Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 5 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Me LnksHeiöuny. (Ein purimfpicl für die Jugend. Bon I. Mansbachcr-Berlin. P e r s o n e n: Die Lehre (von einem erwachsenen Mädchen dargestcltt). Knaben. Die Gottesliebe Die Humanität Der Fleiß Die Pietät ' Mädchen. Die Freude DieBescheideuheit (Die Darsteller müssen kennzeichnende Merkmale tragen; z. B. der Fleiß trägt einige Handwerkszeuge u. s. w.) Die Bescheidenheit: Gegrüßt seid Schwestern mir, ihr Pflichten, Der Engel und der Menschen Zier. Zu Helsen einen Streit zn schlichten Rief heute ich etich her zu mir. Nicht lange will ich cs verschweigen, Was mir das Herz belastet schwer. Die Wahrheit darf getrost sich zeigen Sie uns're Waffe, uns're Wehr. Ein Buch ward mir geheim gespendet, Doch war's zn schaffen mir nur Schmerz. Geheim ward mir's ins Hans gesendet, Doch traf's zu gut das offne Herz. Bescheiderlheit, so mußt' ich lesen, 'Ne Tugend sei sie, jämmerlich; Ein Tropf nur Hab' bescheidnes Wesen. „Bescheidne Tröpfe dauern mich!" Erhaben nur sei thät'ge Liebe, Die streb' allein mit Herz und Sinn, Mit ihrem reinen, edlen Triebe Zn ihrem ew'gcn Vater hin. — Und solchen Frevel wagt zu sagen Man ungescheut mir ins Gesicht? - Da sollte ich nicht drob verzagen, Wenn man von mir so herzlos spricht? Ich bin die Königin der Pflichten. Die Bibel selbst erkennt es an. | Nach ihrgiebts Schönres zn berichten?— I War Moses ein bescheidner Mann. Die Menschenliebe: Gemach, Frau Nichte, Deine Jugend Vergaßest du wohl lange schon. Soviel ich weiß, nannt einst man Tngend Dich, freilich aller Tngend Krön'. Doch zählest du dich zu uns Pflichten, So ist das weder recht noch klug. Bist, Nichte, eine Pflicht mit nichten. Ist dir die Tngend nicht genug? — Dein Ruhm, mir wnrd' er g'rad' genügen, Ließ man mich Ärmste mir in Ruh. Laß Dich durch meinen Ruhm nicht trügen:! Viel schlimmer bin ich dran als Du. Sowohl die Schlechtsten, wie die Besten, Mich holen sie für Rat und That, Und in den Hütten, den Palästen Komm, ach zn oft, ich viel zn spat- Du siehst, die erste aller Pflichten Zn spielen ist kein leichtes Ding.' Weil sich ans mich die Angen richten, Darf keiner sein mir zn gering. Die Gotteslicbc: Nur prunke nicht, Du seist die Erste;! Dies Anrecht Hab' nur. ich allein. Auch ist mein Hchun fürwahr das schwerste,