Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1937)
- Date
- 1937-11-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 45 Der Israelit -l^No-wember 19,37 ^Glitekvfunaehadressen eingefunden,~ferner eine- Deputation des Kuratoriums, der Dozenten und der Hörer des Rabbinerseminars;; und eine Abordnung der Mitarbeiter der Reichszentrale für Schächtangelegenheiten, um dem Jubilar ihre Glückwünsche zu übermitteln. Der Keren Hajischuw überbrachte ein Verzeichnis von Spenden für den Munk-Jubiläums-Fond zur Errichtung einer neuen religiösen Siedlung in Erez Jisroel. Als erste Gratulantin hatte sich die Jüdische Gemeinde zu Berlin mit einem Betrag von 1000.— RM. eingezeichnet. Am Nachmittag brachten die Mitglieder der Adaß Jisroel-Gemeinde nebst ihren Familien, alle weiteren Freunde und Bekannte des Hauses, ihre Glückwünsche dar. Viele Berliner, auswärtige und ausländische Organisationen und Persönlichkeiten hatten ihre Glückwünsche schriftlich zum Ausdruck gebracht. - Am Montag, dem Geburtstag des Raw, wurde der Gefeierte in der überfüllten Synagoge Siegmundshof bei der Morgenandacht mit dem Chorgesang des „boruch habp" begrüßt, und dem G'ttesdienst eine besonders festliche Note gegeben. Beim Verlassen der Synagoge bildeten die Knaben und Mädchen der Schulen Spalier und riefea~ ihrem verehrten Rabbiner ihr jubelndes Maseltdw entgegen. S. ' Münk-Jubiläums-Aktion für Machane Jisrael. Zum 7 0. Geburtstag von Rabbiner Dr. E s r a M u n k erlassen einige Persönlichkeiten einen Aufruf zu einer Aktion zugunsten des thoratreuen Siedlungswerkes in Erez Israel. Es" wird in ihm mitgeteilt, daß das Direktorium : des Keren Hajischuw unter finanzieller Beteiligung der Hitachdut Olej Germania einen Plan aufgestellt hat, der die Ausnutzung eines von thoratreuen Menschen bereits teilweise kultivierten Bodens von 42QÖ Dunam in Machane Jisrael und die Ansiedlung von dreißig vornehmlich aus Deutschland stammender Familien vorsieht; Diese Aufbringungsaktion soll mit dem Namen von Rabbiner Dr. Münk verbunden werden. Zeichnungs erklärungen sind an die Geschäftsstelle des Keren Hajischuw, Berlin NW 87, Flotowstr. 7, zu richten. Der Aufruf ist unterzeichnet von Rabbiner Dr. Weinberg, Rabbiner Dr. Esriel Hildesheimer, Willy Guggenheim, Dr. Alfred Hirschberg, Julius Leiser, Adolf Schoyer und Felix Struck. - Zum 10. Jahrzeitstag von Rabb. Dr. E. CarlebachVst Köln, 10. November. Wehmütig pchweift der Blick zurück in die am 10. Kislew zum zehnten Male sieh jährende Zeit, ab wir den Begründer der Adaß Jeschurun-Gemeinde in Köln, unseren Rabbi und Meister, allzufrüh haben scheiden sehen müssen. Vor dem geistigen Auge ersteht sein Bild erneut in Schönheit und Würde, in Kraft und Milde, Eigenschaften« die ihn zum Liebling seines ganzen Kreises machten, „So oft wir von ihm sprechen, müssen wir seiner mehr und mehr gedenken," es klammert sich die Seele an die wunderbaren, unzähligen Erinnerungen seines Wirkens und Schaffens, seiner Persönlichkeit und seines gewinnenden Wesens. Emanuel Carlebach war der erste deutsche Rabbiner, der seine Ausbildung an der von Rabb. Dr. Salomon Breuer begründeten Jeschiwa in Frankfurt a. M. erhalten hatte. Dort erwarb er, der aus dem väterlichen Hause zu solchem Studium prädestinierte, sich die Gründlichkeit des taimudischen Wissens, die Freude an der feurigen Darstellung der talmudischen Diskussion, am Ernst der agadischen