Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 5 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Der Fleiß: Das wollen doch wir gleich zur Probe erfragen. Frau Mutter, die Lehre, sie mag es uns sagen. Inst hör' ich sie kommen, schon tritt sie herein, Da ist sie, nur schade, sie ist nicht allein. Die Lehre: ( Ich grüße Euch Kinder, seid herzlich willkommen. Der Fleiß: Wir danken und hätten gar gerne vernommen, Frön Mutter, von Dir jetzt höchsteigen Bericht, Wen selbst Du bezeichnest als vornehmste Pflicht. Die Lehre: Ich merke, Ihr habt wohl schon wieder gestritten. Da müßte ich taub sein für dergleichen Bitten, Doch will ich hier geben die Antwort gar sein. Ich hoffe, Ihr werdet befriedigt drob sein. Die Beste, der Beste zu sein von Euch allen, Das dürfte am Ende wohl keinem gefallen. Nur einer ein Liebling — sagt, wäre das recht? Ihr seid ja doch alle von höh'rem Geschlecht. Ihr Alle, sofern Ihr des Zieles nur achtet, Daß ernst nach dem Willen des Vaters Ihr trachtet llnd lehret und übet und thnet nach mir, So seid Ihr Euch selber, den Menschen zur Zier. Und werdet Ihr üben nach heiligem Willen Das Gute, das Heil'ge, ob laut, ob im Stillen, Dann wird Euch erblühen zu jeglicher Stund' Die Blume der Freude auf lieblichem Grund. O, wirket und schaffet in Eintracht verbunden, Daß Handel und Wandel das Bündnis bekunden, Das einig Euch zeiget so immer wie heut, Dann darf bei Euch weilen, dies Kind hier, die Freud'. Die Freude: Ich bin der Pflichten Ziel, denn Gott hat selbst verkündet, Daß Heil dem werd' zu teil, der sich der Pflicht verbündet. Und lebte Israel getreu des Herrn Gebot, So würde Freude ihm in Sorgen, Gram und Not. In Ahasverus Land, da hat sich's auch erwiesen,