirklich zur Genugtuung beider Seiten die Frage zu lösen. Aber es bestanden zwei grosse Schwierigkeiten. Erstens die sehr schwierige Frage der Statuten der Kwuzoth, zweitens die Bedingungen der Kolonisten. Die Kolonisten verlangten in bezug auf die Anleihe, dass sie 2 Prozent Zinsen zahlen und, ich glaube, ungefähr fünfzig Jahre Zeit zur Zahlung haben sollten. Das sind Bedingungen, welche wir nicht annehmen können, und ich glaube auch nicht, dass eine andere Exekutive sie annehmen kann. Dr. Goldmann hat gesagt, dass diese Exekutive in einer splendid isolation gegen den Jischuw stand und dass diese Exekutive keine moralische Autorität im Jischuw genoss. (Zwischenruf: Sehr richtig.) Meine Herren, Sie wissen, unter welchen Bedingungen diese Exekutive geboren wurde. Wie Dr. Goldmann gesagt hat, haben fast alle Delegierten aus Palästina dagegen gestimmt, und wir kamen nach Palästina, ich will nicht sagen, mit dem ganzen Jischuw gegen uns, aber gewiss mit dem grössten Teil des Jischuw gegen uns. Kein Mensch wagte, ein gutes Wort für uns zu sagen. Das war die Lage zur Zeit, als wir nach Palästina kamen. Jetzt stelle ich den Herren aus Palästina eine Frage: Ist es nicht wahr, dass in Palästina eine Aenderung in der Meinung des Jischuw gegenüber der Exekutive eingetreten ist? (Zwischenruf: Die Wahlen zum Kongress haben es bewiesen.) Ich weiss ganz genau, dass es jetzt in Palästina viele Leute gibt, die anders über diese Exekutive reden als vor zwei Jahren, und (nach links gewandt) ich weiss ganz genau, dass es auch unter Ihnen Leute gibt, die anders über diese Exekutive reden. (Mereminski : Ich möchte das gerne hören.) Warum kommen Sie nicht nach Palästina, dann werden Sie es hören. Sind Sie sicher, dass der Name und die Autorität der vorigen Exekutive am letzten Tage höher stand als am ersten? In bezug auf unsere Autorität in Palästina und ausserhalb Palästinas behaupte ich, dass wir heute besser stehen als am Tage unseres Amtsantrittes. (Beifall.) Meine Herren, diese Exekutive ist im Sterben. Sie, meine Herren, haben die Macht und das Recht, eine neue Exekutive zu schaffen. In der Zeit, während welcher Sie die alte Exekutive begraben und die neue schaffen, kann kein Mensch von Ihnen erwarten, dass Sie die alte Exekutive mit Gerechtigkeit beurteilen. Das wäre zu viel verlangt und deswegen