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Blätter · 1921-04-07 · 13 (7.4.1921) · p. [Seite 2]

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
13 (7.4.1921)
Date
1921-04-07
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German
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«Seite S nt. 18. Ukraine: Mraham I. Hornstein, Kiew. In Bezug auf O r g a n i s a t i o n wurde zurrächst folgende Verteilung der Kompetenzen und Geschäfte innerhalb der Agudah beschlossen: I. Exekutiv-Komitee London und Central Office 0 f A g u d a s Jisroel. a) Vertretung der Gesamtorganisation nach außen, sowohl in der Presse wie vor Behörden. b) Schaffung und Ueberw-achung der Agudah- Landesorganisationen 1. in organisatorischer, 2. in finanzieller 5)insicht. A. In o r g a n i s a t o r i s ch c t Hinsicht übt das Londoner Exekutiv-Komitee seine Befugnisse durch Vermittlung des Zentralbüros Ost in Wien aus, soweit es sich um die östlich vorr Deutschland bezw. Oesterreich liegenden Länder Europas und um Erez Jisroel handelt. 8. In sinanzie l l e r Hinsicht ubt das Londoner Exekutiv-Komitee in allen Ländern seine Befugnisse direkt aus. Es ist also insbesondere dafür verantwortlich, daß die Ortsgruppen die ihnen obliegenden finanziellen Leistungen den Landesorganisationen gegenüber und die Landesorganisationen der Gesamtorganisation gegenüber nach den Beschlüssen des Zentralrates pünktlich erfüllen. C. Die Bearbeitung der politischen Erez Iisroel-Angelegenheiten. > D. Die Initiative zur Veranstaltung von Sammlungen für Thorazwecke oder soziale Zwecke, sowie von Hilfsaktionen politischer und sozialer Art. - Das dem Exekutiv-Komitee der Agudas Jisroel unterstehende Büro führt den Namen „Central Office of Agudas Jisroel". Das Budget des Central Office ist in den Gesamt-Voranschlag der Agudas Jisroel einzustellen. Das Exekutiv-Komitee in London ist hinsichtlich der allgemeinen. Prinzipien seiner Tätigkeit an die Beschlüsse des Zentralrates gebunden und soll sich, so weit wie technisch nur irgend durchführbar, auf dem Wege der Korrespondenz und häufiger persönlicher Aussprachen in steter Fühlung mit dem Geschäfts - Ausschuß iG.-A.) des Zentralrates halten. II. Zentralrat u u b Zentralbüro O st. Der Zentralrat ist die oberste Beschlußbehörde der Agudas Jisroel, tritt jedoch nach außen lediglich durch Vermittlung des Exekutiv-Komi- Stimmungsbilder aus den Zenlralratssihmigen. Wien, 31. März. Ein Teilnehmer an der Sitzung schreibt uns: Dem westeuropäischen Teilnehmer an der denkwürdigen Sitzung des Zentralrates der Agudas Jisroel, insbesondere dem deutschen, werden seine ursprünglich vorhandenen Bedenken, sich den Mühen einer Reise nach Wien zu unterziehen, nachträglich fast unbegreiflich erscheinen. Jedem einzelnen von uns ist es ein inniges Herzensbedürfnis, laut vor alter Welt zu bekennen, welch unauslöschlich tiefen Eindruck er von dieser Tagung erhalten und welch befriedigendes Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Jereim im Osten und Westen uns erfüllt hat. Schon am-Montag, den 28. März, versammelten sich die Vertreter der Palästinazentralen, soweit diese schon in Wien eingetroffen waren, im großen Sitzungssaal des Ägudohbüros in der Malzgasse, um zu den Erez Jisroelfragen im engeren Kreise Stellung zu irehmen. Es galt hier nicht bereits bindende Beschlüsse zu fassen, vielmehr in Form einer Vorberatung schwierige Fragen zu klären und die verschiedenen Standpunkte klarzulegen. Am späten Abend folgten die Delegierten einer Einladung der Wiener