Mussarpredigt. Nach kurzer rabbinischer Wirksamkeit in M e m e 1, wo er eine innige Vertrautheit mit dem Leben und den Führern des litauischen Judentums gewann, wurde er dann zu uns als Nachfolger des unvergeßlichen Dr, Hirsch P1 a t o »"1 zum Seminardirektor und Rabbiner berufen, ein rabbinisch-pädagogisches Doppelamt, das er mit Riesenenergie meisterte, wovon eines das andre trug. Das Lehrerseminar gestaltete er zu einer mustergültigen, mit staatlichem Prüfungsrecht ausgestatteten Anstalt aus, und vergaß doch nicht, daß die wichtigste Erziehung des künftigen jüdischen Lehrers die persönliche Beeinflussung durch Thora und Lebensvorbild ist, das Sohnesverhältnis zum verantwortlichen Leiter seiner Ausbildung. Seine Gemeinde iührte er zur staatlichen Selbständigkeit und Unabhängigkeit; aber auch hier war das organisatorische Gefüge nur der Rahmen; die eigentliche Tätigkeit war Schiur und Kanzel, wo sich seine rednerische Kraft und sein darstellerisches Können die Herzen erobernd bewiesen, alles begleitet und durchblutet von jenem liebevollen Interesse und der menschlichen Verbundenheit zu dem religiösen Schicksal und Fortschritt des Einzelnen, die ihn zum, echten Seelsorger stempelten. So entwickelte sich unter seiner Aegide in der St. . Apernstraße, dem Heime aller seiner Schöpfungen, in Synagoge und Seminar, um das von Leben durchpulste Rabbinerhaus und die von frischem Kinderlachen eriüllte Volksschule Morija, die Uebungsschule des Seminars, ein mächtiges Zentrum jüdischen Wollens und Vollbringens, dem er die Seele und Tatkraft einhauchte. . Dann kam der Weltkrieg, der die polnische- Judenheit in den Mittelpunkt der jüdischen Interessen rückte. Die Agudas Jisroel, im Bewußtsein, daßdie Frage der jüdischen Schule und Erziehung das Kernproblem unsres Seins ist, veranlaßte damals auch Emanuel Carlebach als Feldrabbiner nach Warschau zur Armee, vor allem aber als pädagogischer Fachmann den Ringenden und Fragenden sich zur Verfügung zu stellen. Der mit Jubel von allen Frommen begrüßte, als Darschan in ihren Synagogen, gefeierte, von allen maßgeblichen Rabbinen in Chinuchfragen mit Vertrauen aufgenommene. Mann wurde aber grade deshalb von den Gegnern einer religiösen Fortentwicklung als gefährlicher Feind ihrer nationalistisch-thorafremden Tendenzen betrachtet und mit den häßlichsten Mitteln.der Schmähung' und Zeitungspolemik, der Verleumdung und der persönlichen Angriffe befehdet. Die schwere Bürde der Verantwortung für drei Millionen unsrer Brüder, verbunden mit dem anspruchsvollen Dienst für die jüdischen Soldaten, wurde durch diese verletzende Polemik, der seine feine Natur nicht gewachsen war. zu einer harten Belastungsprobe für seine Nervenkraft, zur dauernden Krisis für seine: erschöpfte Gesundheit. Den großen Erfolg seines Wirkens, der sich in dem großartigen Aufschwung der Chedarim und des gesamten jüdischen Er^iehjingswe'sens Polens heute fortsetzt, ward mit dem tragischen Opfer seiner Lebenskräfte bezahlt. v rr Nach Kriegsende in die Heimat zurückkehrend, gelang es nur der aufopfernden Pflege seiner Gattin und der dauernden Wachsamen Fürsorge seiner Aerzte, die neuen Anforderungen seines/Amtes in der schweren Nächkriegsepocheihm zu 'ermöglichen. Sein unermüdliches Interesse für die Jugend in der aufstrebenden Rheinstadt aber sollte noch ein großes Werk schaffen, das von größter Zukunftsbedeutung wurde: die Gründung» der