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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 149

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 149 (sequence 287)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Bernhardt, Olswanger 149 grössten Anstrengungen machen, um durch Erziehung, Propaganda und unablässige Arbeit unsere Jugend, unsere Massen zu gewinnen und festzuhalten. Das Referat Prof. Brodetskys hat versucht, die Organisations¬ und Propagandafragen darzulegen und auf die Probleme, die darin zu lösen sind, hinzuweisen. Wir verlangen, dass nach dieser Richtung mit Energie weitergearbeitet werde. (Beifall.) Del. Dr. Immanuel Olswanger (Südafrika — spr. jüdisch): Dr. Ruppin hat uns ein schreckliches Bild des jüdischen Lebens entrollt und dabei einen Punkt betont, der mich aufs tiefste erschüttert hat, weil er mir sehr gut bekannt ist, nämlich die Tatsache, dass die Taufe unter den Juden in den verschiedenen Ländern zunimmt. Für uns Zionisten, welche stolz darauf sind, zu glauben, dass sie das Erbe des jüdischen Volkes in die Zukunft tragen, ist es interessant, festzustellen, dass vor einer Reihe von Jahren die einzigen Gründe für die Taufe ökonomischer Natur oder der Wunsch nach gesellschaftlicher Hebung waren, dass wir dagegen heute die Erscheinung beobachten können, dass ein gewisser Prozentsatz von jungen jüdischen Menschen die christlichen Kirchen aufsucht aus religiöser Ueberzeugung und Sehnsucht, weil diese unglücklichen jungen Menschen die Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse nicht auf dem Felde der jüdischen Religion finden. In diesem Zusammenhange möchte ich fragen: Warum geschieht es, dass, wenn ein Vertreter der religiösen Richtung von dieser Tribüne her spricht, in seiner Stimme, in seinem Ton, in jeder seiner Bewegungen so viel Hass und Feindschaft zu fühlen ist? Glaubt Ihr, damit die Jugend, die zerquält ist, die Pogrome und Kriegserziehung mitgemacht hat und eine liebende Hand braucht, anzuziehen? Wir brauchen Liebe, Liebe, Liebe! Unter den Zionisten findet man nicht mehr das Gefühl der Freundschaft, weder im Kongress noch im Leben. Gibt es eine schönere, tiefere Freundschaft als die Freundschaft in Zion, die darauf gegründet ist, dass wir unser kurzes Leben in ein Instrument zum Dienste an einer Idee verwandeln? Warum gibt es unter den einzelnen Parteien stets gegenseitige Verdächtigung der Unehrlichkeit, warum nicht den guten Glauben, dass jeder von der Richtigkeit seiner Ansicht überzeugt ist, warum nicht jene Liebe, welche begründet ist in der Idee und im Ideal? Ich glaube, was ich jetzt rede, gehört auf die Tribüne des Kongresses. Der Kongress muss sich nicht nur mit dem Aufbau von Erez Israel befassen. Unsere Brüder in Erez Israel dürfen nicht vergessen, wozu sie in Erez Israel sind, wofür sie Erez Israel aufbauen. Dass es nicht für ein kleines Land und für 150 000 Juden geschieht, sondern für die Millionen in der ganzen Welt. Ja, für alle Menschen auf der Welt. Wir haben das Gefühl verloren für die ethische Kraft, die ethische Wichtigkeit unserer Arbeit in Erez Israel.

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