Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 3 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 41 (sequence 11)
- Language
- German
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41 Seiten, von Vertretern aller Länder auf diese wichtigste Frage hingewiefen wurde, wenn von jedem Redner betont wurde, daß ohne gründliches תירה -Wissen und ohne inensives תורה -Lernen wahrhaft jüdisches Leben und Streben undenkbar sei. Es war eine selbstverständliche Pflicht für die Vertretung der Weltorthodoxie, das Protektorat, d. h. die materielle Sorge für die verfallenden ישיבות in Littauen und Polen, in Galizien und der Bukowina zu übernehmen, für den Schutz der altehrwürdigen תורה -Stätten in Preßburg und Hundsdorf einzutreten, die durch die tchechifche Besetzung in schwere Gefahr geraten sind, und die befürchten! müssen, Ungarn, ihr gutes und ertragreiches Hinterland zu verlieren. Vor allen Dingen galt die Sorge natürlich dem חינוך in א״י , der aber vorzüglich bei der Beratung der א״י-Frage selbst besprochen wurde. Es wird ein תורה -Amt beim Zentralbüro der A.J. in Zürich geschaffen, das die Konferenzbeschlüsse und -Anregungen realisieren soll. Nicht behandelt — und das halte ich für einen großen Fehler — wurde die תורה -Frage für die Länder der ״westlichen Kultur". Es ist nicht angängig, die gesetzestrcuen Kreise dieser Länder ganz sich selbst zu überlassen. Auch für sie muß vom כלל etwas getan werden, auch hier gilt es zu reiten, zu bessern, zu verliefen und verinnerlichen. Auch hier müssen große תורה -Lehranstalten geschaffen werden, müssen Schulen aufgebaut und ישיבות gegründet werden. Es ist sicher des Schweißes der Edelsten Wext, aus diesen יהורים, die meist nur über mini- Males תורה -Wissen verfügen, die aber durchaus ברת וכדין leben, gemäß dem Grundsatz: אין עם הארץ הביר vollwertige, tüchtige יהודים zu machen. Es ist sicher von höchster Wichtigkeit, der Jugend in eigens dazu geschaffenen Gemeinschäften ein wahres Bild echtjüdischer Weltanschauung zu vermitteln und ihr so die Möglichkeit zu geben, auch ihre jüdisch-p o l i 1 i s ch e Anschauung an ihrer jüdischen Welt anschauung zu orientieren. Das ist — unter dem Druck der heutigen Verhältnisse in der jüdischen Welt — von außerordentlicher Bedeutung, und das nicht nur für die Westländer, sondern mindestens in demselben Maße auch für den Osten. Im Osten, in den durch den Krieg mit seinen Folge- und Nebenerscheinungen so mancher Lichtstrahl westlicher Eigenart und westlichen Kulturlebens hineingcfallen ist, im Osten, wo durch Elend und Not und Jammer natürlich jeder Rettungsring aufgegriffen wird, und sei es auch ein rein nationaler, ohne jeden religiösen Unterton, im Osten wird es auch in weitesten Jugendkreisen nur dann möglich sein, die תורה hochzuhalten und die Agudo-Jdee zu verbreiten, wenn nach westlichem Muster geleitete politische Lernvereine (A.J.-Jugendgruppen) geschaffen werden. Diese Fragen halte ich für so wichtig und brennend, daß ich für die sofortige Einrichtung eines Jugendamtes in Zürich eintrete. Dieses Amt muß untersuchen, wo solche Gruppen gegründet werden können, wie sie arbeiten müssen; es muß die Propaganda treiben und eine geeignete Presse, zum mindesten Broschüren und Flugblätter in Massenauflagen in aller Welt verbreiten. ארץ ישראל war die 2. Materie, die nach allen Richtungen von der Konferenz besprochen wurde. Ja, man kann Wohl sagen, alles, aber auch alles, was auf der Tagesordnung stand, war auf א״י zugeschnitten und eingerichtet. Mir scheint in dieser Hinsicht sogar gefehlt worden zu sein. Wir wollen doch nicht vergessen, daß die Masse des jüdischen Volkes nach wie vor in den Diasporaländern leben wird, leben muß, und diesen Massen müssen wir auch unsere ganze große Sorge zuwenden.