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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 7 (1895) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
7 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 104 (sequence 20)
Language
German
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104 Gefangenenkost zu genießen, wie es wohl auch der Gesundheit des Prinzen schaden könne, wenn er mit ungewohnten Gerichten seinen Hunger stillen müsse. Heimlich brachte der treue Diener dem Prinzen königliche Speisen und Getränke Doch als der König davon Kunde erhielt, zürnte er nicht, sondern er zeigte sich dem Diener wohlwollend, dankbar und erhob ihn zu königlichen Ehren und Würden. War er doch der Wohlthäter seines Sohnes, den der Vater ja immer liebt, auch wenn er ihn züchtigt! So, meine lieben Kinder, ist das Verhältnis zwischen Gott und zwischen den Armen und Neichen. Gott ist der König, der Vater aller Menschen; und wenn er in seiner Allweisheit, Allgcrechtigkeit über eines seiner Kinder Armut verhängt, so müssen wir dies — sowie alles, was uns begegnet — als ein göttliches Geschick betrachten. Wenn der Arme Mangel leidet an dem Nötigsten, wenn Hunger und Krankheit sein Leben gesährden, dann müssen diejenigen, die Gott mit Reichtum begnadigt hat, die Armen und Dürftigen unterstützen, und dies gefällt auch dem Könige, wenn dessen treuer Diener seinem Sohne die schwere Last tragen Hilst. Wenn wir den Armen stützen, erfüllen wir eine Pflicht der Nächstenliebe, ein Gebot unserer heiligen Religion und zeigen, daß wir würdige Nachkommen des Ahnen Abraham sind. „Wenn unter dir in dem Lande, in einer deiner Städte einer deiner Brüder dürftig sein wird, so verhärte nicht dein Herz, verschließe nicht deine Hand, sondern öffne ihm deine Hand und leihe ihm soviel sein Bedarf ist." 5. Buch Mose 16, 7, 8. Ja die Gabe, die wir den Armen reichen, kann nur ein Darlehen sein; wissen wir ja nicht, ob wir nicht auch der Hilfe des Nächsten bedürfen. Wer heute arm ist, kann morgen reich, und wer heute reich ist, kann morgen bettelarm sein. Hartherzigkeit gegen Arme erregt den Zorn Gottes, aber Wohlthnn wird von Gott reich belohnt. „Denn darum wird der Herr dich segnen in all deinem Thun. 5. Buch Mose 16, 10.

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