Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 4/5 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 85 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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S t e r ii, S e 1 m a: Der Preußische Staat und die Juden. 1. Teil: Die Zeit des Großen Kurfürsten und Friedrich I. 1. Abteilung: Darstellung. 2. Abteilung: Akten. 159 S. und 546 S. Berlin 1925. C. A. Schwetschke & Sohn. * Neuaufnahmen im September 1926. Auerbach, Bertrand: L'Autriche et la Hongrie pendant la guerre depuis le debut des hostilites jusqu'ä la chute de la monarchie. 627 S. Paris 1925. Felix Alcan. Beer, Georg, Proiessor : Kurze Uebersicht über den Inhalt der Alttestamentlichen Schriften. 176 S. Tübingen 1926. J. C. B. Mohr. Der Judenspiegel. Der Jude nach dem Talmud. Illustr. v. akademischen Maler Karl Relink. 35 S. Leipzig 1926. Hammer-Verlag. Die Weltfront. E ine Sammlung von Aufsätzen antis. Führer aller Völker. Herausgegeben v. Abgeordneten Hans Krebs und Otto Prager. 99 S. Außig 1926. Welttront-Veiiag. Eisgruber, Hei nz: Völkische und deutschnationale Führer. 68 S. Leipzig 1925. Ernst Oldenburg. Elfenbein, Alexander: Zur Entwicklung des Bolschewismus. 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Ein Weihespiel in 3 Aufzügen und 6 Bildern mit einer Einleitung. 68 S. Leipzig 1926. Hammer-Verlag. Presse, Bücher, Broschüren. Zwei Buchbesprechungen. 1. U. R. Deutsch, Briefe an einen antisemitischen Freund. 2. Antisemitica, Heiteres und Ernstes, Wahres und Erdachtes von Dr. Mehemed Emin Effendi. Gustav Engel, Leipzig, 1926. 126 bezw. 144 S. Preis je Mk. 2,—. In den beiden Pseudonymen Schriften liefert der Verlag zwei ungleiche Beiträge zur Bekämpfung des Judenhasses. Einmal die — natürlich fingierten — Briefe eines betont nationalen und religiösen Mannes, der sich durch eigenes Nachdenken von den herkömmlichen Vorurteilen gegen die Juden freigemacht hat und nun einen in der Enge des heimatlichen Stammtisches zurückgebliebenen Freund zu sich auf die gewonnene Höhe heraufziehen möchte; er bedient sich dazu einer in großen Zügen gezeichneten Darstellung der Geschichte der Juden an Hand der biblischen Ueberlieferung, zeigt darin die tüchtigen Eigenschaften der Juden, ohne ihre Schwächen und Fehler zu leugnen, die aber zum großen Teil als Folgen des ihnen angetanen Unrechts erklärt werden, zeigt die Hinfälligkeit der Befürchtung vor einer jüdischen Weltherrschaft und fordert, daß Deutschland jüdische Werte nützen soll zum Wiederaufstieg und zur Wiedererlangung staatlicher und wirtschaftlicher Geltung in der Welt. Die Briefe bringen gerade keine neuen Beweisgründe, ihr redliches Bemühen, die bekannten Gründe in faßlicher Form zusammenzutragen, wird aber bei Leuten, die sich überhaupt belehren lassen wollen, die Wirkung nicht verfehlen, zumal der sittliche Ernst, das echt vaterländische Streben und die aufrichtige Gläubigkeit des Briefschreibers bei ernsten Menschen systematisch berühren müssen. Zu dem, was er über nahe Verwirklichung von Zions Hoffnungen schreibt, müssen wir ein starkes Fragezeichen machen. Ganz anders wirkt die zweite Schrift. Mit den feingeschliffenen Waffen des Witzes und Spottes, schillernd und abwechslungsvoll werden die Dummheiten und Bösartigkeiten der „modernsten''' politischen Reaktion und Judenhetze bekämpft. Aber da gerade in den bürgerlichen Kreisen das Verständnis für Ironie und für literarische Feinheiten leider sehr gering entwickelt ist, wird die Schrift in diesen Kreisen nicht allzu viele Freunde gewinnen, im Gegenteil wird sich manch einer über jüdische Respektlosigkeit und Spottsucht billig entrüsten. Nach unserer Auffassung ofhie Recht; denn was über antisemitische „Wissenschaft", über Verkehrtheiten und Niederträchtigkeiten der Judenhasser gesagt wird, ist wahr, geistvoll und im Vergleich zu völkischer Rohheit und Plumpheit sogar sehr maßvoll. Eines ist vielleicht zu tadeln: daß der Verfasser sehr vergängliche Erscheinungen der letzten paar Jahre etwas allzu wichtig nimmt. In dem „offenen Schreiben" an den verflossenen bayerischen Generalstaatskommissar Dr. von Kahr prasseln die Hiebe auf das unehrliche Verhalten dieses „Staatsmannes", der durch eine kleine Judenverfolgung sich in der Macht zu halten suchte, von dem aber doch 85