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Blätter · 1921-07-14 · 20 (14.7.1921) · p. [Seite 3]

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
20 (14.7.1921)
Date
1921-07-14
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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.BLät 1 e r." s*tt 20. Sette 3. 14. J»li 1921._ 2. Abgesehen von bet obigen einmaligen Umlage (III) haben sämtliche Landesorganisationen regelmäßig pro KA>pf ihrer Cinzelmitglieder die folgenden M i n d e st j a h r e s b e i t r ä g e an die Zentralkasse zu leisten: Deutschland 30 Mk., Oesterreich 200 Kr., Tschecho-Slovakei 30 Ke., Schweiz 4 Frs., Frankreich und Belgien 8 Frs., 5>olland 2 Fl., Skandinavien 4 Kr., Polen 10 Mk., Rußland 20 Lei, England 5 Sh. Tic Zahlungspflichl beginnt am I.Juli 1021. Eigene Bedürfnisse der Landesorganisationen und Gruppen sind durch Zuschläge zu diesen Minimalbeiträgen zu decken. Tie Minimalbeiträge selber sind unverkürzt abzuführen. Tie Zuschläge der Landesorganisationen bedürfen der Genehinigung des Zentralrates, diejenigen der Ortsgruppen der Genehmigung der . Landesorganisation. . Was über die festgesetzten Zuschläge hinaus eingeht, gehört der Zentralkasse der . ) Gesamtorganisation. Tas Londoner Exekutiv-Büro wird alle Vorbereitungen zu treffen haben, damit vom 1. Juli die Finanzwirtschaft sämtlicher Landesorganisationen nach diesen Grundsätzen geregelt unb die Abführung der Mindestbeiträge an die Zentralkasse gesichert ist. V. Für die sachlichen Ausgaben der Aguda sollen die Mittel durch regelmäßige Opfertage und -Wochen, die gleichzeitig in allen Ländern stattfinden, aufgebracht werden. Es finden Sammlungen statt: a) in den Ellul- und Tischritagen für die Erez Jisroel-Fonds, b) Chanuka für den Thorafond und für die geistige Propaganda (Presse etc.), e) von Purim bis Pest ach für den Wirtschaftsfond. Tie Vorbereitungen zu diesen Sammlung?» in den östlichen Ländern einschließlich Deutschlands obliegt dem Wiener Zentralbüro Ost, für die westlichen Länder dem Exekutiv-Komitee in London. Alle Rabbinen und Rabeim, die der A. I. angehören oder ihr nahestehen, werden aufgefordert, im Bereiche der Möglichkeit ihren ganzen Einfluß zugunsten dieser großen Opfertage der A. I. einzusetzen. C. Erez Jisroel. I. Jede Landesorganisation hat eine eigene Palästina-Zentrale zu unterhalten, welche die von ihr gesammelten Gelder selbst verwaltet und sich in Erez Jisroel im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel betätigen kann. Si-e bedarf jedoch hierzu stets der Zustimmung des G. A. Tas Ressort für politische Angelegenheiten führt London, das für Uebersiedlungsangelegenheiten Palästina-Zentrale Wien, das für Wirtschaft^ und C h i n u ch - A n g e l e g e n - beiten die Palästina-Zentrale Frankfurt. Tie möglichst bald zu schaffende Vertretung in Erez Jisroel untersteht dem G. A. Jedoch können die einzelnen Palästina- Zentralen mit der Vertretung in Erez Jisroel direkt verkehren. Es ist ferner bei einer der Palästina-Zentralen ein Palästina-Amt zu schaffen, das als Zentralauskunftsstelle dient und welchem ebenso wie dem G. A. des Zentralrates regelmäßig alle 3 Monate Berichte von allen Kommissionen einzusenden sind. Sämtliche Palästinazentralen haben 10 Proz. ihrer Brutto-Einnahmen an den gemeinsamen Keren Erez Jisroel zur freien Verfügung des Zentralrotes abzuführen, wobei ins Auge gefaßt wird, aus diesen Mitteln in erster Linie die Kosten für die Vertretung in Erez Jisroel zu bestreiten. II. Ter Zentralrat erachtet es in einem Augenblick von geschichtlicher Bedeutung für seine Pflicht, in politischer Hinsicht zur Palästinafrage folgendes zu erklären: An „Artikel 4 des Entwurfes zum Palästinamanoat, durch den eine einzelne Partei innerhalb der Jndenheit, die zionistische Organisation, als Jewish Agency anerkannt wird, widerspricht den Grundsätzen allseitiger Gerechtigkeit