Central-Vereins-Dienst
- Journal
- Central-Vereins-Dienst
- Volume
- 3 (1926)
- Issue
- 2 (7.7.1926)
- Date
- 1926-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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MITTEILUNGEN AUS DER HAUPTGESCHÄFTE EILE DES CENTPÄLVEREIN! DEUTKHEB STAATSBÜRGER JÜDISCHEN GLAUBENS E.V. IT :« Berlin SW 68, Lindenstr. 13 / Fernruf: Dönhoff 3594/95 / Drahtanschrift: Centraiglauben Berlin Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten. Nr. 2 abgeschlossen am 7. Juli 1926 Jahrgang III Inhaltsverzeichnis. Borkum S. 21. — Wichtige Mittellungen an die Mitarbeiter: Achtet auf Neugründungen unter falscher Maske S. 22. — Judenfeindliche Verhetzung der Justizbeamten S. 22. — Bauernhochschulen S. 22. — Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur S. 22. — Roßbach S. 22. — Reichsknappschaftsverein S 22. — Velhagen & Klasing S. 23. — England.deutscheFlotte und derWeltkrieg S.23.— Aus der Arbelt des C.-V.: Maßregelung eines Gymnasiasten S. 23. — Aufklärung der Arbeiterschaft S. 23. — Deutscher Jägerbund S. 23. — C.-.V-Zeitung im Friseurgeschäft S. 23. — Judenfeindliche Zoologie S. 24. — Deutschnationaler Krankenversicherungsverein S. 24. — Verband GroQ-Berliner Ortsgruppen, C.-V.-Merkbüchlein S. 24. — Gärtnerische Rundschau S. 24. — Frankfurter Bürgerausschuß S. 25. — Rechtsschutz: Keine Einzelaktionen! S. 25. — Juden haben keinen Zutritt S. 25. — Beleidigung einer Abzahlungslirma S. 25. — Keine Abzeichen im Dienst S 25. — Der Schulchan Aruch und die Münchener Wohnungsnot S. 25. — Rechtshilfe und Gutachten S. 26, — Politische Mitteilungen: Die Werwolftagung in Weimar S. 27. — Der jüdische Straßenbahnaufseher in Köln S. 28. — Verein für das Deutschtum im Auslande S. 28. — Das Ipsheimer Festspiel S. 28. — Norddeutscher Lloyd S. 28. — Reichsjugendtag der Bismarck-Jugend in Stettin S. 28. — Deutscher Bund für Volksaufartung und Erbkunde S. 29. — „Juden wollen wir auf der Bühne nicht sehen" S. 29. — Von der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener S. 29 — Der Saar-Deutsche S. 29. — Der Anti-Stürmer S. 29. — Jungdeutscher Orden und Katholiken S. 29. — Wirtschaftspolitische Mittellungen : Boykottaufforderung durch Geistliche S. 30. — Germanenbank S. 30. — Jüdische Hotels S. 30 — Erfolge unserer literarischen Aufklärungsarbeit: Wie stellen sich die Juden zur Person Jesu Christi? S. 30. — Urteile über die C.-V.-Zeitung S. 30. — Auslandsdeutsche Stimmen über unsere Werbeschriften S. 31. — Innerjüdisches: Der Zionismus als .verkappte Religion" S. 31. — Aus dem Tätigkeitsbericht des britischen Oberkommissars in Palästina, Sir Herbert Samuel S. 31. — Der britische Mandatsstaat Palästina im Rahmen der Weltwirtschaft S. 32. — Vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten S. 33. — Eine grobe Geschmacklosigkeit S. 33. — Der Heine-Bund S. 33- — Die „League of British Jews" gegen den Zionismus S. 33. — Erwiderungsschreiben auf eine Austrittserklärung S. 34. — Organisation: Monatliche Berichterstattung S. 34. — Werbewoche des C. V. S. 35. — Stimmungsbericht aus Rastatt S. 35. — Inkasso S. 36. — Frauenschulungskursus in Groß- Berlin S. 36. — Vortrajjsliste: S. 36. — Bibliothek: S. 37. — Presse, Bücher, Broschüren: Das jüdische Element in der deutschen Literaturgeschichte S. 38. — Berliner Allerlei S. 89. — Ludendorff und wir S. 39. — Für das Alte Testament S. 39. — Karl Erdmann: Schamlose Politiker S. 40. — Hertz: Rasse und Kultur S. 40. — Drei Buchbesprechungen S. 40.