Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 14 (21.4.1921)
- Date
- 1921-04-21
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte 4. Nr. 14. M I ft 11 e r." 21. April 1921. Schluß veranlaßt haben, nicht zutreffen. Ta er dies Tber nicht kann, hilft er sich in seil,er Verlegenheit damit, 1. den Zentralrat ein „undemokratisches Gebilde" zu nennen, „da die Mitglieder der Aguda keinen Einfluß auf seine Zusammensetzltng nehmen Konnten", 2. den Persönlichkeiten der Rabbeim von Gor, Czortkow, Radsin, Sokolow, der Rabbiner von Buczacz, Brodh, Preßburg und andere, als „einige polnische Rabbeim" abzutun und ihnen die Persönlichkeit Professor Picks gegenüberzuftelleri, der als Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod schon die Gewähr dafür gebe, daß die Interessen des religiösen Judentums bei der Verwaltung der Gewer nicht im geringsten verletzt werden. 3 erklärt das misrachistische Organ, daß ohne Keren Hajessod der Aufbau von Erez-Jisroel nicht möalick. ser. Im Lbrigen gesteht es zu, daß von den Eingängen des Keren Hajessod der jüdische Nationalfonds 20% für den Bodenarrkauf zu beanspruchen habe. ad. 1. Bemerken wir, daß die Zusammensetzung des Zentralrates den Anforderungen der Demokratie wesentlich mehr entspricht, als die Zusammensetzung des zionistischen Aktionskomitees, da sämtliche Wahlen durch die Vorstände der agudistischen Landesorganisationen getätigt wurden. ad. 2. Türfte es auch, ohne Herril Pr. Pick zu nahe zu treten, von misrachistischen Ersten eigentlich zu erwarten sein, daß das Votum der obengenannten Gdaule Hatauro inbezug auf den Keren Hajessod für diese von umfo größerer Bedeutung ist, als es selbstverständlich mit Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Momente iu einer speziellen Sitzung der gesamten rabbinischen Mitglieder des. Zentralrates ausgesprochen wurde. ad. 3. Ist es selbstverständlich, daß Agudas Jisroel ihren Mitgliedern die Wege aufweisen wird, sich am Aufbau von Erez-Jisroel zu beteiligen, ohne den zionistischen Nationalfonds zu stärken, denn jede Stärkung dieses Nationalfonds bedeutet auch eine Stärkung der Fiktion, als ob in der Tat die zionistische Organisation die bevollmächtigte Vertretung des jüdischen Volkes darstelle. Im übrigen dürfte dasjenige, was die „Jüdische Presse" in ihrer Polemik über die Stellungnahme der Agudas Jisroel zum Keren Hajessod zu sagen hat, nickt so bemerkenswert sein als dasjenige, worüber sie schweigt; nämlich über die oberste Verwaltung des Keren Hajessod, über das endgültige Statut und über den Universitätsfonds. Wir möchten daher diese drei Punkte nochmals mit aller Deutlichkeit präzisieren. 1. Ist die oberste Verwaltung des Keren Hajessod nicht ausschließlich eine zionistische? (Auch Professor Pick gehört \db\t* redend zur zionistischen Partei als orthodoxen Kongessionsschulze). Obwohl der Leitartikels chreiber der „Jüdischen Presse" der jüdische Militarist Wladimir Iabotinsky wünscht, daß die Lokalcommites des Keren Hajessod unparteiische Zusammensetzung tragen, um somit erst recht die große Masse über den rein zionistischen Charakter hinwegzutäuschen. 2. Ist das endgültrge Statut des „Keren Hajessod", welches sogar die „Jüdische Presse" noch für derbesserungsfähig hält, nicht bereits von der zionistischen Organisationsleitung ausgearbeitet und von den englischen Behörden genehmigt worden? 