Jugendgruppe in ihr geräumiges Vorsammlungslokal, von dessen Wändsn hie Bilder berühmter Tälmidei Chacho- „Glätte r." tees in London in die Erscheinung. Der Zentralrat soll jährlich einmal zu einer ordentlichen Tagung zusammenbernfen werden. Die Aufgaben des Zentralrates sind: a)Die .Vorzeichnung der Richtlinien für die gesamte Tätigkeit der Agudas Jisroel. d) Die Aufstellung des Finanz-Voranschlages für die Gesamtorganisation und die von ihr betriebenen Büros und Sonderinstitutionen. (?) Die Beschlußfassung über die Deckung des Finanzbedarfes. Der Zentralrat wählt: a) ein Präsidium aus mehreren Mitgliedern, b) einen geschästsführenden Ausschuß (G.-A.), c?) eine Finanzkommission von 3—5 Mitgliedern. Von den Mitgliedern des G.-A. sollen je 4 und je 3 womöglich an einem und oemselben Orte wohnen und alle 7 sollen in stetiger enger Fühlung mit. einander arbeiten. Es ist die Ausgabe. jeder der beibeu Gruppen des G.-A. mit den ihnen erreichbaren Mitgliedern des Zentralrates bei wichtigen Angelegenheiten in Beratung zu treten. Die Verteilung der einzelnen Ressorts (Organisation, Propaganda, Finanzen, Politik, Chinnuch, Erez Jisroel, Presse) an geeignete Fachleute innerhalb des Zentralrates wird durch eine Zuwahl von 7 Mitgliedern des Zentralrates in den Ausschuß ermöglicht, welche an allen Sitzungen des G.-A. beiwohnen, aber als Ersatzmänner an Abstimmungen nur als Vertreter eines Mitgliedes teilnehmen können. Die Mitglieder des Präsidiums können an den Sitzungen des G.-A. stimmberechtigt teilnehmen. Dem G.-A. des Zentralrates untersteht dis Zentralbüro Ost in Wien. Tie Aufgaben des Z e n t r a l b ü r o s Ost sind folgende: 1. Tie organisatorische Ueberwachung Amtlicher östlicher Landesorganisationen gemäß Ziffer I A in Vertretung des Londoner Exekutiv-Komitees; 2. die Herausgabe des „Haderech"; 3. der Betrieb der Emigrationszentrale der Agudas Jisroel; 4. die Ausführung der vorbereitenden Arbeiten zur Einberufung der Kennessio gedauloh; 5. die Ausführung der vorbereitenden Arbei- ...■'■■■■" ..mm .«> mim herabblicken. Nach den Begrüßungsreden des Vorsitzenden der Jugendgruppe und des Vorstandes der Adas Jisroel hielten fast alle 'Delegierten Ansprachen au die in erdrückender Zahl Erschienenen, um zu versichern, welche Gefühle der herzliche Ernpfang durch die Wiener Jugend in jedem einzelnen, von uns auslöse und wie sehr die Leitung der Agudas Jisroel auf die Unterstützung der Jugend als Träger der Zukunft in den schweren Zeiten rechne. Am nächsten Morgen fand zunächst die Be.' ratung der Palästinazentralen ihren Fortgang und zeitigte das erfreuliche Resultat, oaß sie sehr wichtige Frage der Organisierung unserer Palästinaarbeit in prägnanter Form sestgelegt und zur Vorlage in der Plenarversammlung des Zentralrates formuliert werden konnte. Nachdem nunmehr fast alle Delegierten mit Ausnahme der polnischen, die erst am Dienstag Abend erwartet werden konnten, erngetroffen waren, wurde die Tagung des Zentralrates am Dienstag Mittag durch den zum Leiter der Versammlung erwählten unermüdlichen Führer des Wiener Zentralbüros Rabbiner I)r. Pinchas Kohn eröffnet. Neben der Regelung der Finanzfragen und der Erez Jisroel-Angelegenheiteu stand vor allem zur Beratung, wie die Ueberleitung der Geschäfte vom Provisorischen Komitee auf den Zentralrat und die Verteilung der Kompetenzen auf die einzelnen Organe erfolgen sollten. Es kann heute, wo die Verhandlungen ihren Abschluß noch nicht erreicht haben, nicht unsere Aufgabe jein4 über die Einzelheitel! und 7. April 1631. ten