— Borkum. Die Artikel in der „C. V. - Z e i t u n g " über den Prozeß gegen Dr. V ö 1 k 1 e i n , Rechtsanwalt Dr. C h a r i g und den Kaufmann P e 1 s auf Borkum und in Emden haben den äußeren Verlauf bereits eingehend dargestellt. („C. V.-Zeitung" Nr. 20, 21,22.) Im Verlage des „Borkumer Beobachters" ist dazu noch eine Broschüre erschienen, betitelt, „Borkum", Veröffentlichungen zum Münchmeyer- Prozeß, die den Hergang und den Verlauf des Prozesses, insbesondere das Plaidoyer des Herrn Rechtsanwalts Dr. Bruno Weil und das Urteil nebst mündlicher Begründung festhält. (Diese Broschüre kann auch durch den Philoverlag zum Preise von 1,— Mk. bezogen werden). Daß in dem vertraulichen „Centrai- Vereins-Dienst" noch einmal auf die Angelegenheit zurückgegriffen wird, ist darauf zurückzuführen, daß über die Anteilnahme des Centrai-Vereins an diesem Prozeß und über die Beweggründe, die den Centrai- Verein zu intensivster Beschäftigung mit dem Prozeß veranlaßten, in dem weiteren Kreis unserer Freunde nähere Aufklärung erwünscht sein mag. Die Broschüre des lutherischen Hauptangeklagten Dr. phil. Albrecht V ö 1 k 1 e i n enthielt Beleidigungen sowohl des Pfarrers Münchmeyer wie des Evangelischen Landeskirchenamts in Hannover. Diese Tatsache war von prinzipieller Bedeutung für die Taktik der Prozeßführung. Denn während einer Persönlichkeit wie Münchmeyer gegenüber den jüdischen Angeklagten die Wahrnehmung berechtigter Interessen (§ 193 ST. G. B.) in vollen Umfange zugebilligt werden mußte, besaßen sie gegenüber einer Kirchenbehörde in diesem Falle keinerlei Legitimationen. Tatsächlich war es ja auch so, — was in der Verhandlung immer wieder betont wurde, — daß den jüdischen Angeklagten, insbesondere Dr. Charig, die wenigen Zeilen, in denen die Beleidigung des Landeskirchenamts enthalten war, entweder bei der Lektüre der Broschüre vollkommen entgangen waren, oder daß sie in der überwiegenden Absicht, dem in dieser Gegend gefährlichsten Gegner des deutschen Judentums gegenüber ein wirkungsvolles Kampfmittel zu besitzen, auf diesen Passus keine Aufmerksamkeit gerichtet hatten. Es ist daher von den Angeklagten sowohl wie von deren Verteidigung wiederholt erklärt worden, daß ihnen jede Beleidigung des Landeskirchenamtes ferngelegen habe und daß sie dem Landeskirchenamt gegenüber zu jeder Entschuldigung gern bereit seien. Aus diesem Grunde wurde auch ein Vergleich mit dem Landeskirchenamt angestrebt und fand bei diesem auch Gegenliebe: dem Landeskirchenamt lag, wie es auch noch, nachdem der Vergleich gescheitert war, im Plaidoyer des Vertreters des Landeskirchenamts zum Ausdruck kam, nichts an einer Bestrafung der jüdischen Angeklagten. Diese Erklärung und /