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Blätter der Jüdischen Buchvereinigung · 1936-09-01 · 2 (9.1936) · p. [Seite 3]

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Journal
Blätter der Jüdischen Buchvereinigung
Volume
3 (1936)
Issue
2 (9.1936)
Date
1936-09-01
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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JACOB PICARD Schwere der Zeit Herbst erzittert plötzlich in uns auf. Grau schlingt um uns das Meer den düstern Gram, Es trägt vielleicht ein Schiff, ich weiß es nicht, Es rührt vielleicht an ein bewohntes Land, Und niemand ruft von dort nach uns hinaus. Die Dünen brüten totenstarr gebleicht.... Einmal erlebten wir den großen Tag, Versklavte Jahre wurden jäh bezwungen, Wir ritten herrisch durch die fremden Städte Mit den Genossen unsrer Heimatzeit, Und hinter Bergen murrten die Geschütze. Aber Schrecken erbrach der trostlose Himmel, Unendlich verrauschte der Jünglinge Blut, Die Länder schrien mit Trümmern auf. Und wir, Flugsand der Welt, wir leichten Menschen, Wie lang noch, und wir versinken, Schauernd bestrahlt Von des Abends rötlicher Würde, Wie lange noch und wir erheben Uns heilig aus dem Zerfall.. . Heimfahrt Da wir müd vom Fischen heimwärts kehren, Feuchte Netze hängen über Bord, Hören wir verhüllt nur da und dort Andre, die die Winterboote teeren. Denn im Nebel loschen allzufrüh Häuser, Kirche und bebuschte Ufer. Keiner überhört den dunklen Rufer, Der in jedem von uns mahnt: verglüh. Ernte Des Nachmittags Hitze weht um unser Haupt. Wir gehn mit Sensen in dem Ährenfeld, Vom Wandern auf der Straße weißbestaubt, Von goldener Gelbe weitum überhellt. Wir mähen gut, wir mähen stumm das Brot, Die Halme häufen sich, von Büscheln schwer, Und, ganz betäubt vom Reichtum um uns her, Verstehn wir nicht, was schicksalhaft uns droht.. . Gespanntheit sammelt sich in Busch und Mulden, Der Himmel, unerbittlich wie von Stahl, Will atemlosen Frieden nicht mehr dulden; Und da wir müde stehen bei den Schochen, Wird eine Wolke plötzlich aufgebrochen Und Hagel schlägt das Tal.

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