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Der Israelit · 1937-10-14 · Heft 41 (14.10.1937) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 41 (14.10.1937)
Date
1937-10-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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14? Oktober 1937 \D i e t Israelit Nr. 41 Seite 11 Die Frankfurter Woche- Frau Auguste Roos Frau Auguste Roos ist.v. h e i m g e k e h r t und wurde am Dienstag vormittag,,.begleitet von. einer großen Trauer-; und Verehrergerneinde,' an der Seite ihres! Mannes. auf dem Friedhöfe der Israelitischen ReUgiönsgesellschaft zur. ewigen; Ruhe gebettet. Als. wir/tan jenem sonnigen Frühlingstage. des Jahres^ 1513 Dr.. Israel Roos zur , letzten Ruhe trugen, da .weihten,., wie der Bericht damals, .verzeichnete, „auch die A r in e n und Fremden, die glaubten, ihren Platz in der vordersten Reihe der Trauernden um ■■> ihren Doktor: Roos --beanspruchen. zu ..«können." Heute kann hinzugefügt werden', daß viele Tränen, die an der Bahre von Dr. Roos. geweint wurden, in der Folgezeit von der Gattin, die ihren Mann nun um 24 Jahre überlebt hat, getrocknet werden konnten.. Und wie-: wir jetzt an dem- Grabe von Israel Roos standen, ..das nun zum. Doppelgrabe geworden ist, da w,ar die Wunde von, damals wieder aufgerissen und ' zweieinhalb Jahrzehnte Gemeihdegesch'ichte sprachen auf: uns wehmutsvoll ein. Gehörte wohl dieser Mann . zu den besonders Frommen und Guten, die, nach einem Talmudausspruch, die liebende G'tteSjWaltung zeitig abberuft, daß sie der kommende Tage Leid nicht sehen? Wie oft kam in der folgenden Kriegs- und Nachkriegszeit und in all den Nöten der Uebergangsperiode die stumme oder laute Klage über unsere Lippen: Hätten wir. heute, unseren Doktor Roos .noch unter uns! .... Und. Frau Auguste Roos war . die pattin, die Mithelferin und Mitarbeiterin des Mannes, der die hohe Schule der jüdischen Wohltätigkeit in so unvergleichlicher Weise beherrschte! Damit ist alles gesagt, was von dieser Frau zu sagen ist. Sie hat auch spater die Traditionen im Patrizierhause in der Schönen Aussicht mit einem Herzen voll natürlicher Güte, mit einer angeborenen und durch lange Zusammenarbeit mit dem Gatten-,noch ausgebaute Hilfsbereitschaft treulich gehütet, so lange es ging. Und als sie,' durch die' Verhältnisse veranläßt, dä~s Haus am Maine, aus dem jahrzehntelang heilsame Sonne nach allen Seiten ausstrahlte, verließ und zu ihren Kindern nach Holland übersiedelte, blieb sie die unsrige. Wer von Frankfurtern im Haag weilte und Frau Dr. Roos besuchte r— und wer hätte sich das entgehen lassen? —, der , fand die liebe, gute, Frau Dr.. Roos wieder, und im Gespräche mit der weltklugen, liebevollen Ürid in abgeklärter Weisheit stets das richtige Wort findenden Frau waren wir in jene guten alten Zeiten wieder versetzt, da man noch in jeder schwierigen Situation den Weg zur Schönen. . Aussicht ins Haus von Dr. Roos fand. In drei Perioden .teilen sich die 67 Lebensjahre der Frau Auguste (Roos, und von allen läßt; sich' mit dem Worte' des Talmüä8;'sagen: 'miö* pwTfVb/1 j^Sie blieben sich alle1 gle&steUm -'Güten- \ Tochte*:-dJ£siteoch angesehenen KajifmarfnsiMnd Ehrenrabbis*'Mo**dedbai und Gi------—.-----------. y.---------------,.