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Der Israelit · 1897-10-05 · Heft 79 (5.10.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 79 (5.10.1897)
Date
1897-10-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1531 stein überdauern: Und so rufen wir ihm heute zu: Ein ewiger Ebrcnbogen, Akiba Eger! Wölbt über deinem Namen sich, und bleiben Wüd ihm sein Ruhm, so lang in künft'gen Tagen Für Groftes noch bewegte Herzen schlagen. Mag Well' auf Well' im Meer der Zeiten treiben, Wie manches Bild ihr Strom hinweg getragen, „Dein" Bild wird immerdar unsterblich ragen!*) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. E.R. Berlin, 20. Sept. In der gestern Abend 7 Uhr stattgefundenen Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, welche die erste nach den Sommerferien war, begrüßte zunächst der Vorsitzende die Anwesenden in herzlicher Weise. Auf der Tagesordnung stand in erster Reihe die Zuwendung des Herrn Julius Schiff an die Armencommifsion im Betrage von 5000 Mark. Punkt 2 Reparaturen an Grundstücken der jüdischen Gemeinde fand seine Erledigung in einem neuen Verfahren bei der Revision, so daß größere Reparaturen von jetzt nur alle zwei Jahre stattfinden können. Zur Anschaffung von Teppichläuser bei Trauungen in der neuen Synagoge werden 400 M. bewilligt, ferner wird eine Summe für die zu Anfang des Jahres vsrgenommenen baulichen Veränderungen im Haufe Oranienburgerstraße 29 nachbewilllgt. Die Abänderung der Satzungen der Friedhofscommifsion wird mit Rücklicht auf die noch unerledigte Frage, ob der Commission noch ferner ein Recht zur Mitwirkung bei Statutenänderung eingeräumt werden soll, vertagt. DerJahresbeitrag an den deutsch-israelitischen Gemeindebund wird von 000 M. auf 2000 M. erhöht. Von der Abrechnung über die inneren Einrichtungen des Hospitals wird Kenntniß genommen und die Errichtung einer neuen *) Bevor wir Eger unser ultimum vale sagen, soll cs endlich denn doch einmal ausgesprochen werden, daß Egcrs Wissen, in den! Maaße wie es tatsächlich universell war, noch lange nicht die gebührende Anerkennung gefunden. Die Welt betrachtet Akiba Eger als den Heros der Hatachistcn. und in dieser Eigenschaft reichten ihm die bedeutendsten Talmudisten neidlos die Polme. Wer aber mit Eger's Schriften auf sehr vertrautem Fuße steht, der hat ihn kennen gelernt, auch als Beherrscher dee agadischen und mrdraschifchcn Literatur, als hebr. Gramatiker, als eleganten, gewandten Stylisten in der hebr. Sprache, dem die Propheten und Hagiographeu stets gegenwärtig waren. Die jüdischen Religionsphilosophen der spanischen Schule: Maimonides, Juda Halevy, Albo, Bcchai :e. waren Eger durchaus nicht unbekannt. In seinen „Anmerkungen zum babylonischen Talmud (zuerst Pragx.1934 erschienen) wie auch in seinem „Mischna Commentar" — der seinen Weltruf begründete — findet der Leser sogar manch' „Kritisch-Wissenschaftliches" in gedrängtester Kürze. — Wer indeß Eger's verblüffende .Schlagfertigkeit" im „mündlichen" Disput anzustauuen Gelegenheit hatte, der stellt ihn „über" seine Schriften! Kaffenbotenstelle beschlosien. Zur Honorirung der das Rabbina: vertretenden Candidaten werden 325 M. beantragt und sämmtliche Rechnungtzabschlüffe vertagt. ** ©erlitt, 15. Sept. Ein Legat von 736,998 Mark, welches der Berliner Stadtgemeinde zur Begründung eines Asyls für Blinde zugewendet worden, gibt uns Veranlaffung zu den folgenden Bemekungen. Vorausschicken wollen wir noch, daß die am 22. April d. I. hierselbft verstorbene Frau Rentier Becker in ihrem Testament bestimmt hat, daß ihr Nachlaß der Stadtgemeinde Berlin unter der Bedingung zufallen soll, daß dieselbe die Nachlaßmaffe unter dem Namen „Wilhelm und Jda Becker-Stiftung" besonders verwaltet und zu einem Asyl für Blinde aller Stände und Glaubensbekenntnisie verwendet. Die Aufnahme in dieses Asyl und die Verpflegung in demselben sollen kostenfrei erfolgen. Es ist seltsam, daß unter den zahlreichen wohlthätigen Institutionen unserer Gemeinde, die fast alle Bedürfuiffe decken, gerade ein Blindeninstitut fehlt. Und doch entspräche vielleicht ein solches einem besonders dringendem Bedürfniß! In Wien besteht ein israelitisches Blinden-Jnftitut seit dem Jahre 1870. Dasselbe wurde von dem sel. Baron Jonas KönigSwarter begründet; es hat jetzt 50 Zöglinge, und seine Leistungen werden von allen Pädagogen gerühmt. Vielleicht fällt diese Anregung auf guten Boden und weckt in dem Herzen eines oder mehrerer edler Wohlthäter den Gedanken, auch in unserer Gemeinde eine solche Institution ins Leben zu rufen, deren Wirken den Namen jener Wohlibäter noch nach Jahrhunderten segnen würve. Wreschen, 23. Sept. Die Mühlenbesttzer I. und P. Bieber in Schönau feierten vor Kurzem ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Geschäftsführer Litt Hauer beglückwünschte die Jubilare im Namen der Angestellten und Arbeiter und überreichte ein Gruppenbild derselben, wie auch eine Chronik der Mühle Schönau. Der Gemeindevorsteher widmete eine Adreffe seitender Gemeinde. Sämmtliche Arbeiter mit ihren Angehörigen und die Beamten versammelten sich Nachmittags im Mehlippschen Etablissement. wobei ein Eoncert und freie Bewirthung allgemeine Fröblichkeit herrschte. Die Herren Bieber stifteten für ihre Beamten und Arbeiter die Summe von r0,000M.; aus den Zinsen sollen Unterstützungen in Fällen, wo Unfall- und Krankenkasie nicht ausreichen, gewährt werden. Ferner richteten sie eine Sparkaffe ein und es erhielt ein jeder Arbeiter ein Sparkassenbuch mit einem gewiffen Betrage, je nach Gehalt und Dienstalter. Ebenso stifteten die Herren Bieber 500 M. als Beihilfe zur Umwährung des israelitischen Gememdefrrevhofes und 500 M. für die dortige Ortsarmenkaffe. Eine Stiftung von 3000 M. hat der Stadtverordnete Herr Banquier Salomonfohn in

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