Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 405)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hantke 267 Das letzte Wort der Entwicklung sollte damit natürlich nicht gesprochen sein. Im Gegenteil begannen bald nach der Gründung des Keren Hajessod die Verhandlungen über die Erweiterung der Jewish Agency durch Heranziehung von Vertretern nichtzionistischer Juden. Diese Verhandlungen basierten von vornherein auf der Idee des Keren Hajessod. Sie hatten die Existenz des Keren Hajessod und seinen Aufbau in der Zukunft zur Voraussetzung. Wir stehen heute vor dem Abschluss dieser Entwicklung. Die Erweiterung der Jewish Agency ist eine geschichtliche Tatsache geworden. Der zweite Meilenstein in der organisatorischen Zusammenfassung des jüdischen Volkes für den Aufbau Palästinas ist erreicht. In allen Ländern werden sich die Repräsentanten der jüdischen Welt mit uns Zionisten vereinigen zur gemeinsamen Ausfüllung des von der Balfour-Deklaration gegebenen Rahmens. Die jüdische Gesamtheit hat die Akzeptation der Balfour-Deklaration durch die zionistische Bewegung gegengezeichnet. Die Proteste doktrinärer Gruppen von links und rechts können an dieser Tatsache nichts mehr ändern. Damit ist die Arbeit der Diaspora für das jüdische nationale Heim aus einer Parteiangelegenheit zur Gesamtaufgabe der Juden geworden. Die Hindernisse, die in der historischen Entwicklung der Zionistischen Organisation lagen, sind überwunden. Die Führer der älteren Institutionen im Judentum, häufig genug gleichzeitig die Repräsentanten der älteren Generation, haben sich im Einverständnis mit der neu emporstrebenden demokratischen Volksbewegung ein Forum zu gemeinsamer Arbeit für Palästina geschaffen. Mit diesen Tendenzen ist es schwer vereinbar, wenn man versucht, neben dem Keren Hajessod und dem Keren Kajemeth Sondersammlungen durchzuführen. Es ist ein grosses Verdienst der modernen zionistischen Bewegung, dass sie die Schaffung des nationalen Kapitals für Palästina in die Sphäre staatlichen Finanzwesens und das Mass der Leistung auf eine hohe Stufe gehoben hat. Nur mit dieser Form der Geldaufbringung können Sammlungen nach der Art des Keren Hajessod lange durchgeführt werden. Die Häufung kleiner Sammlungen würde den erreichten Fortschritt wieder aufheben und das Kapital an Liebe für Palästina allmählich aufzehren. Gedanke und Idee des Keren Hajessod aber stärken die Liebe zu Palästina, entwickeln das Gefühl des Verbundenseins mit dem Lande und regen zur aktiven Mitarbeit an. Es ist auch nicht mehr richtig, dass man mit Sondersammlungen neue Kreise erreicht, die dem Keren Hajessod verschlossen sind. Das folgt aus der Ausdehnung der Keren Hajessod-Arbeit ebenso sehr wie aus der Entwicklung der ökonomischen Verhältnisse, die an sich öffentlichen Sammlungen grösseren Stiles ungünstig ist. Der Wunsch nach Sondersammlungen beruht hie und da auf der Empfindung, dass das Wachstum des Keren Hajessod nicht schnell genug geht. Diese Empfindungen sind in einer zionistischen Atmosphäre be-