- — — Eigenschaften und' Tugenden, die sie äü^ HeSriiat und Elternhaus mitbrachte, gesellten siebn zu den guten Geistern, die.^ie in der Frankfurter Hirschgemeinde und im Roos-Hause fand und e.s. ergab eine gute, gesunde Mischung. Elf Kinder würden in dem Hause erzogen. Im Frühling 1913 ' wurde dem Hause mit dem .frühen Heimgang des Vaters die Krone genommen. Die Gattin blieb die treue Sachwalterin seines geistigen Erbes, jeder Zoll .eine, Königin im Reiche des Geistes und der Güte. Der'frühe Lebensabend schattete für sie in Holland in der 'Nähe der dort an der Seite trefflicher Männer lebenden Töchter heran; ein" milder und .weicher Lebensäbend, wenn auch in seinem letzten Stadium von Weh und- Schmerz ümdüstert. Ihre Verbindung mit der Heimat hörte,; keinen j Augenblick auf, sie lebte im Geiste in der FriedDerge'r Anlage, in der Schutzehstraße, in der Schönen Aussicht, in der -S.phäre, dpi. sie an der Seife ihres Gattefe 'Jahrzehnte hindurch mit die "Prägung/gegeben hatte. - ,.~ Frau Auguste .Roos ist in die Heimat zurückgekehrt, .nach der sie sich in letzterer. Zeit so innig sehnte. Es war ihr letzter Wunsch,^daß' die Kinder alle in ihrem letzten holländischen^Öomizil' in der Trauer; verehrtbleiben und nicht ,;zur Bestattung kommen. Sie ruht nun an - der Seite-i ihres;jseltenen Mannes, .dessen Teilhaberin , im Wohltun,.,-sie war. Möge nun ihr gemeinsames mar ihren Kindern und ihrer Kehilla beistehen, n-axan - - Zum hundertsten Todestag Rabbi Akiba Egers Vortrag im Mekor Chajim. Am 13. Tischri ds, Jhrs, rundete "sich ein Jahrhundert seit dem Ableben des großen Posener Rabbi. Aui Anordnung der „Reichsvertretüng" und der Gemeindeverbände soll der Anlaß ■ überall in"; Vorträgen und Gedenkfeiern festgehalten werden/ Für uns gilt es aber zu .erfassen, was Rabbi Akiba ,.Eger dem Judentum der Thora für alle nachfolgenden Zeiten bedeutete. Der Frankfurter M e k o r C h a j i m' veranstaltet daher nächsten Sonntag nach Minchö, 5.15 Uhr, im Hörsaale Friedbergeranlage, einen religiösen Vortragsabend, an dem Herr.5, Schach,.- nowitz über „R abbi Akiba Eger und seine Zeit" spricht. Gäste, auch Damen, willkommen. Vierzig Jahre Jüdische Haushaltungsschule. •: Der all rechtbescheidenen;!-Anfängen zu der. heutigen 'Größe und arierkannten Bedeutung gewachsenen Jüdischen Haushaltungsschüle wurde am Sonntag, den 3, Oktober, in einer akademischen Vormittagsfeier f.jvon weiten Kreisen die ihr gebührende Huldigung zuteil. Die aus allen Schichten der Bevölkerung zusammengesetzte Zuhörerschaft wurde in der Lazarus-Halle, Quinckestraße, zunächst durch Gesang und eine kurze Ansprache der derzeitigen Vorsitzenden,. Frau Hanna Goldschmidt-, begrüßt. Man hörte dann eine lange Reihe Redner und Rednerinnen der verschiedensten Vereinigungen und Bünde, die Dank aussprachen für die getane Arbeit an der jüdischen Gesamtheit und die Leitung des Heims priesen für die mustergültige, bahnbrechende und heutzutage gar nicht mehr wegzudenkende aufopfernde Schulung und Ausbildung der künftigen jüdischen Hausfrauen und Mütter. Die Leiterin des Heims, Frl. L u c i e Laquer, der Frl, Johanna Wallerstein für die wirtschaftliche Führung zur Seite steht, zeigte durch ihre in jeder Hinsicht mustergültige Festrede, daß sie es versteht, trotz mancher Schwierigkeiten, die in der Zeit begründet sind, das ihr anvertraute kostbare Gut an jungem Menschenmaterial zu dem zu formen, was die Zeit fordert. Es ist der Schule gelungen, .