Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 4/5 (11.1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 47 - mit All-Israel in der Treue zum Wort und zum Willen des Allmächtigen bekundeten. Vielen von diesen Chaluzim des XX. Jahrhunderts hat die orthodoxe Gemeinde Preßburg bebend Gastfreundschaft in einem Raum ihres Heiligtums gestattet, dem Gebäude, das der Heranbildung ihrer Kinder dient. Und es kam Kolnidrenacht — bei den Chaluzim wurde gekocht und gespeist. Ach fraget nicht, warum es so kommen mußte, daß diese höhnische Verletzung der Gastpflicht erfolgte, sondern weinet und registriert, ob und was die parteigemäß für diese Chalusim verantwortlichen Menschen sagen und schreiben* Da ist ja wieder die entsetzliche Ausgeburt blindwütigen Hasses, daß man mit Behagen Euch als Verräter an der Majestät des jüdischen Volkes stigmatisiert, aber jene Untat — ach du mein lieber Himmel, das ist ja letzten Endes nur — ein Verbrechen an der Majestät des dem Privatgebrauch gütigst überlassenen Thorawortes. Wenn unser Wort etwas gälte, dann sollten wir in die Welt hinausschreien, jüdische Kinder, in die Welt, die sich nicht aufraffte zu einem gemeinsamen Taanis-Schrei ob der ungezählten Opfer des Ostens, — schämen sollten wir uns und wenigstens diese Schamempfindung registrieren können, — fragen diese Welt, ob sie nicht wenigstens einen kurzen Wintertag zum Taanisschmerz ob dieser Entartung gestalten möchte und den nach Thoratreue ringenden Teil der den Sinaischwur im Prinzip seiner verpflichtenden Kraft leugnenden Partei bittend — jawohl ich schäme mich dieser Bitte nicht — bittend fragen, ob sie nicht Taanis mit uns halten wollen, diesen Taanis ob der Verirrung jüdischer .Kinder, ob des in Jerusalem und Jaffa zertretenen Sabbat, ob des entsetzlichen Maßes der Verantwortung, die geradlinig zu jener Stunde führt, in der man es wagte, einen Rabbi Jochanan ben Sakkai als Volksverräter zu kennzeichnen. Das vergebt nicht, das soll Euch in der Seele brennen. Diese Schuld ist noch nicht getilgt, mit allen parlamentarischen Mützchen nicht aus der Welt zu schaffen, diese Schuld türmt sich bergehoch: TK m\i meto Diese Schuld macht Schule. Denn registrieret: In Preßburg hatten Führer des Ostens, (des Ostens, den man immer so gerne, namentlich so lange man glaubte, ihn gegen Agudas Jisroel mobil zu machen, als den Mittelpunkt echt jüdischen Wollens, echt jüdischer Kultur pries), gesagt, die Aguda-Zent ral e dürfe nur solche Jeschiwoth unterstützen, die lediglich der Thora dienen. Und was geschah? Etwa ein freudiges Aufatmen ob dieses stolzen Sieges der wirklich jüdischen Kultur? Ach nein, blinder Haß rannte an gegen diese „Külturfeindlichkeit“ der Agudas Jisroel, Haß in Organen und im Worte derer, die wir auch darob zum Taanis laden möchten. Das ist Moderluft des Grabes in schauererredendem Abgrund. Ihr aber, Agudas Jisroels Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen, Ihr aber, Esraführer und Esraführerinnen, an deren Lippen Kinderaugen hängen, Ihr habt die Pflicht, an diesem Grabe klare, sichtbare, unzweideutige Grenzmarken aufzurichten. Sonst stirbt euch Eure Seele. Und noch ein Geheimnis soll Euch verraten werden. Ach fraget nicht nach Schuldigen, fraget nicht, ob weltliches, irdisches Wollen ein Spiel mit dem Heiligsten getrieben haben. Das ist letzten Endes nicht unsere Sache, wir wissen lötwn bz and wenn die Mächte dieser Welt, die das Prophetenwort genau so gut kennen, wie wir, es nicht beachten und immer wieder vergessen, wenn ferner Seveds und Schuselachs Irrpfade*) immer wieder betreten werden, so mögen wir weinen und an das Gewissen der Welt, an das Gewissen der Führer der jüdischen Welt bange Fragen richten. Aber eines müssen wir verlangen. Es ist höchste Zeit, die Massen darüber schonungslos aufzuklären, daß, soweit Menschen urteilen können, Zukunftsplan auf *) Vgl. Piut. für den achten Tag des Pesachfestes.