höheren Schule für Knaben und Mädchen, der ,, J a'wri e " in -Köln. Sie wurde der Trost und die Freude des letzten Jahrzehnts seiner arbeitsreichen Laufbahn. Die außerordentliche Aufgabenfülle, die es für. ihii täglich zu bewältigen galt, ließ ihn und auch seine Umgebung vergessen, daß es das Aufgebot der letzten Kraftreserven war, das ihn am Arbeitstische aufrechterhielt. So kam für alle die Todesstunde mitten in schaffender Leistung als jähe, bittere, Ueberraschung. Die herbe Erinnerung an jene Zeit soll nicht beschworen' werden; sie wird durch die unendliche Liebe und Verehrung überstrahlt, die dem Scheidenden von seiner Kehilla,. von fern .und..nah, von Juden und Nichtjuden erwiesen wurde. Seine Lebensarbeit" war nicht umsonst.' Seine Schöpfungen, vor; allem seine in alle Welt verstreuten Schüler tragen sein Andenken fort und zehren an. dem Gut, das er ihnen überantwortet hat. , So . wird seine Segensspur dauern. Sein Name aber lebt in Kindern und Enkeln rühmlichst fort. Sein ältester Sohn und Amtsnachfolger sowie der jüngste seiner Söhne, beide Schüler der Slobodkaer Jeschiwa, haben als Rabbinen sich bereits einen ehrenvollen Ruf -erworben, alle sind sich der hohen Verpflichtung bewußt, die ihnen aus -dem Andenken solchen Vaters erwächst. Alles das mag seiner trauernden -Witwe; der gleichsinnigen klugen Tochter Dr; David Joels ^t'tr die einen reichen Anteil an der Ernte seines Lebens trägt, tröstend und erhebend den Verlust des einzigartigen Lebensgefährten verklären ... mmn Deutsches Reich« Kartei der Ausgewanderten in der Gemeinde München, München, 3. Nov. Der. Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München erläßt eine Bekanntmachung, die die Einrichtung einer Kartei der ausgewanderten Gemeindemitglieder ankündet; Die Kartei soll -dazu dienen, eine Verbindung der ausgewanderten Gemeindeangehörigen untereinander und mit der Heimatgemeinde auf dem Gebiet versagen, wo Bewährung das höchste Glück und die reinste Freude bedeutet. Die Namen „Er und Onan" klingen wie todernste Mahnungen an unser Ohr — wir kommen zur Selbstbesinnung, wir gewinnen unsere wahre Würde wieder — und ein anderer Klang, ein Ruf aus einer schöneren Welt weckt - uns und beglückt uns: „Deine Frau, wie ein blühender Weinstock im Innersten deines Hauses, deine Söhne, wie Oelbaumpflanzungen rings um deinen Tisch/" Deine Frau, auch deine Frau, bekennt sich zu unserm alten Ideal, sie wirkt und blüht im Innersten des Hauses, deine Söhne, auch deine Söhne, scharen sich in reicher Zahl um deinen Tisch! (Schluß folgt.) Miszellen zu den laufenden Wochenabschnitten. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 25. V. 19, „Awraham zeugte Jizchak." Der Nachsatz besagt, daß allein Jizchak der ebenbürtige Sohn Abrahams' war, Awraham gleichsam nur Jizchak zeugte. So heißt es auch in 21, 12 „denn in Jizchak wird dir Samen genannt werden." Unserem Satz analog fügt die Schrift in Vers 25, 12 den Worten „Dies sind die Nachkommen , Jischmaels, des Sohnes Awrahams", hinzu „den Hagar die Aegypterin, Saaras Magd, Awraham geboren," . Jischmaelf ist ein Nachkomme Hagars. .. Uebereins.timmend. mit der Fassung unseres Berichtes, heißt, es! in TJiwre-ha- Jamim I 1, 28f: „Die Söhne Äwraha-nß: Jizchak und Jischmael. Dies sind ihre Nachkommen: der Erstgeborene Jischmaels Newajot . . . Die Söhne Keturas, des . Kebsweibes Awrahams . . ..' (32} \0 A wr..