Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 238 (28.12.1960)
- Date
- 1960-12-28
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Letzte Ausgabe des ECHO! * 4 4 REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Vertag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz — Miraflores. — Büros: La Paz, Harrison 3 — Telefon 6080 / Cochabamba, Baptista 429. / Postanschriften: Revista “EL ECO”, Casida 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba / Druck: Editorial KoBasuyo”, Loayzä 40fr DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs, 600.000; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. ___ ' *r + aus. deutschen Qualitaetswcrk- * * * i staetten finden Sie in reicher % 4 * 4 i * * Auswahl in der j i EMPRESA HUGO LANGER i * 4 J La Paz, Edificio Kavlíh, Calle Potosí í 4 . 4 4 4 polH^ < In dieser letzten Ausgabe des >■ ‘•pc’hof'''(S6i es idem Leitartikler; dieses.,,, freien. Meinungsblattes gestattet, noch einmal einen Blick in die Weltpolitik zu werfen und diese kurz zu kommentieren. r. Bea dieser Gelegenheit moechten wir.betonen, dass "Das Echo" oft übelwollend' in seiner politi-, sehen1 fialtung.' beurteilt. ’ wurdet da man, die. konsequente sozialistische* Linie dieses Blattes manchesmal mit Kommunismus /den-; tifizierte.:I^ i>T>as Echo" stete, auf dem, Bodgn des positiven.Judentum stand,. ist : es unsinnig, die - sem Blatt 'kommunistische :(qth5fiis-< tusche) Teriddnjien, . nq^liz^sa^ gen. Der Herausgeber des/. Echo"! ist Sopkxlist, nicht rm Sinine :vpnj Ollenhöuer,, dessen SPD 1 eilten* fatalen. Rechtsruck unterj^Dirthjeni hpt,’ (sön^erh ,iq. $er, &osiqltetisffihem Ausrichtung dessen i Vorgaengersi Kurt,' Schumacher. te'DPP/Ebho'’- Verfolgte1 tefets,’’dip'! Politik)1, eme^ zusammenführenden. Sozialismus,' ep setzte, ¡sigh' unverdrossen ¡ein,! für : Vtoelkecverstaendigung und fyr Kondensierung des.. Friedens.! In t^en "' vgfqrigeggri’genqh (-.237; Leitartikeln hat sich den Schreiber dieser Zeilen stets für1 diese hnmanitaereh Attribute1 eingesetzt. Der Echo-Hergusgeber: kann heute bei Abschluss seiner! publizistischen Arbeit im "Echo", mit Genugtuung feststellen, dass seine eingeschlagene politische' Linie im Generellen 'die richtige, war, zumindest in jüdischer Sicht. Der Gedanke internationaler Zusammenarbeit unter den Voel-: kern ist in kontinuierlicher Entwicklung, und Pazifisten, Humanisten und Progressive haben heute dafür zu sorgen, dass diese Entwicklung nicht gestcert Wird . Die Aera Eisenhower war keine erfreuliche, sie hat viel dazu beigetragen, Walle der politischen Missverstaendnisse gufzurichten und gegnerische Fronten zu schaffen. Die nordamejikanisch-republikanische Politik hat, viel dazu getan, dass 'die Schornsteine der Rüstungsindustrien in aller Welt rauchen, dass . Spannungen intensiviert wurden, dass die politische Phrase aufgeblaeht, aber '.praktisch kaum etwas Positives^ geleistet Wurde, um dip Menschheit glücklicher und . kunftsiroh zu machen. Eisenhower hinterlaesst ein immenses politisches Spannungsfeld, welches nur peü a peu abgetragen werden kann, aber man darf-zu dtenr neuen US-Praesidenten, Kennedy, Vertrauen' hoben,' dass seine Weltpolitik eine bessere sein Wird, als die, die Ike führte. " ' Die unglückliche Eisenhowerj Dulles-Pölitik, die ' - Gegensaetze* j aufriss und damit friedensbedrö- | hende Gefahren schuf, wird hof- ■ fentlieh recht bald auf' den MülL! häufen der' Weltpolitifc geworfen.! j Die "Politik der starken Hand"! muss endgültig zu Ende sein und j einer liberalen und vertrauensvol- . len Politik weichen. Mit der patho-; logischen Erscheinung der Phobie j. gegen den Kommunismus, mit der Sturheit gegen alles zu sein, was nicht aufder eigenen politischen