•den Schülerinnen die Ausbildung zuteil werden zu lassen, die als umfassend anzuerkennen ist. Frl. Laquer wies in ihrer Rede darauf hin, daß die bündische oder auch sportliche Betätigung der Absolventinnen der Schule die Einordnung erleichtere und den Sinn für die Arbeit in der Gemeinschaft und für sie als selbstverständlich ansehe. Die ' orthodoxen Lehrlinge der Schule üben einen positiven Einfluß auf ihre Kolleginnen aus. Sie sprach noch ihren Dank aus an die R. V. d. J. i. D., die Israelitische Religionsgesellschaft und die „Israelitische Gemeinde für die wertvolle Förderung; sie dankte ferner dem Lehrkörper, den andern Mitarbeitern, den Lieferanten und Handwerkern. Ha. Willy Prager-Abend. ,j / Man schreibt uns: > . . Der weltberühmte Schlager-Komponist und Meister des Humors wird am Samstag, den 23. Oktober, im kleinen Saal des Saalbaues eine Auslese aus seinen altbekannten und neuesten Schlager-Kompositionen zum Vortrag bringen. An diesem Abend wirken, ferner mit Lissy S c h 1 o ß - H ah n mit neuesten Tonfflm-Schla'gern und Operefteh-Arien und Margot Hirsclh','-die zum letzten Male vöf ihrer;Abreise nach Amerika in Frankfurt a. ,Mauftritt. . i! Frankfurter Vereinskalender. Syaagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. •Sonntag abend 8:15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage: - Vortrag des Herrn * Gemeinderabbiners Jos. Horovitz,,; (Auch Damen.) j Verein Mekor Chajün. Freitag abend nach. Schul im. Hörsaal: Mikro Herr Rektor Ochsenmann. Sonntag; nachm. 5;15 Uhr, im Hörsaal, „Zum hundertsten Todestage *Rabbi Akiba Egers", v Jierr S« ,. Schachnowitz. (Auch Damen.) (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Montag, den 18. Oktober'; Isaae Hesdörlier-Stiitung. Donnerstag, den 21. Oktober: Eva Loeb-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho fällt der Vortrag wegen der Droscho dds Raw' aus. 1 Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. (Alle Schiurim wie üblich.) Agudas Jisroel-MMdchengruppe. Schabbos Vormittag nach Schluß des G'ttesdienstes Friedberger. Anlage, ietwa 10.30 Uhr vorm. im Heim Schwanenstr. 12: Das Buch Samuel, Herr Julius Lewin. — Gäste, Damen, willkommen. Jüdische Frauenyereinigung. Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens der Jüdischen Frauenvereinigung 1907-^-1937: Gesellige Zusammenkunft am Mittwoch, den 20. Oktober, nachm. 4 Uhr im Hörsaal der I. R. G., Friedberger Anlage. Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 18. Oktober, 20.45 Uhr, findet im Hörsaal, Friedberger Anlage 5, ein Vortrag von Herrn Dr. S. Ehrmann über „Jüdische Frauengestalten" statt. Gäste, Damen, willkommen. Mittwoch, 20.45 Uhr, Arbeitsgemeinschaft über „Dinim". Leiter: Herr Rabbiner Mayer. Folgeride Kurse finden in diesem Winter statt: - Frau Hulda Posen, Wittelsbacher Allee 11: Aus-? gewähltes aus „Tenach", Frau Kella -Loewenthal, Leerbachstr. 13: Chumisch mit Raschi, Frau Lehrer Goldschmidt, Röderbergweg 37: Englisch für Anfänger, Frau Rosa Levy, Friedb. Anl. 20; Englisch für Fortgeschrittene, Frau Hella Posen, Fichtestr. 