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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 197

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 197 (sequence 335)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Bernstein 197 die Bedürfnisse des zu kolonisierenden Bevölkerungselementes zugeschnitten ist. Das ist also die Haltung, die wir von der Mandatsregierung verlangen müssen, und es ist unsere politische Aufgabe, diese Haltung durchzusetzen. Sie hat aber nur Sinn, wenn wir wirklich jüdische Majoritätsbildung in Palästina erstreben, und das tun die Nichtzionisten nicht, und wir können es auch nicht von ihnen verlangen. Dazu sind w i r da und es ist die Aufgabe — und die Existenzberechtigung — der Zionistischen Organisation dafür zu sorgen, dass die Kolonisation durch politische Mittel zu diesem Ziel führen kann, denn w i r Zionisten wollen ja das jüdische Problem lösen. Eine Kolonisation, die dies Ziel nicht hat, bedarf keiner helfenden Regierung und keiner Politik; noch einige zehntausende Juden kann man im Laufe der Zeit auch so in Palästina ansiedeln, aber damit schafft man nur ein neues Stück Galuth und weiter nichts. Will man aber die Zionistische Organisation instand setzen, ihre für den Zionismus lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen, dann darf man der Diskussion über das zionistische Ziel nicht länger aus dem Weg gehen und darf Publikationen, die diese Diskussion einleiten wollen, nicht länger totschweigen. Ueber die erweiterte Agency ist hier wieder lang und breit geredet worden. Ich begreife es nicht: Es ist eine erledigte Sache. Sie ist schlecht und oberflächlich gemacht worden, wie das bei uns Tradition ist; der Präsident der Organisation rühmt sich, die Konstitution noch gar nicht gelesen zu haben, während es doch bei einer so lebenswichtigen Angelegenheit nötig gewesen wäre, erst festzustellen, w i e man es machen will, und auf Grund dessen zu verhandeln; nächste Woche geht man hin und kommt zusammen, und niemand weiss noch wie oder was. Aber gut, dass ist nichts Neues; wir wussten, dass es so gehen würde, vor vier und drei und zwei Jahren; wir müssen nun versuchen, was daraus zu machen ist. Aber eines ist arg; man gibt nicht etwa zu, dass man es besser hätte vorbereiten sollen, sondern macht eine Ideologie, dass es gerade ohne Vorbereitung am besten geht; „es ist nur eine Form, die wir noch mit Leben füllen müssen". So wird bei uns für alles, was falsch und verkehrt ist, eine Ideologie erfunden, und wenn ich eine neue höre, frage ich mich immer: Welchen Fehler, welchen Verzicht, welche Niederlage müssen wir nun wieder verdecken? Denn all unsere neueren Ideologien sind nur aus Verzichten und Niederlagen geboren. Es bleibt nur wenig Zeit, etwas über unsere Palästina-Kolonisation zu sagen, aber die Sache ist leider auch wenig dringend; sie steht seit fünf Jahren still und muss noch mindestens zwei weitere Jahre stillstehen. Aber eines muss mir doch noch vom Herzen: Vor etwa einem Jahre ist der Bericht der neutralen Experten erschienenen. Verwechseln Sie diesen Bericht ja nicht mit dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission, dem kleinen Deckrapport, der die Feststellungen der Sachverständigen teils mildert und teils verschweigt. Ich meine das grosse, 800 Seiten starke

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