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Blätter · 1919-05-01 · 5 (5.1919) · p. [Seite]

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Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
5 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Wie gründet und leitet man eine ״Agudas Jisroei“- Ortsgruppe? Für den Zusammenschluß des in der Thoratreue geeinten Klall Jisroei ist die ganze Kraft der pflichterfüllten Judenheit einzusetzen.. Agudas lisroel ist die zum Leben erwachte Sehnsucht der jüdischen Volksseele, die zur Tat gewordene Verbrüderung aller gottesfürchtigen Juden der Welt Zweck der Agudas lisroel ist die Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgaben im Geiste der Thora. ' Die Durchdringung mit reinjüdischem Geist und die praktische Lebensführung nach dem Sinaigebot ist in Westeuropa unausgesetzt gefährdet, weil hier eine geschlossene jüdische Massenbevölkerung fehlt und der Einfluß der Umgebung täglich und stündlich an uns und unseren Kindern arbeitet. Umso drängender ist die Pflicht, die Reihen geistig zu schließen, damit aus den schwachen Einzelnen eine starke Einheit wird. Der Gruppenverband der ״Agudas lisroel“ in Deutschland ist eine Zentralstelle, deren Aufgabe es ist, die Bekenner des altüberlieferten Judentums in Deutschland um die Standarte der Agudo zu sammeln. Ihm obliegt es, die Gründung von Ortsgruppen zu veranlassen und zu fördern. Wir erlauben uns, für die Gründung und Leitung von Ortsgruppen einige Fingerzeige zu geben. Etliche Gleichgesinnte, die von der Bedeutung der Agudo durchdrungen sind, finden sich zusammen. Man überlegt gemeinsam, an welche Gemeindemitglieder zunächst heranzutreten ist. Diese werden zu einer Beratung eingeladen, in der eine geeignete Persönlichkeit an Hand des Programms und der Leitsätze kurz und eindringlich über die Aufgaben der Agudas lisroel spricht, ihre bisherigen Leistungen schildert, sowie die Notwendigkeit des Anschlusses begründet. Es wird ein vorläufiger Ausschuß ernannt, der eine größere Versammlung vorbereitet. Zu ihr sind alle, die auf dem Boden des Agudo-Programmes stehen, persönlich aufzufordern. In der Versammlung spricht ein zugkräftiger Redner aus der Gemeinde oder von auswärts (falls erforderlich durch Vermittlung des Gruppenverbands) über Bedeutung, Leistungen und Aufgaben der Agudas lisroel und beantragt die Gründung der Ortsgruppe. Sobald der Beschluß gefaßt ist, wird der Vorstand gewählt. Während und nach Erledigung dieser Formalität geht die Liste um zur Eintragung der Mitglieder und ihrer Beiträge. Zweckmäßig werden! schon vorher an der Spitze des Verzeichnisses einige größere Beitrags-Zeichnungen stehen, die als Vorbild für die anderen dienen sollen. — Der Vorstand konstitutiert sich gleich nach Schluß der Versammlung und schickt die Mitglieder-Liste (deutlich geschriebene Namen und genaue Adressen!) an den Gruppenverband in Halberstadt. Aufnahmefähig sind alle unbescholtenen Juden und Jüdinnen, die sich zum Programm der Agudas lisroel bekennen und es fördern wollen. - Der Mindestbeitrag von 3 Mark jährlich ist für Unbemittelte gedacht. Inf Wirklichkeit soll Agudas lisroel wahrlich nicht als ein Verein unter andern, sondern als der Verein angesehen werden, den man nicht mit einem Vereinsbeitrag abfindet, dem man vielmehr ein größeres Opfer bringt. Es sollte sich jedes Mitglied die Pflicht auferlegen, maasser min hammaasser, möglichst zwei Prozent seines Einkommens an

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