und ist insbesondere nicht geeignet, das von der Mansatarmacht angestrebte Ziel der Heranziehung aller am Aufbau Erez Jisroels interessierten Kreise zu fördern. Ter Zentralrat hält daher im allseitigen Interesse die Umbildung der im Entwürfe vorgegesehenen Jewish Ageneh für erforderlich, derart, daß der durch die „Agudas Jisroel" repräsentierten Orthodoxie die Möglichkeit gegeben wird, iherr geschichtlichen Aufgabe gemäß, an dem Ausbau der jüdisch-nationalen Heimstätte in Erez Jisroel im Geiste der religiösen Ueberlioferimg und des jüdischen Religionsgesetzes mitznwirken. III. Zu der vom Amsterdamer Oberrabbinat ins Werk gesetzten Vermittlungsaktion erklärt der . Zentralrat, daß nach Lage der Tinge ein praktisches Ergebnis erst nach Umbildung der Jewish Ageneh erwartet werden kann. IV. In Jerusalem ist so rasch wie möglich ein Palästina-Amt der A. I. zu errichten zur Schaffung der A. J.-Landesorganisation, zur Vertretung der A. I. vor den Regierungsbehörden und in der Presse und zur Gewährung voll Rat und Information aller Art an die Aguda-Organe und an die Mitglieder. V. Eine Konzentration sämtlicher Palüstinafonos der A. I. an einer Stelle, so wünschenswert sie wäre, erachtet der Zentralrat vorläufig nicht für durchführbar. Toch sollen einstweilen von jedem Lande 10 Proz. seiner Palästinafouds an eine Zentral-Palästinakasse der A. I. abgesührt werden. Aus dieser Kasse sind zunächst die Kosten des Palästina-Amtes der A. I. zu bestreiten. Tas Palästina-Amt in Jerusalem untersteht dem G. A. des Zentralrates, doch können sämtliche Palästina-Zentralen mit ihm verkehren (I). VI. Hinsichtlich des wirtschaftlichen Aufbaues wuroe beschlossen: 1. Tas Schwergewicht ist auf oie Heranziehung des Privatkapitals mit eigenen! Interesse zu legen. Tie Palüstinazentralen aller Länder müssen von einem bei ihnen zu errichtenden Informationsbüro aus rn den Stand gesetzt werden, die Prioat-Kapitalisten mit allen erforderlichen Unterlagen für ihre wirtschaftliche Betätigung in Palästina zu versehen. 2. Ter brennende Wunsch der jüdischen Massen, nach Palästina überzusiedeln, erfordert die Schaffung von wirtschaftlichen Jnstrnmentten für die Anjiedlung unbemittelter Elemente in Palästina. Hierfür sind ins Auge gefaßt: a) ein von der Warschauer Aguda vorgelegtes Projekt betreffend Ausgabe von Lotterielosen, b) gemäß einem Antrag Wreschner eine Aktiengesellschaft, e) die Verwirklichung des alten Projektes der Handels- und Siedlungsbauk wird der Amerika Delegation anvertraut, d) in Amerika soll die Gründung geschlossener chassidischer Siedlungen in Erez Jisroel propagiert werden. * D. Amerika-Delegation. Gemäß dein Beschluß des Zentralrates ist eine Telegation, bestehend aus den Herren Dr. Meier Hildesheimer, Tr. Nathan Birnbaum-Berlin, Ober- Rabbiner Spitzer-Kirchdrauf, R. Joses Löw-Warschau, R. Meier Ton-Ploki nach Amerika gefahren. E. Jeschiwaus. Zu dein Beschluß der Preßburger Tagung bezüglich der Subventionierung von Jeschiwaus haben die vereinigten Rabbinen und Rabeim festgestellt, daß dieser Beschluß in keiner Weise eine Stellungnahme zu den rabbinischen Lehranstalten der westlichen Länder bedeutet, wie es überhaupt Grundsatz der A. I. ist, die Verantwortung für die Institutionen der einzelnen Länder den Landesorganisationen und ihren rabbinischen Autoritäten anheimzugeben. Ter Preßburger Beschluß zielt vielmehr lediglich darauf ab, die verhältnismäßig geringen Mittel der Gesamtaguda den talmudischen Hochschulen des Ostens zu sichern, die sich ganz dem Studium der Thora hingeben. 