Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1889)
- Date
- 1889-06-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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863 Literarischer Bericht. niaN rra 12V, ein Commentar auf die Sprüche der Väter, von Rabbi S a l o m o n >7, im Leben Rabbiner zu Neustadt Sugindt, herausgegeben vom Sohne des Verfassers Samuel Jsak Herschmann in Hamburg. Berlin 5649. Der Verfasser, einer hervorragenden Gelehrtenfamilie entstammend — sein Urgroßvater war der berühmte Rabbi Abraham, ein Bruder des Gaon Rabbi Elijahu von Wilna — war selbst ein bedeutender Gelehrter, und wir können dem Sohne nur dankbar sein, daß er dieses schöne Werk durch den Druck veröffentlicht und dadurch die Aboth- Literatur um ein Bedeutendes bereichert hat. Das Buch ist voller Weisheit und Gottesfurcht und erörtert die vielfachen Fragen, die sich an die Sprüche der Väter knüpfen, in scharfsinniger Weise, oftmals der Erklärung ganz neue Bahnen eröffnend. — Die Ausstattung ist eine vorzügliche. * * * l’Bnm 111 ivv, eine Sammlung von Biographien der bedeutendsten, jetzt lebenden Rabbinen und anderer hervorragender Glaubensgenossen, sowie ein Verzeichniß der Werke derselben. Von LeizerEffrath inKowno. 1. Heft,Wilna 5649. Der rühmlichst bekannte, gelehrte Verfasser hat die Biographien alphabetisch und zwar nach den hebräischen Vornamen geordnet. Als Erster tritt uns entgegen Herr Dr. Selig (nicht Seligmann, wie es irrthümlich im Buche heißt) Auerbach, Rabbiner zu Halberstadt, weil er mit seinem hebr. Vornamen 'iw 'vn heißt. Viele der dann folgenden Persönlichkeiten sind in Deutschland ziemlich unbekannt. Wir wollen hier nur Diejenigen erwähnen, deren Namen auch in weitern Kreisen bekannt sind. Rabbi Abraham Benjamin Kluger, Sohn des berühmten Rabbi Salomon Kluger in Brody, Rabbi Abraham Eg er in Lublin, Urenkel des berühmten Rabbi Akiba Eger, Rabbi Ahron Halber stamm in Sandecz, Sohn des berühmten Rabbi Chajim Halberstamm, Rabbi Ahron Samuel Oss ad in Szerdahely, Sohn des berühmten Rabbi Juda Ossad. — Bei Erwähnung des jungen Rechtsanwaltes, Herrn Elkan Adler in London, nimmt der Verfasser Gelegenheit, eine? ausführliche Biographie des Vaters des Genannten, des Oberlandesrabbinen von Großbritanien und den Colonien, Rabbi Nathan Adler, mitzutheilen, daran die Lebensbeschreibung der andern Söhne und Töchter anknüpfend. Dr. Elias Pleßn e r, Rabbiner in Ostrowo, Rabbi Alexander Moscheh Iben Lazidoth in Rossein, Rabbi Elasar Moscheh Hör Witz in Pinsk, Rabbi Arjeh Löb Frumktn, vormals Rabbiner in Alexat, jetzt in der Colonie Petach Thikwah im heiligen Lande. — Der Verfasser theilt uns mit, daß er bereits im Besitze von mehr als 2000 Biographien sei und bittet die Freunde der jüdischen Literatur und die Verehrer der Vertreter derselben, ihm die betreffenden Biographien zuzusenden, zugleich auch auf das ganze Werk, welches nur zwei Rubel (4 Mark) kosten wird, zu pränumeriren. Briefe und Geldsendungen wolle man richten au Leizer Efsrath in Kowno, Rußland, oder an Moses Salomon Aronsohn in Kowno, Rußland. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 24. Juni. Der Jahresbericht des Rabbinerseminars zu Berlin für 1886—88, erstattet vom Curatorium der Anstalt, ist heute erschienen. Der Bericht legt ein glänzendes Zeugniß ab, von der inneren Erstarkung des Seminars, von der bedeutenden Frequenz der Anstalt, von der rastlosen Mühewaltung seines Leiters und von der Theilnahme weitester Kreise für die Bestrebungen des Institutes. Das Rabbiner-Seminar wurde von 55 Zöglingen, darunter fünfundvierzig Deutschen (3 Elsässern), besucht. Die Kaiserliche Regierung der Reichslande gewährte zwei von den elsässischen Hörern Stipendien von je 1000 Mark. Sechs Zöglinge wurde in den Berichtsjahren entlassen und traten ein Amt an. Es lasen an der Anstalt der Rector Talmud, Herr Rabbiner Dr. SalomonCohnHomiletik, Dr.Hoffmann Talmud, Ritualcodices und Pentateuchexegese, Dr. Berliner jüdische Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit, sowie Literaturgeschichte, Prof. Barth Exegese und Religionsphilysophie und Dr. Hirsch Hildesheimer jüdische Geschichte des Alterthums und Geographie Palästinas. Die Zahl der beittagenden Mitglieder betrug etwa 1200, zum ersten Male tritt in diesem Berichte Schweden auf. Die Jahresbeiträge betrugen rund 50000 Mark, die Beiträge zum Fonds 15000 Mark, die Gesammteinnahmen belaufen sich auf 85000 Mark, der Ueberschuß aus den Berichtsjahren auf 13300 Mark, der Bestand am 1. September 1888 auf rund 250,000 Mark. Der Bericht des Rectors schließt mit den Worten: „Lob und Preis dem himmlischen Vater, der unsere Anstalt mit Seinem besonderen Schutz begnadet hat, möge Er, gelobt sei Sein hei-