3. Ist dem Keren Hajessod nicht ein Aniversitätsfonds angegliedert, welch er aus den Mitteln des Keren Hajessod gespeist wird, zur Errichtung einer Universität, bei deren Grundsteinlegung Jakob Thon die blasphemische Aeußerung wagte, daß nunmehr die Zeit anbreche, welche nicht mehr den G o t t e s g e i st, sondern den Menschengeist auf den Thron erhebe, jmer Universität, die als geistige Hochburg einer voraussetzungslosen, paritätischen, sämtliche Auffassungen des Judentums vertretenden Anschauung gedacht ist, welche wie nichts anderes geeignet ist, die Einzigkeit der jüdischen Volkskultur auszuhöhlen und zu einer wesenlosen Schale zu degradieren? Es würde uns freilich nickt in Erstaunen versetzen, wenn die „Jüdische Presse" auch hieran keinen Anstoß nähme, sobald nur irgendwie eine misrachistische Kraft dem Lehrkörper einverlübt würde, ebensowenig, wie sie ein Wort des Bedauerns dafür findet, daß einer der Führer der deutschen Misrachisten, Herr Tr. Rabin, eine Berufung an das Breslauer Rabbinerseminar akzeptiert hat. Auch wir können — soweit Herr Tr. Rabin in Frage (kommt — uns nicht sonderlich darüber verwundern, daß unsere seinerzeit von der „Jüdischer: Presse" bestrittene Vermutung sich als richtig erwiesen hat, wonach das Rabbinerseminar m Odessa, in welchem Tr. Rabin ehemals wirkte, nur eine Vorstufe zu Breslau darstellt. Daß aber ein Organ, welches von Rabbiner Tr. E. Hildesheimer V'sft gegründet wurde, nunmehr auch die Dozentur am Breslauer Rabbiuerseminar mit einer Führerrolle im Misrachi vereinbar findet, dürfte nicht so sehr die Wesensart des Breslauer Seminars als vielmehr diejenige des Misrachi um ein bedeutsames Symptom bereichern E. ' Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Tie rührige Fugendgruppe bet Agudas Jisroel in Wien hat angesichts der ungcheuren Bücherpreise, die es namentlich jungen Leuten unmöglich machen, den für ihre jüdische Durchbildung notwendigen Lesestoff käuflich zu erwerben, die Einrichtung einer größeren jüdischen Leihbibliothek beschlossen. Sie bittet uns, reichsdeutsche jüdische Kreise zu Bücherspenden für diesen Zweck aufzuruftn. Gewünscht wird alle gute jüdische Literatur, die geeignet ist, im Sinne des gesetzestreuen Judentums zu belehren, anzuregeu und zu unterhalten. — Wir sind bereit, Büchersendungen entgegenznttehmen und weiter zu befördern. Frankfurt a. M. Am 29. Mär^ sprach vor einer äußerst zahlreichen Hörerscka,t in der hiesigen Mädchen gruppe Frau Ilse Feist über ihre Reise durch Erez Jisroel. Tie in der Mehrheit ans Jugendlichen zusammengesetzte Versammlung folgte mit angestrengter Aufmerksamkeit den lebendigen Schilderungen der Rednerin, die es verstand, im Herzen unserer Mädchen die Liebe für unser Land zu entfachen. Darmstadt. Unsere Gruppe veranstaltete am 31. März in der Mathildenhöhe eine von etwa 600 Personen besuchte und äußerst wohlgelnngene Purimfeier, deren Reingewinn zur HO je für ostjüdische Flüchtlinge verwandt wird. < Hamburg. Tie neue Epoche, die sich für die gesamte Agudas Jisroel dank der treuen Arbeit der Führer und Vertreter ihrer Ideen vorbereitet, verspricht auch auf unsere hiesige Ortsgruppe befruchtend zu wirken. Während die hiesige Jugendgruppe sich auch unter den schwierigen Verhältnissen der letzten Jahre mit Eifer und Hingebung auf den mannigfachster: Gebieten (Abhalten von Kursen und Vorträgen, Flüchtlingsfürsorge, Ausgestaltung der Esragruppen und dgl.) betätigt hat, schienen des Tages Sorgen das Wirken der Ortsgruppe ganz und gar gelähmt zu Hab.,:. Tas soll nun m. G. H. anders werden. Mit der Entfaltung einer der hl. Sache entsprechenden Propagandatätigkeit innerhalb der Gemeinden von Großhamburg werden auch für die nächste Zukunft schon Veranstaltungen aeplant, die das Interesse für die Idee von B775 fördern, beleben sollen. In regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften sämtlicher Mitglieder sollen alle Gegenwartsfragen der Aguda besprochen und erörtert werden, ferner hofft mar: im