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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 198

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 198 (sequence 336)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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198 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Werk. Es ist bei uns unendlich viel über die Arbeit in Palästina geschrieben, wie man Fehler gemacht, um daraus zu leinen, und so weiter. Vor all diesen Fehlern ist gewarnt in einem schon vor fast zehn Jahren erschienenen Bericht der Reorganisationskommission Simon - de Lieme- Szold. Deren Konklusionen decken sich ganz mit denen des Expertenberichts. Aber ich will wetten, dass von Ihnen allen, Zionisten aus allen Ländern, die hier sitzen und die hier nicht sitzen, 90 Prozent vom Erscheinen des Expertenberichtes nichts wissen. Das ist nicht Ihre Schuld. Wir in Holland haben etwa zehn Nummern unserer Zeitung nötig gehabt, um den Bericht auch nur annähernd zu besprechen. In der ganzen offiziellen und offiziösen zionistischen Presse ist diese wichtigste zionistische Publikation der letzten zehn Jahre mit keinem Wort erwähnt worden; nur „New Judaea" hat in seiner letzten Nummer eine Annonce davon aufgenommen. So wird aber jede unangenehme Publikation totgeschwiegen oder in einer Ecke versteckt. Eines will ich Ihnen darum versichern; wenn Sie sich nicht selbst um Palästina kümmern und nicht selbst die Publikationen suchen und verfolgen, die für uns lebenswichtig sind, dann werden Sie nicht aus einem Zustand der Palästina- Arbeit herauskommen, der für die Zukunft des Zionismus lebensgefährlich ist. H. Farbstein (A. C , Misrachi — spricht jüdisch): Wenn der XVI. Kongress bei ernstdenkenden Zionisten schwere Sorge weckt in bezug auf die grundsätzliche Aenderung, welche im Zusammenhang mit der Erweiterung der Agency in der Zionistischen Organisation eintreten soll, so ist diese Frage für diejenigen, die an der Wiege des Zionismus gestanden haben, buchstäblich eine Lebensfrage. Für uns Zionisten war der Kongress ein höchster Feiertag, eine Läuterung der Golusseele, ein Uebergang vom grauen Galuthleben in die Welt der jüdischen Erlösung. Wenn wir Delegierten zum Kongress führe »i. waren wir uns dessen bewusst, dass wir uns mit politischen Gegnern begegnen werden, Gegnern, die wir in der Heimat zu Hause energisch bekämpften; aber wir wussten, dass wir uns unter dem Dach des Kongressgebäudes als Freunde, als Brüder zusammenfinden würden, weil uns eine grosse Idee, die sichere Hoffnung des Judenstaates zusammenschmiedete. Es sind neue Zeiten gekommen, die der erweiterten Agency. Niemand kann voraussehen, wie sich die Verhältnisse zwischen Zionisten und Nichtzionisten gestalten werden; eine Sache aber ist klar, dass zwischen mir und Ben Gurion, zwischen mir und Grünbaum ein dritter sitzen wird, der so weit entfernt in seiner Denkungsart von mir ist, wie von Ben Gurion und von Grünbaum. Man darf sich darüber nicht wundern, dass beim Abschluss der alten Periode, dass in der Neilah-Stunde unser Herz schwer ist.

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