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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 2 (1895) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
2 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 1 durch seine ausdrücklich kundgegebene weinung vereitelt! Des Kaisers Herz schließt 'in gleicher Liebe alle seine Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens ein! Kaiser Wilhelm II. spricht und handelt wie ein echter Sproß der hohenzollern, die den schönen Spruch in ihrem Wappen: „Zedem das Seine" stets zur Geltung gebracht und die Bestrebungen um die Wohlfahrt des Staates immer durch herzliche Anerkennung belohnt haben. So verfuhr zuerst des Kaisers Ahn, der große Kurfürst Friedrich Wilhelm, der eigentliche Begründer des preußischen Staates. Aut dem scharfen Blick, der ihn: zu den herrlichen Grfolgen seiner Regierung verhalf, erkannte er in einer unduldsamen Zeit, in der selbst der römische Kaiser deutscher Nation den Zuden, den unglücklichen „Kammerknechten des heiligen römischen Reiches", den Aufenthalt in seinem Grbland vcrbot, den wertvollen Zuwachs, den sein durch den dreißigjährigen Krieg arg heimgesuchtes Land durch die Anjiedlung von Juden erhalten würde und förderte in landesväterlicher weise ihre Niederlassung. Den engherzigen Klagen der Zünfte, die sich in ihrem Grwerb bedroht wähnten, den Anschuldigungen übelwollender oder unduldsamer Gegner trat der große Kurfürst energisch entgegen, und seine Schützlinge belohnten seine edle Fürsorge durch einen außerordentlichen Fleiß und große Regsamkeit, die bald dem Handel des Landes zu einer vorher nie geahnten Blüte verhalf. Die mannigfachen Hemmnisse, die noch der Juden Leben und wirken beengten, die Vorurteile, gegen die auch die gebildeten Zuden allerorten zu kämpfen hatten, schwanden erst, nachdem ein Zahrhundert seit der Ansiedelung verstrichen war, in dem Zeitalter der Aufklärung, das mit dem Regierungsantritt Friedrich des Großen beginnt. Die Abneigung des Königs gegen feine jüdischen Unterthanen, die der Franzose Voltaire, der große Geist mit der niedrigen Denkungsart, Friedrich eingeimpft hatte, machte nach dem siebenjährigen Kriege, in welchem die Juden im Gegensätze zu den ängstlichen christlichen Kaufleuten mit warmer Bereitwilligkeit alle Forderungen des Königs für sein Heer befriedigt hatten, einer wohlwollenden Gesinnung Platz; Friedrich der Große verlieh hervorragenden Juden die Rechte christlicher Kaufleute und erkannte noch um das Ende seiner Regierung in herzlicher Form die Verdienste woses Mendelssohns um das Vaterland an, indem er die Witwe und die Kinder des großen Weltweisen mit denselben Privilegien beschenkte. S 's

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