Ebene liegt, kommt man nicht zum Ausgleich und zum stabilen Frieden. Aus den Hypothesen eines geschlossenen politischen Weltbildes, erfüllt durch die Ideale von Sozialismus und Demokratie, muss es zu einer fruchtbaren Synthese zwischen den führenden politischen Philosophien kommen! Demagogie und verzerrende Schlagworte haben beide Welten in eine dunkle Sackgasse geführt, haben Hass und boesen Willen gezüchtet. Eine philanthropische, starke Hand muss die Menschheit aus dieser Trübnis ziehen. Fuilk,' Presse, Fernsehen;,urid Film' sollen nicht laengor der' Verhetzung dierien, nicht, laenger destruktiv wirken, sondern die grosse Aufgabe sich als Ziel setzen,, verscehnend zu handeln. ' Heute gibt es noch genügend Kraefte im Bezirk der Grossmaechte, die diese guten Tendenzen nicht wünschen, aber die Kraft und der Wille der Voelker wirdeines Tages i. äru£h diese egoistischen, volksfeindlichen Kraefte eliminieren. Niküa Krusehtschew ist sicher ' kein Friedensengeh wenn er auch virtuos die Friedens-Schalmei blotesL Aber .. sicher. duerfte - es sein, dass Krusehtschew -es damit ehrlich: : meint, eine .Friedenspfeife zu entzünden und diese rundum zu reichen. Die Kriegsgefahr einzudaemmen, eine Ko-Existenz ■ Zu. errichten, Handelsbeziehungen und .Kulturaustausch zu installieren,, sind ' die, Wuensche. des Kreml-Chefs... Die .sowjetischen Wünsche sind .realpolitisch zu werten, da. der Kreml weiss, dass ein Krieg in djeser Zeit ein Verlustgeschaeft sein muss und es | für vorteilhafter erachtet,, im Frieden die roten Früchte reifen zu lassen. .... . . Wie die USA eine amerikanische Politik treibt, so treibt Moskau eine sowjetische, aber auf beiden politischen Plaetzen ist Raum für den Einbau einer Brükke, die von Osten nach Westen, von Westen nach Osten führt. Der Kommunismus hat auch sein Gutes. In der Angst eines Sieges der kommunistischen Idee bemühen sich die Demokratien (soweit dies moeglich) ihren Ideen sozialistische Faerbung zu geben. Der Kommunismus ist geradezu notwendig, als Mittel zum gesunden, aufbauenden Wettbewerb, er zwingt selbst feudale und kapitalistische Regierungen zu einigen .sozialistischen Konzessionen, die, sicher nicht erfolgen würden, wenn .der. oestliche Rivale fehlen würde. Aber auch das kommunistische System wird durch das demokratische bereichert, denn der /‘Eiserne Verhäng" ist nur 'eine prcpagcqi iistische Erfindung, und man weiss in Moskau sehr wohl, wie sehr man beobachtet wird, und bemüht sich daher, den Kommunismus (homoeopathisch) zu demokratisieren. Die beiden wetteifernden politischen Parteien sorgen so dafür, dass in ihren Ideenge-, baeuden sich keine Patina festsetzt — und das ist gut und notwendig. (Aber <der Kommunismus ist' auch eine wunderbare Sache fuer die . , sogen. unterentwickelten Lcrender. "Hier kaempion Washington und Moskau um Einfluss (wirtschaftlichen' und .Vor allen Dingen: ^politischen). sodass die Dollars, und' Rubel im breiten Strom lustig klingen. Gaebe es keine dempkratisch-kommunisti-. sehe Rivalitaet, saehe es in einigen dieser Staaten schlimm, ja trostlos aus). Krusehtschew hat kürzlich etwas ganz Besonderes geleistet, indem es ihm gelang, Peking zu einer pazifistischen Politik zu veranlassen. In der moskauer Grosskonferenz wurden die rot-chinesischen Führer dazu (nach langen Kaempfen) bewogen, den Gedanken 'der Ko-Existenz zu akzeptieren, da dieser grundlegend für eine friedliche Entwicklung ist. Hier hat Moskau eine bedeutende positive Leistung vollbracht, denn in Peking hing seit langem das Damoklesschwert, welches den Frieden bedrohte. Nikita S. Krusehtschew bewies einmal mehr, dass es ihm wirklich ernst damit ist, den Frieden in dieser Welt zu erhalten. (Fortsetzung Seite 2) L