Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 215

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 215 (sequence 353)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476286--7365-3483513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kaznelson 215 in Afuleh sitzen mehrere Juden, die sich dort lange gequält haben, die haben sich an die Führer der Zionistischen Organisation, der Exekutive und der Institutionen gewendet, damit diese ihre Lage prüfen. Die Exekutive aber weigerte sich. Sie fürchtete sich, man könnte dort Geldforderungen stellen. Dann gibt es eine Frage von Petach Tikwah. Es wird dort ein schwerer, bitterer Kampf um jüdische Arbeit ceführt. yon diesem Kampf ist das Schicksal der jüdischen Arbeit nicht nur in den Kolonien, sondern auch bei den Regierungsarbeiten und bei den Arbeiten des internationalen Kapitals abhängig. Herr Sacher hat seinerzeit mit grosser Begeisterung einen Artikel in Amerika geschrieben. Man legt nun die Mossui-Röhren an, man baut den Hafen usw. Es ist noch eine grosse Frage, wem die Mossui-Röhren und wem der Hafen gehören werden. Die Frage vom Recht auf Arbeit müsste jetzt zur Zentralfrage des Zionismus werden. Davon hängt alles ab, davon hängt ab, ob wir Juden Erez Israel haben werden. Wo war dabei die zionistische Exekutive? Nun die Frage von Tel Aviv. In Tel Aviv ist etwas Ungeheures vorgegangen. Die jüdische Autonomie ist zerschlagen worden durch innere und äussere Kräfte. Es wurde überhaupt während der letzten Zeit eine starke Politik der Regierung gegen die Munizipalitäten geführt. Die arabischen Munizipalitäten sind dagegen scharf aufgetreten. Und diese Exekutive, die sich an einem Tage mit dem Programm des Brith Schalora einverstanden erklären wird, ist ganz abseits gestanden, als wir Arbeiter zur Exekutive sagten: Da muss ein grosser Kampf geführt werden, da ist die Möglichkeit vorhanden, gemeinsam mit den Arabern unsere Rechte zu verlangen. Nun ist Sacher aufgetreten und hielt uns eine starke Moralpredigt, worin er bemerkte: wenn man in einen Kampf eintritt, muss man des Erfolges sicher sein. Wenn man des Erfolges nicht sicher ist, soll man den Kampf nicht beginnen. Das war der kluge politische Ratschlag des Herrn Sacher. Die Araber haben diesen Ratschlag nicht befolgt und haben das ihrige durchgesetzt. Unsere bürgerlichen Parteien sind aber mutlos dagestanden und haben geschwiegen. Es war klar, dass man von dieser Exekutive, die ihren Versprechungen nicht nachgekommen ist, die Durchführung einer solchen Arbeit nicht erwarten konnte. Es fehlte ihr an politischem Verständnis und politischem Mut. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Motzkin: Sie wissen ja alle, dass Südafrika bei uns mit seinen 60 000 Juden und seinen 300 000 Pfund für den Keren Hajessod und allen anderen jüdischen Leistungen ein Lieblingskind ist. Das Wort hat der Vertreter der südafrikanischen Zionisten, Oberrabbiner Landau. 22

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.