zur Bildung des räbbinischen Rates; 6. der Betrieb der österreichischen Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel; 7. die Errichtung und der Betrieb eines Jugend-Amtes der Agudas Jisroel. Die Finanz-Kornmission ist dem Zentralrate für die Einhaltung des Voranschlages und die Verwaltung der Finanzen nerantwörtlich. Die Pal äst ina tätig feit der Gesamtorganisation erstreckt sich aus vier Gebiete. a) Politische Angelegenheiten. b) Organisatorische. Angelegenheiten. c) Uebersiedlungsangelegenheiten. d) Wirtschaftliche und kulturelle Arbeiten im Lande und Beschaffung und Verwaltung der hierzu notwendigen Geldmittel. Die Abteilung a) untersteht dem Exeku tiv-Komitee in London, d) und c) ber Palästina-Zentrale in Wien, d) derjenigen in F r a n k f u r t a. M Hierbei ist selbstverständlich vorausgesetzt, daß jede der drei Stellen lediglich die Initiative auf den ihr übertragenen Gebieten in Anspruch nimmt, daß aber die Verwirklichung irgend welcher Pläne namens der Gesamt-Agudah nur im Einverständnis aller Zentralen beschlossen werden kann. Die Durchführung selbst obliegt dann wiederum derjenigen der Zentralen, die für das betreffende Arbeitsgebiet verantwortlich ist. Für das Zusammenwirken der drei Zentralen ist der G.-A. des Zentralrates verantwortlich. Jede Palästina-Zentrale ist verpflichtet, dem G.-A. spätestens am Ende jedes Kalendervierteljahres über die Tätigkeit, ihre Pläne und die Höhe der von ihr gesammelten und verwalteten Fonds einen genauen Bericht zu erstatten. Die Palästina-Zentrale jedes Landes ist berechtigt, für ihre Landesorganisation aus deren Mitteln und in deren Namen besondere Erez Jisroel-Arbeit zu leisten, soweit der Zentralrat nicht im Hinblick auf die Interessen der Gesamtorganisation gegen die Aussührrmg Widerspruch erhebt. Es wird dem geschästsführenden Aus sch u ß aufgetragen, die Verteilung der Ressorts im Laufe der nächsten zwei Wochen vorzunehmen. Der rabbinische Rat soll nach den Weisungen der anwesenden räbbinischen Größen in folgender Weise konstituiert werden. Jede die Ergebnisse der Tagung zu berichten. Es liegt uns vielmehr am Herzen, ein allgemeines Stimmungsbild dem Leser unserer ,,Blätter" zu vermitteln. Während bel den Vorberatungen noch der Westen bezüglich der Zahl der anwesenden Delegierten hauptsächlich vertreten war, füllte sich im Laufe des Dienstags allmählich der Saal mit den Persönlichkeiten, welche unserer, das Prinzip der Tauroh verkörpernden Organisation ihr Gepräge verliehen. Der Westen, Deutschland, Holland, Schweiz, England, traten in den Hintergrund und der Osten dominierte. Und nicht nur äußerlich. Allmählich erschienen die Thoragrößen der östlichen Länder, von denen wir meist nur von Hörensagen Kenntnis hatten. Neben dem ehrwürdigen Raw der Wiener Schifssschul Rabbi Jeschajah Fürst und dem allver ehrten Dajen und Leiter der Wiener Palästinazentrale Rabbis Joseph Baumgarten bemerkte nmn die allein schon äußerlich imponierende Gestalt des Präsidenten der tschechoslowakischen Landeskanzlei Rabbi Koloman Weber den ehrwürdigen Rabbi Jeruchem-Altstadt, den Brodyer Raw und den Rabbi Maier Arak aus Buczacz, den Preßburger Oberrabbiner R. Akiba Schreiber, den Tyrnauer Oberrabbiner Unger, Rabbiner Horowicz-Jerusalem, Oberrabbiner M. S. Herzog-Stampfen und viele andere. Wer aber geglaubt hatte, daß die Gegenwart dieser Talmidei Chachomim hauptsächlich eine Dekoration sei und die „weltfremden" Rabbiner des Ostens nur als Zuhörer fungieren

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