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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 172

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 172 (sequence 310)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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172 7. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Völkerbund etwas darüber zu sagen. Während einer gewissen Zeit hat man angenommen, dass volle Sicherheit für die Regelung dieser Sache in Zukunft besteht, inzwischen müsse man aber den Status quo wahren. Die letzten Nachrichten, die aus Erez Israel eingelaufen sind, beweisen, dass diese Annahme ganz unbegründet war. Wie die Telegramme nun melden, wTurde jetzt eine endgültige Erlaubnis auch von London für die Errichtung des neuen Baues neben dem Kotel Maarawi erteilt. Anfangs wurde erklärt, dass man den Bau errichten lassen, dass man aber nicht gestatten werde, eine Tür zum Platz vor dem Kotel Maarawi zu öffnen. Später hat man auch dies erlaubt. Man will uns nun damit trösten, dass während gewisser Stunden täglich die Moslemim nicht das Recht haben werden, sich dieses Eingangs zu bedienen, den Gottesdienst also nicht stören werden. So wurde die Sache des Kotel Maarawi in die Angelegenheit eines Gottesdienstes von einigen Stunden verwandelt, in denen man nicht stören will. Als ob der Kotel Hamaarawi nicht das ewige Heiligtum des jüdischen Volkes wäre! Es handelt sich nur um einen Gottesdienst von zwei bis drei Stunden am Tage. Wir wissen doch aber, dass sich beim Kotel tagtäglich, in jeder Stunde Juden befinden, die sich dort eine seelische Rechenschaft ablegen. Die ganze Sache ist gewiss keine reale Frage des Aufbaus, aber sie berührt die Seele des Volkes aufs tiefste. Und dieses Problem wurde in dem Memorandum der Zionistischen Organisation an den Völkerbund mit keinem einzigen Worte berührt. Im allgemeinen erweckt das Memorandum den Eindruck, dass wir uns über nichts zu beklagen hätten, dass alles ganz in Ordnung wäre und die Regierung ihre Pflichten erfüllt hätte. Ein Aussenstehender würde aus dieser unserer Taktik die Schlussfolgerung ziehen, dass es in Erez Israel zwei Parteien gibt, die Regierung und die Juden einerseits, die Araber, die immer klagen und protestieren, dass ihnen ihre Rechte genommen werden, auf der anderen Seite. Es sieht so aus, als ob die Juden nicht zu klagen hätten und mit der englischen Regierung einig wären, und auf der anderen Seite stehen die Araber, die Leidenden und Enterbten. Das ist eine falsche Politik. Die Lage der Dinge wird dadurch verwischt. Ein weiteres Beispiel: Die Frage der Erziehung. Auch auf diesem Gebiet hat die Exekutive gewiss Schönes geleistet. Es ist gewiss von grosser Wichtigkeit, dass die Regierung ihre Subvention für die Ausgaben der jüdischen Erziehung vergrössert hat, und es hat ja den Anschein, dass man hoffen darf, dass diese Subvention noch weiter erhöht wird. Es fehlen hier aber die prinzipiellen Dinge, die die Hauptsache sind. Wir finden hier vor allem nicht die klare prinzipielle Stellungnahme, dass es eine fundamentale Pflicht der Landesregierung ist, wie es Pflicht einer jeden zivilisierten Regierung ist, das Bedürfnis des jüdischen Bürgers nach Volksbildung zu befriedigen. Es fehlt das wichtigste Prinzip, dass

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