1. Mem-Minischer Bezirkstag in Frankfurt a. 3R. am 29. Mai. Tagungen sind in der Regel Heerschaue, auf denen sich das Kraftmeiertnm breit macht, künstlich Begeisterung erzeugt, praktische Arbeit aber nicht geleistet wird. Eine gründliche Abkehr von dieser Art von Zusammenkünften stellt der stattgefnndene Rhein- Mainische Bezirkstag dar. Keine überschwenglichen Worte wurden da gehört. Sachliche Arbeit wurde geleistet. Tie Tagung von Anfang bis zum Ende war durchdrungen von dem Willen, Wege zur Einzelerziehung der jungen Menschen zu weisen. Auf diesem Tone war auch die Ansprache des Vorsitzenden der Frankfurter Jugendgruppe Tr. Ehrnraun gestimmt, der um die zehnte Morgenstunde den Bezirkstag eröffnete und die Delegierten, die aus den Gauen des Maines und des Rheines herbeigeeilt waren (etwa 60) begrüßte. Nach ihm ergriff Rechtsanwalt Tr. Oppenheimer-Mainz zu fernem Referate: „Arbeit der Agudahgruppen", das Wort. Der Referent führte u. a. aus: In Abständen von Pier Wochen sollen Toeffalirren veranstaltet werden. Tie erste Fahrt soll die Gruppen nach Darmstadt führen. Jede Gruppe soll mindestens eins ihrer Mitglieder auf Kosten der Gruppe auf die Tauer eines Jahres auf eine Jeschiwah senden. Unsere Arbeit ist in 3 Punkte zu teilen: 1. Lernen. Tenn dieses unterscheidet uns von allen anderen Organisationen. Wir müssen alle Mitglieder, die es nicht von selbst tun, dazu bringen, anfangs wenigstens eine Stunde zu lernen. Es müssen Leute in jeder Gruppe sein, die such Zeit nehmen, die jungen Leute, die noch nicht lernen, hierzu zu bringen. Tie einzelnen Schiurim sind so einzurichten, daß die Leute etwas oamn haben und nicht nur hingehen, um einen Schiur zu Haben. Unsere Hauptaufgabe ist das Lernen, Ausflüge machen ufw. und nur Mittel, um Leute heranziehen zum Lernen. Für solche, die schon lernen, müssen natürlich mehrere Schiurim stattfinden, oamrt diese dann die anderen lehren lernen; so haben wrr dann unser Ziel erreicht. Ties ist dadurch möglich, daß Kurse stattsinden für die Führer der Jugendgruppeu 2. Soziale Aufgabe n. Für andere wrgen. Unsere Pflicht ist, uns der Ortsgruppe uud Organisation zur Verfügung zu stellen, um uns sozial zu betätigen. Bis jetzt ist noch nichts organisiert. Leute, die keinen Verdienst haben, werden eben noch von einem Platz zum anderen geschickt, aber erhalten keine rrchtige Beschäftigung. 3. Geselligkeit. Gemeinsam wandern und zwar immer Ost und West gemeinsam. Mit reichem Beifall dankte die Versammlung dem Redner. Zum Thema: „Mädchenarbeit" sprach Erna Cohen-Köln. Bereits früher brachten wir das Referat auszugsweise zum Abdruck. . .. s?n die beiden Vorträge schloß sich eine mehrstündige Tebatte, deren Ergebnis war: Gründung des Rhein-Mainischen Bezirksrerbandes mit dem Sitze in Mainz und den Herren R-A. pr. Oppenheimer-Mainz, Lehrer Emanuel Groß- Krotzenburg, Lebermann-Tarmstaot und zwei noch zu bestimmenden Mainzer Herten als Bezirksleitung. Um eine bessere Ausbildung der -nnzAnen Mitglieder zu ermöglichen, um den Plan der Schafchna einer Kerntrnppe durchzuführen, sollen in Frankfurt a. Nt. Führerkurse eingerichtet werden. (Wie wir hören, hat die Frankfurter Jugendgrnvpe bereits die Durchführung in Angriff genomnien. Als Dozenten gewann sie bisher u. a. die Herren Direktor 4.r. Lange, R.-A. Dr. Breuer, Dr. Ehrmann.) — In der Nachmittagssitzung referierte Herr Tr E. Hasgall, Generalsekretär der Palästinazentrale der Agudas Jisroel über Erez Jisroel. Seinem Bortrage entnehmen wir: Agudas Jisroel steht heute an einem Wendepunkt ihrer Geschichte. War sie bis heute vorwiegend mit Golusarbeit beschäftigt, worin sie Vorbildliches geleistet. so muß sie sich heute intensiv an oem Wrederaufban Palästinas beteiligen. Während andere Organisationen ihr Hauptinteresse auf Palästina konzentrierten, dadurch zwar die Bedürfnisse der im 1 Golus unter schwerstem Truck lebendeu Juden ver-! nachlässigten, andererseits aber durch den Palästinagedanken die Massen faszinierten und begeisterten, be- Postscheckkonto Mr.1250 Direktion der Diskonto- Gesellschaft; Berlin hahen Sie Ihre Spende für den Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel (Ukrainehilfe) zu senden.

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