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Blätter · 1919-08-01 · 8 (8.1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
8 (8.1919)
Date
1919-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ן |-- 1 1 ■ 1r W-rr —11--- 1-- [DQaj | 1-U--u- -1 || 1-U-'5V‘'־—“- J|£v0j I 1-U--U-1 | Ostjuden in Deutschland. ״Und er sprach: Dringt Esaw zu dem einem Lager und schlägt es, so bleibe das andere Lager der Rettung!“ Brach die Wut des Drängers über unser Volk in Spanien herein, so hatte es eine Atempause in Deutschland. Trat es der Hass in Deutschland nieder, so fand es seine Ruhestätte in Polen. Was wird jetzt aus der Nacht? Flüchtlinge kommen bei uns an. Der und jener erzählt sein Geschick. Herzzerreissend ist schon das Einzelleid. Verhundertfacht, vertausendfacht, — wer vermag es zu erfassen! Die Flut der Zuwandernden steigt. Bange Frage .erhebt sich, . was aus ihnen wird, wie ihnen zu helfen ist. Plötzlich sind sie da, in der Zeit des Rohstoffmangels, der Arbeitslosigkeit, Unternehmungsmüdigkeit und Geldentwertung. Ihr mitgebrachter Barbestand ist erschreckend schnell aufgezehrt. Allenfalls kommen ihrer einige Hundert unter, wenn sie am Sonntag feiern und nicht am Schabbos. Was aus den Tausenden wird, das ist die eine Frage. Andere, sie zählen nach Miriaden, sind während des Krieges aus Polen und Galizien eingewandert. Gegangen waren sie aus Osten, deren Luft von Thora- Odem gefüllt ist, wo die Lehrhäuser an jedem Wege stehen und schwer zu umgehen sind, aus durch und durch jüdischer Umgebung. Gekommen sind sie auf sandigen Boden, dem spärlich nur Thorablumen entsprießen, in wesensfremde Umgebung. Der Uebergang vollzog sich überstürzt. Ohne Vorbereitung für die ganz andersartigen Verhältnisse in Deutschland kamen sie her, brachten sie ihre Jugend mit. Schnell zwar stellten sie sich auf die Erwerbsmöglichkeiten ein, die sie mit meist gutem Geschick und gttlob mit Erfolg aufgriffen. Auch Betstätten haben sie sich alsbald eingerichtet, soweit sie in größerer Zahl zusammen waren. Doch schon an Schulen fehlt es; nur an wenigen Plätzen wurden Talmud Thoras geschaffen, meist werden städtische Volks- und Bürgerschulen besucht. Darin gehen die Knaben auf, und in der Mehrzahl sind sie ohne systematischen Talmud-Unterricht. Den Mädchen vollends fehlt religiöse Schulung fast durchweg. — Die ostjüdische Jugend hierzulande, das ist das zweite Problem. Und ein drittes, für die Zukunft gleich wichtiges: Es tut weh, zu beobachten, daß sich ganz von selbst zwischen den Eingewanderten und den Eingesessenen eine Schranke aufrichtet. Erwarten sollte man, daß unsere Brüder, Jisroels Söhne gleich uns, ganz selbstverständlich den Weg zu uns finden, ganz selbstverstündlich von uns brüderlich empfangen und aufgenommen werden, ganz selbstverständlich in unserem Kreise geben und empfangen; — geben von den mitgebrachten Schätzen an jüdischem Wissen und jüdischem Empfinden; und empfangen, was wir in einem Jahrhundert erlernt haben an der organisatorischen Fähigkeit, die Treue zum Gesetz unter westeuropäischen Hindernissen zu bewahren. Aber das alles geschah nicht oder nur in überaus geringem Maße. (Ein sprechend Beispiel:

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