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Blätter · 1919-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1919) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
5 (1919)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 25 (sequence 28)
Language
German
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27 kommen, denn ich sagte mir: Wir müssen in unsrem Heim doch mal zeigen, wie wir uns mit Chamischoosor freuen, und wie froh und dankbar wir sind, daß der liebe Gott Chamischoosor werden läßt. Und es war ein wunderschönes Chamischoosorfest, das wir da zusammen gefeiert haben. Fulda. Mally Stern. Mein Lieblingsbudi. Am liebsten lerne ich Gemoroh bei Herrn Kunstadt. Wir sind zu dritt. Wir halten jetzt in Baba Mezioh im zweiten Perek. Dieser handelt davon, wenn man etwas findet, ob man es zurückgeben muß oder nicht. Wir lassen manches aus, weil es noch zu schwer ist. Zu jedem Stück lernen wir Raschi. Wir sind schon bald mit dem Perek fertig, aber wir wiederholen immer wieder, damit wir es nicht vergessen. Es kommen auch Geschichtchen vor. Zuletzt hatten wir: „Wenn man Bücher findet, muß man alle 30 Tage einmal darin lesen; wer nicht lesen kann, muß sie auf- und zurollen, denn die Bücher waren wie Rollen gemacht. Ein Esräer aus Fulda. [üeüi Bus unsere Gruppen. Kempen (Posen): Trotz der politisch so unsicheren Lage in unserer Provinz war cs der hiesigen Agudas-Jisroel-Jugcndgruppe doch möglich, ihre Mitglieder zu einem Chanukah-Tee einzuladen, der dank der Bemühungen dreier Vorsteherinnen, Frl. Hella Dzialowski, Frl. Grete Scheye und Frl. Betty Grabowski einen sehr schönen Verlauf genommen hat. In den Begrüßungsworten betonte Frl. Dzialowsii, daß man im Geiste unseres Vereins in dieser für die gesamte Judenhcit so ernsten Zeit von einem größeren Feste absehen mußte. Bei entziindeten Chanukohkerzen ertönte darauf ein vielstimmiger Moaus-zur Gesang. Viel Begeisterung erweckte die Festrede des Herrn Rabb. Dr. Lewin, der an Hand einiger Talmudstellen darauf hinwies, daß es das Judentum nicht nötig habe, seine Knlturideale von anderen Nationen zu holen, daß vielmehr jede Anlehnung an das Fremde den zeitlosen Wahrheiten unserer Lehre schaden muß. Darauf begann bei Tee und Gebäck der gemütliche Teil des Abends, bei dem fast alle bemüht waren, zur allgemeinen Belustigung bcizutragen. Jüdische Gesänge, Jargonlieder und Klaviervorträge lösten einander ab, das Hanptstück bildete ein von den jungen Mädchen, Wera Lcwin, Alice Schacher und Recha Fröhlich, sehr flott vorgetragencs Lustspiel. Zum Abschluß dieser echt jüdisch fröhlichen Feier wurde in Ermangelung eines hebräischen Bnndesliedes ein Davidischer Stufengcsang angestimmt, und so schied man mit der im „Schirhamaalaus" ausgesprochenen Hoffnung auf eine baldige frohe Rückkehr ins v heilige Land. München. Die große Welle agudistischer Wahrheit, die von der denkwürdigen Würzburger Tagung ausging, und an allen Orten eine starke Bewegung für die Interessen unserer Ägudo hervorrief, hat auch in der Münchener Gruppe mächtig gewirkt. Die männlichen Teilnehmer an der Würzburger Tagung kehrten nach Hause zurück mit dem festen Entschluß, die durch den Krieg unterbrochene Arbeit der Jugendgruppe nun wieder mit doppelten Kräften aufzunehmen. — Ein Eröffuungsabend versammelte den größten Teil der Münchener orthodoxen Jugend zn einer

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