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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 216

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 216 (sequence 354)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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216 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Del. Oberrabbiner Dr. Juda L. Landau (Südafrika — spricht deutsch): Ich bin 7000 Meilen hierher gereist, um die Reden des Präsidenten der zionistischen Bewegung und des Herrn Ussischkin, des Präsidenten des Keren Kajemeth, zu hören. Die Arrangements dieses Kongresses sind aber leider so jämmerlich, dass man nicht verkündete, dass diese Herren gestern abend sprechen würden, so dass ich nicht anwesend war, um sie zu hören. Ich kann also jene Reden nicht in Betracht ziehen. Sonst aber habe ich sehr viele aufregende Reden gehört, die wie mit Donner und Blitz aus Wolken fahren. Wolken aber verdunkeln gewöhnlich das Licht, und jene Reden trüben den klaren Sinn der Redner. Ich werde mich bemühen, so ruhig als möglich zu sprechen. Herr Professor Brodetsky behauptete mit Recht, dass nichst Neues gesagt werden kann. Die Kunst ist, das alte neu zu sagen. Auch Dr. Ruppin hat in seinem glänzenden Vortrag nichts Neues gesagt, aber er hat ein düsteres und demütigendes Bild von unserem Golus entworfen; leider ist es in Wirklichkeit noch düsterer. Wir haben 2500 Jahre für die Ehre und Würde unseres Volkes gelitten, rm die Fahne unseres Volkes hochzuhalten. Was aber geschieht heute, selbst in den Reihen der Zionisten? Wir demütigen uns selbst, wir zerren unsere Fahne in den Kot, indem wir selbst Täuflingen und Halbjuden in zionistischen Versammlungen enthusiastisch applaudieren, weil sie uns mit ein paar tausend Pfund beschenken. Das ist unverzeihlich. Es wurde uns auch gesagt, dass nicht nur im Golus, dass auch in Palästina nicht alles glatt sei. Wie wenig es glatt ist, will ich nur mit dem folgenden charakteristischen Beispiel beweisen: Mit meinem Pass kann ich als britischer Untertan nach Holland, Frankreich, Deutschland, Oesterreich usw. ohne Visum fahren, nicht aber nach Palästina, das doch tatsächlich eine britische Kolonie ist. Unser Präsident sagte in seiner ersten Rede, dass die Regierungsmitglieder sehr freundlich sind. Das ist ja wahr. Das kann man besonders von der Regierung Südafrikas sagen. Ministerpräsident General Hertzog hat jüngst in Johannesburg bei einem Bankett einen warmen Appell für die Juden in Sowjetrussland gemacht. Die Freundschaft des Generals Smuts ist ja in der ganzen jüdischen Welt bekannt. Er hat wiederholt für uns eine Lanze gebrochen. Aber mit blosser Freundschaft, meine Damen und Herren, wird man Erez Israel nicht aufbauen. Wenn man aber Dr. Weizmann dafür verantwortlich halten will, tut man ihm ein grosses Unrecht. 20 Weizmann und 200 Jabotinsky können die britische Regierung nicht zwingen, ebensowenig wie Gandhi, der Millionen von Verehrern hinter sich hat, es in Indien tun kann. Das einzige, was wir tun können, ist, den Boden Schritt für Schritt zu gewinnen und eine Jugend zu erziehen, die sich dieses Bodens würdig zeigen wird. Ueber die Klagemauer-Angelegenheit ist schon viel gesagt worden. Ich will nur das folgende hinzufügen: Erst vor kurzem hat die britische Regierung den High

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