Rahmen des Agudaprogramms der Stärkung des konservativen Elements innerhalb der hiesigen Gemeinde und besseren Wahrung seiner Jnterefsen dienen zu können. Tie Herausgabe eines periodisch erscheinenden Blattes ist gleichfalls geplant, sodaß mir mit besten Hoffnungen der Entwicklung unserer Ortsgruppe entgegensehen können. Fürth. Am 8. März sprach in den hiesigen Agudas Jisroel-Orts- und Jugend grupp en Herr cand. Phil. Martin Friedmann aus Würzburg über „Kowno und seine Juden". Nach Begrüßung der zahlreich besuchten Versammlung und Einführung des Redners durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe Herrn Prof. Tr. Feilchenfeld ergriff Herr F., dem schon von Würzburg her ein guter Ruf vorausging, das Wort. Ausgehend von der historische:: Entwicklung der Tinge in Litauen und Polen zeichnete er den Unterschied zwischen litauischen und polnischen Juden, die Verschiedenheit ihrer Sprache und das Selbstbewußtsern der litauischen gegenüber den polnischen Juden. Sodann führte der Referent seine Hörer bildhaft eindrucksvoll in die 40 000 Seelen zählende litauische 8 Hauptstadt Kowno, deren Gepräge durch die überwiegend jüdische Bevölkerung bestimmt wird. Man sah sich in das Straßenbild dieser lebhaften und verkehrsreichen Stadt mit ihrem hauptsächlich durch die Juden geförderten Handel, der am vollkommen stillruht — ein Abbild sehnlichst erhoffter Zeiten — förmlich versetzt. Und schließlich konnte man Hineinblicken in die Werkstätten jüdischen Geistes, die wo Jung und Alt, Handwerker und Kaufmann sich um ihren Lehrer scharend „lernen" und in angeregter, scharfsinniger Debatte, dem^rhL den talmudischen Stoff zu ergründen trachten. Auch in das dortige Gymnasium, das zu Kriegszeiten von der deutschen Heeresverwaltung ins Leben gerufen, eine segensreiche Tätigkeit entfaltet, führte uns der Redner, der dort selbst längere Zeit als Lehrer tätig war. Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen, die allen Anwesenden ein lebendiges Bild jüdischen Lebens im Osten anschaulich vor Augen brackte und die einigende, allumfassende Kraft des Agudas Jisroel-Gedankens erneut ins Bewußtsein dringen ließ. Wien. Ing. Stricker dementiert in einer Zrkschrist an den Aguda-Borstand die Behauptung deS „Hazesira", als ob er die Wiener Aguda-L.itung beschuldigt hätte, daß diese von der Regierung die Ausweisung der Ostjuden verlangt hätte. Wien. Tie „Siloah" teilt mit: Die nächst- Abfahrt findet gleich nach Pessach, am 6. Mai, nach Venedig statt. Tie Separatwaggons werden den Pas-i sagieren Dienstag, den 3. Mai, zur Verfügung gestellt und wird gleichzeitig ein Beamter beigestellt, der die Passagiere bis nach Venedig begleitet. London. Am 20. März hat in London die erste Jahreskonferenz der englischen Aguda stattgefunden. Tie Tagesordnung bestand u. a. aus: Tätigkeitsbericht, Statutenentwurs für die englische Aguda, Verwirklichung der Ziele der Aguda in England, Thorasonds und religiöse Erziehung, Palästina-Arbeit der Aguda, Kriegswaisenhäuser und rekonstruktioe Arbeit und Wahl der Delegierten in den Zentralrat der Aguda-Weltorganisation. Agnda'Hauptfoud. Alsfeld: Hugo Rothschild 10, Frau Nosa Nochschild 10. Ballenstedt: Herrnann Cohn 60. Berlin: Gesammelt 585. Brannsbach: Salomon Pfeiffer 50. Bückeburg: A. Herzberg 20. E r m e tz h o f e n: Znm 1. April von A. W. und Frau, E. M. 10. Freiburg i. Br.: Bezirksältester Heinrich Epstein 10, Ueberschuß bei einem Spielabend im Hotel Tannhäuser Baden-Baden gesammelt von Frau Simon Epstein 15. G u x h a g e n: Jugendgruppe 50. Halberstadt: Moritz Reichenbach zum hundertsten Geburtstag seines Vaters s. A. 50, Ortsgruppe 4000, Fanny Bühler zur Jahrzeit 7, Max Seckbach zum 3. Nissan 20, Tr. med. Auerbach 10, Beso zum Scheiden Beko 5. Hamburg: Selig A. Auerbach leerte Sammelbüchsen bei Mendel 2,80, Agudoheim 2.20, A. Auerbach 165, I. Auerbach 23,45 Grimberg 13,25, Jsr. Lheeum 13,55, Fischbein 4,95, Siegfried Halberstadt 2,10, H. Hirich (Meier) 28,05, Wolf Levy 10,80, H. Bauer 11,15 zu,. 