ä h a m I zeugte Jizchak; die Söhne Jizchaks: Esaw und Jisrael" (34). * * Kap. 25. V. 23. „Weraw jaawod Zak'r". Aus dem Wortlaut des Verses ist nicht ersichtlich, ob der Aeltere dem Jüngeren, oder dieser dem Aelteren dienen werde. Finden wir ja Sätze mit analoger Konstruktion, in denen das dem Zeitwort folgende Hauptwort das Subjekt ist. So in Ijow 14, 19: „Steine reibt das Wasser ab." In anderen Versen wiederum bildet das dem Zeitwort vorangehende Hauptwort das Subjekt. So in Maleachi 1, . 6: „Der Sohn ehret den Vater, der Knecht seinen Herrn," Eine weitere Schwierigkeit bietet dem Verständnis das Wort,. 31V das an keiner anderen Stelle des Tenach der Aeltere bedeutet. Einige Erklärer - ziehen als Belegstelle Ijow 32, 9 an, indem sie dort B'a"» mit ->■. Bejahrte wiedergeben. Jedoch.kann auch indiesem Vers Mi viele heißen. Man darf daher das Wort , an unseres Satzes in der Bedeutung von viel, d. h. lange Zeit auffassen. (Vgl. Dewarim 1, 6: „Lange genug habt ihr geweilt,") Die Uebersetzung des Nachsatzes würde mithin lauten; „und lange wird der jüngere dienen." Die Verheißung, verwirklicht sich in.de.n Tagen.-.. Jpranjs, da. Edomi: von Jetiuda abfiel ,(^eJ.aclym II,, 8, 20-|22). - Ebenso;kamen zu Zejft?n~ tdes,Königs ,Aqjias Edoäniter und schlugen. Jehuda. - (piw^e-fhar Jamim II 28, 17; Melachim: II 16; '6„ 3r, " . ■ :l ■ sfeo." * . - '• v. '-> A Kap. 26. V. 'l. „Außer der''ersten Hühgersnpt, die-in den'Tagen Awrahams'war^ Diese "'Werfe sind scheinbar überflüssig. Wird: ja über' diese3 'Hungersnot fbereits in 12, 10 ausführlich berichtet'. Die Schrift willfuns aber damit lehren, daß seit den Tagen'"Awrahafms das Land von keiner Hungersnot heimgesucht W0rS^^.nmmimmä^m^'^mmmw^^ j besagen: Noch die späteren Generationen, selbst die zur Zeit der Niederschrift der Thora lebten, erzählten von der ersten Hungersnot und den Wundertaten, die im Zusammenhang mit ihr G'tt Awraham erwiesen hatte. (12, 17f.) ri»Kin ann bedeutet, daß dies die erste Hungersnot war, die die Welt erlebte. Kap.. 27.. .V. 27. „Siehe, der Duft meines > Sohnes ist wie der Duft des Feldes, das G'tt gesegnet." Esaw pflegte wohlriechende Blumen und ,Kräuter in seine kostbaren, Kleider zu legen,,. damit . diesen angenehmer Duft, ents.tföme. "... ,,. ■ ■ ■ ■ : - * - * *; - . •'- : -•■■■/r{ : Kap. 29. V. 5. „Er sprach zu ihnen: Kennt ihr Lawan, den Sohn Nachors?" Lawan bezeichnete sich ials Sohn Nachors und. nicht als -Sohn Betuels, Er- _.wies ja auch Lawan seinem Vater Betuel nicht die diesem gebührende Ehre, indem er. vor. ihm das Wort ergriff (24, 50). Lawan betrachtete es sogar als eine .Auszeichnung, ein Enkel Nachors zu sein. So ruft er auch den G'tt Nachors als' Richter an (31, 53). Ein Widerspruch - zwischen? unserem-'Vers und "Kap.-■;24j 5V.: 15 und " 29 liegt also nicht vor;! . i'S' ';^ >i ■; j In' diesem' Zusammenhang* 'möchte'' ich' auf 24,' lü 'hinweisend;Es: hpißt d;ört: "iina Hyf.^fo'i'hji o;S0R•^■>Vo9*f :^£elleicKt cis't' 'die^A^inahmeniicnt r^:gewar^ - aäß dife" ,$tadt,"in der Nach'or wohnte,' deh;;Nämeti.'^Ir Wä^cKbr" iführtre;- Dies ' warte" somit gih Beweis,' welch, "btah^s' «Ansehen Nächbr genoßt'' :;r : ~n:'y' :'" I :Kap. 3bi;-V.?21^:,v^;na ri^»';fW „Danach1;?geBär' fste eiiie ^tötMÜt'^^E3Üsp^i*'eÄ^;'4% fWörtlaut bW ' Vi"a 'ftViiro rVÄf -'"Am ' feinige' 'Erklärer, ' Uaß -Diiiä ncW;':Z*wilM}|ssc^-eläi< "voh Sewulun war. HeißPes' ja auch niehff W^hi^finv'" er: stef"