Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 214

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 214 (sequence 352)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476286--7364-3483512
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

214 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Als die Krise beinahe zu Ende war und in Tel Aviv noch einige hundert Arbeiterfamilien blieben, denen man nicht helfen konnte, war nur ein Weg vorhanden: sie in die Kolonien zu überführen. Die Stadtverwaltung von Tel Aviv war bereit, dies zu tun und mit ihrem Gelde, wenn nur die Exekutive sich einverstanden erklärt hätte, ihre Schuld zu verringern. Was ist nun bei unserer homogenen Exekutive geschehen? In London sagte man ja, in Jerusalem nein. Die Jerusalemer Exekutive hat das ihrige durchgesetzt. Nun sagt man: Sie sehen doch, die Krise ist von selbst zu Ende gegangen. Wie steht es aber in der Wirklichkeit? Die Exekutive wird die Schuld der Stadtverwaltung ohnedies annullieren. Aber die einigen Hundert Arbeiterfamilien, die in den Kolonien gerettet werden konnten, sind in der Stadt geblieben. Und nun zur letzten Heldentat der Exekutive. Sie hat das Budget der Waadath hatarbuth gestrichen. Sie braucht keine kulturelle Arbeit unter den Arbeitern, die Verbreitung der hebräischen Sprache unter den Emigranten ist überflüssig. Seit zehn Jahren ist dieser Posten ein organischer Teil unseres Budgets. Ich muss bemerken, dass der Präsident der Organisation dabei grosse Verdienste hat. Als ich nach der Balfour-Deklaration ins Land kam, haben wir ihn über unsere Arbeit aufgeklärt, und seit zehn Jahren wird dieses Budget hergegeben. Nun will man die Kultur im Lande retten und streicht das Budget. Und solche „oppositionelle" Personen wie Bialik und Schmarja Levin müssen ein Telegramm in die Welt hinaussenden, dass man dieses Budget nicht streichen darf. So hat die unparteiische, die objektive Exekutive gehandelt. Und nun noch eines! Herr Arlosoroff hat von den Investitionen der Exekutive in dem J. C. T. und in der A. P. C. gesprochen. Die Arbeiterbank aber, die doch eine wichtige zionistische Institution ist und grosse kolonisatorische Aufgaben in Erez Israel ausgeübt hat, hat man vergessen. (Zwischenruf: Warum schweigen Sie über die Agency-Frage?) Wir haben viel wichtigere Sachen als die Agency. Die Alijah in Erez Israel, die Kolonisation in Erez Israel, die Hachscharah im Galuth, das ist für uns wichtiger. (Starker Beifall. Grünbaum: Wenn Sacher, der mit den Zionisten gearbeitet hat, Ihnen so viel Schwierigkeiten gemacht hat, was wird nun sein, wenn dieser Sacher unter dem Einfluss von Marshall stehen wird?) Grünbaum, Sie sollten mich nicht provozieren. Ich kenne die Lage im Zionismus zu gut, um mich vor der Agency zu fürchten. Ich weiss nicht, was schlimmer ist, die Herrschaft des kleinen Baalebos oder die des grossen Gwir. Nun werden Sie sagen, dass all die Sachen mit Geld zusammenhängen und die Exekutive kein Geld hatte. Nun will ich über einige politische Fragen sprechen, die nichts mit Geld zu tun haben. Es gibt eine unglückselige Stadt Afuleh, die ihre Existenz der wichtigen Bodeninstitution zu verdanken hat, die unsere amerikanischen Zionisten seinerzeit als Konkurrenz gegen den Keren Kajemeth errichtet haben, der Amzic. Und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.