279,35. Haßfurt: Flora Lonnerstädter im Auftr. v. Selma Pulfer zu deren Vermählung mit Edmund Schloß 30. Heilbronn: Firma Jacob D. Rüs 200. Hersfeld: Büchse bei Jos. Bachrach 100. tomburg (Saar): Heinrich Levy 150. ettwig: Felix Müller 10. L a n g e ns ch wa l b a ch: Sal. Hamburger 50. Mannheim: Durch Sigmund Würzburger von Tavid Beermann 10. Nürnberg: Durch Julius Sickel, fünfte Rate 415. Schwab a ch: Durch Rbr. Tr. Mannes aus SchilvV Frau Js. Herz 12,20. Schönianke: Rabb. Tr. Bamberqrr 50. Wolfenbüttel: Lehrer S. Hittckberg 20. Thora-Kond: Guxhagen: Jugendgruppe 60. Halle (Saale): Ludi Halberstadt dankt Münchne« Verwandten für schönen Ferienaufenthalt 10. Mannheim: Frau L. Jakobsohn-Mannheim wünschen viele Menschen Refuo schlemo 250. Für den Osten: Guxhagen: Jugendgruppe 30. AsndckS Jisroel-Mrendor-anisntion. Brückenau: Mädchengruppe 83,10. Köln: Frl. Minni Goldschmidtt, Fulda, sagt allen Füldern, bei denen sie sich nickt verabschieden konnte,, ein herzliches Lebewohl 5. dankt Familie Löwenstein und Carl Goldschmidt für die frohen Stunden, die sie dort verlebt hat 5 gratuliert Tr. Max Löwenstein zum Examen 5, für Beis Jaakauw-Schule 40, Frau Betty Groß gelegentlich des Bestehens des Examens ihres Sohnes 10, Erna Oppenheimer, Rhina gefunden 2, Leo Katzenstetn, Hamburg 5, Victor Victor, Cassel 2, gesammelt durch Jonas Katzenstein, Hersfeld 150, N. N. Hersfeld 50, Herr Goldschmidt, Vacha 50, Spende d >r früheren Gruppe Mainstockheim-Tettelbach 110, Minna Nusbaum, Rhina, Purim-Spende 5. Leo Katzenstein, Rhina, dto. 10, Karolin' Katz, Rhina, dto. 5, N. Nußbaum II, Rhina, dto. 5, Moritz Victor, Rhina, dto. 5, Lydia Vicwr, Rhina, dto. 5, Simon Katz, Rhina, dto. 5, Feist Katz, Rhina, dto. 5, Bernh. Katz. Rhina, dto. 5, Alb. Bacharach, Rhina, dto. 5 D Pfifferling, Rhina, dto. 5, Sally Hamburger, Zürich 200, Gruppe Fischach, Purimspende 80, Jenny Katz, Rhina, gratuliert ihrer Mutter zum Geburtstag 20, N. Nußbaum, Rhina 10, Berta Levy, Rhina, gesammelt von Siegfr. Ritter, Hamburg, anläßlich der Hochzeit Lippstadt-Lissauer 81, Rhina 605, zur Hälfte für die hessische Bezirks- Bibliothek für Rhina, mt Hälfte für den Agudoh-Hauptfond und zwar: ^os. Katz, Rhina 45, Selig-Bacharach, Rhina 20, Simon Nnßbanm 15, Victor Victor, Rhina 20, Levy Bacharach^ Rhina 30, M. Bacharach II, Rhina 15 S. 'Katzenstein II, Rhina 20, M. H. Katzenftün II 60, Anscher Klebe, Rhina, 10, Feist u. Bernh. Katz, Rhina 20, Samuel Klebe, Rhina 20, Josef Klebe III, Rhina 10, Sekel Klebe 10 Simon Katz, Rhina 50, Meier Wetterhahn Rhina 20, N. Nußbaum II, Rhina 50. E. Nußbaum II, Rhina 10, M. Bacharach III Rhina 10, Jettchen Bacharach III, Rhina 5 Jos. Nnßbaum, Rhina 10, N. N., Rhina 20 Moses Blumenthal, Rhina, 10, Emanuel Bkrmenthal, Rhina 20, Fritz Cahen, Köln, dankt den ostfriesrschen Agudisten für die freund!. Hilfe bei seiner Arbeit 15, und wünscht der neuen Emdener Esragruppe ein herzl. Chasak 5, Emma Pfifferling, Rhina 10, N. Nußbaum Rhina 20, Karoline Katz, Rhina 10 Isaak Katzenstein, Bebra 10, Moritz Katzenstein, Berlin 25, Simon Katzenstein, Halberstadt 50, Salomon Pfeifer, Braunsbach 50, W. G., Berlin 200, gesammelt im Töchterpensionat Maria Marcus, Baden-Baden bis 5. April 21: Purimsammlung 50, desgl. 30. Verantwortliche Redaktion; Rabbiner Dr. P. Sohn, Dr. S. Ehrmaun, A Sänger. — tm »anmbach, Frankfurt am Main.