Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 460)
- Language
- German, English, Hebrew
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322 12. KONGRESS-SITZUNG: Debatte über die Palästina-Referate verlange ich es auch jetzt nicht. Aber der Kongress wird nach einigen Tagen zu Ende sein. Sie werden Ihre Reden vergessen und die meine auch, Sie werden nach Hause gehen und sich mit dem praktischen und schweren Problem der Aufbauarbeit in Palästina befassen. Dann werden Sie vielleicht in dem einen oder andern Augenblick zurückblicken auf diese alte, verdammte Exekutive und werden vielleicht verstehen, sie besser zu beurteilen. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Berlin: Das Wort hat Herr Ussischkin zu einer persönlichen Erklärung. M. M. Ussischkin (A. C, mit lebhaftem Beifall begrüsst — spricht jüdisch): Ich will nur ein paar Worte sagen zur Geschichte des Veto der Exekutive. Die Exekutive hat juristisch vollkommen Recht gehabt, nach den Statuten hat sie das Recht, ein Veto einzulegen, und ihre Sache ist es, ob sie davon Gebrauch machen will oder nicht. Ebenso wie wir, das Direktorium des Keren Kajemeth, niemals zugeben werden, dass die Exekutive grössere Rechte in der Verwaltung beansprucht, als in den Statuten vorgesehen sind, kann die Exekutive ihre Rechte ausnützen, wenn sie das für notwendig hält. Herr Sacher hat richtig gesagt, dass man uns in Rechawja eine Parzelle des Meschek Poaloth im Werte von 1400 Pfund angeboten hat. Der Keren Kajemeth sollte 400 Pfund bezahlen. Die Exekutive hat gefunden, dass das nicht richtig ist, und hat ihr Veto eingelegt. Etwas anderes ist es mit dem zweiten Fall, Herr Sacher. Sie haben einen Herrn aus Südafrika im Zusammenhang mit diesem Bodenkauf erwähnt. Diesen Kauf mit dem Herrn aus Südafrika haben Sie bestätigt. (Sacher: Aber unter einer Bedingung!) Alles haben Sie bestätigt. Das Veto bezieht sich auf einen andern Fall. Es kam ein Vorschlag, eine Arbeiterparzelle von 1000 Dunam bei Petach Tikwah zu kaufen, auf welcher eine Arbeitersiedlung in dieser oder jener Form gegründet werden sollte. Dieser Boden sollte 5000—6000 Pfund kosten, zahlbar in vier Jahren. Die Zahlung für das erste Jahr wollte die Arbeiterschaft selbst übernehmen, und der Keren Kajemeth sollte sich verpflichten, die drei nächsten Raten zu bezahlen. Das Direktorium des Keren Kajemeth nahm dies an, denn es sagte sich, es sei von grosser Wichtigkeit, Boden für die Arbeiterschaft zu haben, und wir müssten die Transaktion in dieser Form durchführen, obwohl wir grosse Verpflichtuugen hätten. Dann kam das Veto, und in einem offiziellen Brief wurde uns geschrieben: Wir sind dagegen, weil es die finanzielle Lage des Keren Kajemeth nicht erlaubt. Aber noch etwas muss ich sagen, Herr Sacher; beinahe zu derselben Zeit, wo man dem Keren Kajemeth schreibt, er habe keine Verpflichtungen einzugehen, weil seine finanzielle Lage schlechl sei, kam eine Forderung der Exekutive, Boden der Amzic (American