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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 5 (1895) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
5 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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66 Er beginnt also mit etwas wahrem, damit der König ihm weiter glaube: „Es ist ein Volk, zerstreut unter den Völkern"; dazu fügt er dann gleich etwas, was nicht mehr ganz wahr, aber auch nicht ganz unwahr ist: „Ihre Gesetze sind verschieden von denen aller anderen Völker"; denn diese Verschiedenheit bezog sich doch nur auf ihre religiösen Gesetze; in allen anderen Dingen lebten sie wie die Vichtjuden nach den Sitten des Landes und den Gesetzen des Königs. Au allerletzt aber sagt er dann etwas, was ganz gelogen ist: „Und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht." Da habt ihr also den Erzverleumder: erst sagt er etwas wahres, dann etwas Halbwahres und zuletzt etwas ganz Unwahres! Aber die Verleumdung bekam ihm schlecht, wie ihr wißt: er kam an denselben Galgen, den er für Ulordochai errichtet hatte. Uns Juden verbietet unsere Religion, andere zu verleumden, wie ich euch ein andermal zeigen werde, Für heute will ich euch nur die dringende Mahnung zurufen: hütet euch, daß ihr niemals andere verleumdet, und denket stets an haman, der sich und feine Familie ins Unglück gebracht hat, weil er verleumdete. „Wanöwerlr hat einen goldenen Noöen." Eine Erzählung für die Jugend von I. Herzberg-Bromberg. III. (Nachdruck verboten!) Lassen wir die beiden jungen Leute ziehen und begeben wir uns für kurze Zeit in das Rehfeld'sche Haus, iu das ich meine jungen Leser und Leserinnen für einige Angenblicke schon geführt hatte, und dessen Bewohner ihm uicht mehr unbekannt sind. Wir werden aber erstaunen über die Veränderungen, die wir hier wahrnehmen' Die verflossenen drei Jahre waren.nicht spurlos an dem Vater Josephs vorübergegangen; sein Haupthaar war ergraut, und auf seiner Stirn lagerten tiefe Sorgenfurchen. Und in der That erfüllten ihn schwere Sorgen. Das Geschäft, das sonst so lebhaft gewesen war und so reichen Gewinn abgeworfen hatte, war zusehends im Niedergange begriffen. Dazu bereitete ihm sein Sohn Simon, den er vor seinem mngsten Sohne Joseph so sehr bevorzugte, vielen Kummer. Simon hatte allerdings "-nxienten-Examen bestanden, und Samuel Rehsel'o, der ans alle Fälle seinen - Gelehrtenstand ausbilden lassen wollte, hatte ihn nach der Universitäts- "mmit er studiere. Sein Sohn sollte ein „Doktor" werden, wobei ar, von welcher Fakultät. Er hatte daher diesem die freie Wahl -es ersten Jahres war alles scheinbar befriedigend verlausen.

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