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Blätter der Jüdischen Buchvereinigung · 1936-09-01 · 2 (9.1936) · p. [Seite 8]

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Journal
Blätter der Jüdischen Buchvereinigung
Volume
3 (1936)
Issue
2 (9.1936)
Date
1936-09-01
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German
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Die Liebliche Milchigweiße Ferne! Myrtengrüne Zeitl Nacht! Da Sommersterne Goldnen Schnee geschneit. Auf der Gitterlaube Feinstem Filigran Rosagrauer Taube Zartes Porzellan. Alles ist mir eigen, Alles zwitschert: Du! Mürrisch grobes Schweigen Deckt mein Lächeln zu; Eines Lachens Fittich Flügelt, wo ich ging, Und ein Nymphensittich Spielt im Silberring. Honigblüte schaukelt Hauch und Harmonie, Küsse, leicht entgaukelt, Bunt wie Kolibri, Listige Tarantel, Die am Grunde hängt, Bläulich seidnem Mantel Roten Herzschmuck fängt. Sieben Freuden fallen Klingend mir ins Ziel, Kugeln von Korallen, Beinern Federspiel; Meiner braunen Blicke Südweinglitzern springt .. . Weiß im Kelch die Wicke, Wen ihr Duft umschlingt? Die Verlassene Du irrst dich. Glaubst du, daß du fern bist Und daß ich dürste und dich nicht mehr finden kann? Ich fasse dich mit meinen Augen an, Mit diesen Augen, deren jedes finster und ein Stern ist. Ich zieh' dich unter dieses Lid Und schließ' es zu, und du bist ganz darinnen. Wie willst du gehn aus meinem Sinnen, Dem Jägergarn, dem nie ein Wild entflieht? Du läßt mich nicht aus deiner Hand mehr fallen Wie einen welken Strauß, Der auf die Straße niederweht, vorm Haus Zertreten und bestäubt von allen. Ich hab' dich liebgehabt. So lieb. Ich habe so geweint .. . mit heißen Bitten . . . Und liebe dich noch mehr, weil ich um dich gelitten, Als deine Feder keinen Brief, mir keinen Brief mehr schrieb. Ich nannte Freund und Herr und Leuchtturmwächter, Auf schmalem Inselstrich Den Gärtner meines Früchtegartens dich, Und waren tausend weiser, keiner war gerechter. Ich spürte kaum, daß mir der Hafen brach, Der meine Jugend hielt — und kleine Sonnen, Daß sie vertropft, in Sand verronnen. Ich stand und sah dir nach. Dein Durchgang blieb in meinen Tagen, Wie Wohlgeruch in einem Kleide hängt, Den es nicht kennt, nicht rechnet, nur empfängt, Um immer ihn zu tragen.

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