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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 177

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 177 (sequence 315)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Hindes 177 Die Frage der Jewish Agency ist keine Budgetfrage. Wir hoffen selbstverständlich, dass im Laufe der Entwicklung durch die Agency der finanzielle Rahmen erweitert werden wird, aber die Agency ist nicht das Resultat finanzieller, sondern das Resultat innerpolitischer Notwendigkeit. Wir können in unserem „Staate unterwegs" keinen Ideenzensus einführen. Nur zwei moderne Staaten haben einen Ideenzensus für ihre Bürger eingeführt: einer im Süden, der andere im Osten; einer auf der extremen Rechten, der andere auf der extremen Linken. Aber weder das fascistische Italien noch das bolschewistische Russland sind für uns gute Muster. Wir hatten zwei Wege vor uns: entweder führen wir in die Organisation neue Elemente ein, und das bedeutet ein Kompromiss innerhalb unserer Reihen; oder wir schliessen ein Bündnis mit aussenstehenden Kräften. Ich verstehe, dass uns allen der Kongress teuer ist und dass wir durch starke Gefühle mit ihm verbunden sind. Aber auch der Kongress ist nur ein Mittel zum Zweck. Wir haben in der letzten Zeit versucht, alles zu kanonisieren: nicht nur den Kongress, — auch den Schekel, auch das Aktionskomitee. Und ich erinnere an jenen radikalen Redner, der die Abschaffung des A.-C. als Verrat an zionistischen Heiligtümern stempelte. Wir sind jedem Fremden gegenüber misstrauisch und oft intolerant, und für Grünbaum ist es charakteristisch, dass er sogar den Baron Rothschild als einen seufzenden Greis malt (Stimme: Oho!) und vergisst, was er für Palästina bedeutet. Das ist engherziger Kastengeist. (Beifall.) Die konservative Stimmung stört die Entwicklung, die historisch dahingeht, jene Kreise zu gewinnen, die auf dem Boden des Aufbaus der nationalen Heimstätte stehen. Nur zwei Argumente der Gegner der Jewish Agency kann ich erns* nehmen: Erstens, dass die Agency nicht auf demokratischem Wege geschaffen wurde, dass sie einen Bruch mit unserer demokratischen Tradition bedeutet, und zweitens, dass wir, wenn wir hineingehen, Gefahr laufen, uns anzupassen und den Impetus des zionistischen Gedankens zu verlieren. Aber wir sollten nicht vergessen, dass alle parlamentarischen Begriffe, die wir haben, wenn nicht Fiktionen, so Imitationen sind. Auch der erste Kongress ist nicht aus Wahlen hervorgegangen. Die Jewish Agency wird sich im Laufe der Entwicklung immer mehr auf den Boden parlamentarischer Wahlen stellen müssen. Zweitens: Jede Zusammenarbeit besteht darin, dass wir auf die andern und sie auf uns wirken. Die Hauptfrage ist die, ob wir glauben, dass wir mit einem grösseren Ideal, mit einer stärkeren Kraft kommen. Ich bin entschieden dagegen, dass wir unsere Vertreter in der Agency durch Kongressdirektiven binden. Das Prinzip von Fifty-Fifty ist kein arithmetisches Prinzip und kann sich nicht lange halten; es muss organisatorisch durchbrochen werden. Aber solange wir auf diesem Prinzip stehen, bedeutet das, dass wir uns verständigen müssen. Wenn der Kongress konkrete Beschlüsse fasst, die seine Vertreter binden, so heisst das jegliche Verständigung unmöglich machen.

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