8: Englische Conversation, Frl. Brunngässer, Mauerweg 32, Tel. 4.4818: Schneiderkursus. Der 14tägig stattfindende Dinim-Kurs ' von 'Herrn Rabbiner Mayer und der Kurs über „Jüdische Geschichte" Yen Herrn Direktor Eliaswerden'Wöchentlich bekanntgegeben. Interessentinnen wollen sich mit den betr. Leiterinnen und Leitern in Verbindung, setzen. . ( Gebetzeiten. "; . : Z > Freitag abend 5.05 ,f . ^. :*. Samstag'nisaton "6.50' ' ' Samstag morg. 8.00 r- ,? Samstag nachm:'1.00(und: 4,00 Halach. Vortrag Samstag.Abend .6-2^ r. •..•<■• Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen desn^ni^pa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 5.00 : Tefillinlegen am Morgen 6.00 Familien-Nachrichten, Geburten: Ein Sohn, Rafael (Fulek) Hirsch und Frau Ruth geb. Halberstadt* S'deh Jaakow/Palästina. Barmizwoth: Michael, Sohn des Herrn Rabb. Dr. Leo Cjahn und; Frau;Lea geb. «Klobjefy Fulda. r~u» i<V\- — Rudolf, Sohn" des Herrn Tsi Hamburger und Frau. Rosa geh.Brück, Petach Tikwa, Haus Hai- berg, Ben Jehudastr. ^»v,MW- , .. . t , Sabbat-Anfang und AuSgäng •ft ib nap Ort Anfang . Uhr | Min. Datum 1 Ausgang [. Uhr | Frankfurt am Main 5 05 16. 6 20 Berlin *u 5 10 Oktober 5 ' 53 München 4 55 -1937 C(r > . ' l 6 03 Köln 5 25 .M. ■ ' i i . 6 25 Stuttgart 5 15 - 11- 6 15 Breslau 5 00 ]wnia 5 39 Nürnberg 5 10 .n"2nn... 6 06 Hanfb'urg" •;s .05 :76-< 08 Wü4ur^;^i;;', r -.5 15 ' . i! .i \: i i l- 15 Gedenke immer; der JWH! FÜR DIE ÜBERTRAGUNG eines fiebr. Wissenschaft]. Werkes ins Deutsche wird eine mögl. in Frankfurt a. M, ansässige gebildete PERSÖNLICHKEIT gesucht, die das Hebräische ebenso „wie das Deutsche in Wort U. Schrift einwandfrei beherrscht. Kenntnisse-'des.. klaisischen hebr. Schrifttums (Talmud, Midrascb; usW?) j sind unerläßlich. Mit dem Angebot sind die entsprechenden Nachweise zu erbringen. Ausführliche Zuschriften unter 2170c an die Expedition des Blattes: . •)! /,/ j Langjährige judische Leiterin eines streng rituell geführten Erholungsheimes von be- sonders: gutem; Ruf sucht für sofort oder später gleichartige oder'ähi^l$ie'|| j. " . (-'".' j'j Beschäftsgung. " Beste Empfehlungen. Angebote unter 2^57 c a. d. Exp. v,' Für die Hachschoro Borsbpek. beir Antwerpen . wird Junges f strengfrommes Ehepaar gesucht, möglichst solches, welches selbst auf Hachscbara gehen will und zuschußberechtigt ist Die Frau muß Leitung der Küche'und Hauswirtschaft übernehmen und auch junge Mädchen anlernen können, der Mann-den sonstigen Betrieb :,;lbeafifsichtigen. Leute von),Lande, die mit Garten-und Landwirtschaft etwas vertraut, bevorzugt. Meldungen erbeten an Jacob R. Rothschild, Anvers, Eglantierlaan 3. Haustochter streng orthodox nach Antwerpen geg. klein. Vergütizu 2 Personen sof. ges. Näh. Neumann, Antwefp.. Van Beethovenstr.22 2 schöne möbliert. Z iin m e r m. Bad,' mit o. ohne Pens, zu vermieten. StrJ&uell.TeL 52124 Religiöser, junger, kräftiger M e i[,!T gergeselle nach der,SScriWeIZ gesucht. Schriftlich.- Offerten unt. 2244 c an die' Exped. d. Blr Für m., [Cousine, Jüdin, Ende 40, streng religiös,'von vornehmem Charakter u. syqip,iErscheinung, sehr gebildet, suche, ichöleictigesinnlen Gatten. 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