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Das Echo · 1960-11-03 · 235 (3.11.1960) · p. [Seite 8]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
235 (3.11.1960)
Date
1960-11-03
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German
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8, “DAS ECHO“ 3. November 1960. er überfragte Ein Familienvater laesst sich mit vielerlei vergleichen — nicht zuletzt auch mit einer Zitrone. Sein Schicksal ist es, ausgequetscht zu werden. Die Familie knetet und keltert ihn, den Wackeren, so lange auf der Zitronenpresse des taeglichen Lebens, bis er statt erquickender Essenz nur mehr bittere Kerne von sich gibt. (Den Rest im Kneten und Keltern besorgen Beruf — Chef und Staat — Finanzamt.) Was wundert sich, nach Jahren, die Familie, dass von der einst so prallen Frucht nichts übrigblieb als ein bedürftiges Haeuflein ziemlich zerknautschter, saft- und kraftloser Schale?... Trotzdem — und hier umweht düstere Tragik den gelichteten Scheitel aller Familienvaeter — moechte kaum einer unter ihnen die wohlerworbenen haeus'ichen Quaelgeister missen Sind die Kinder, waehrend der Ferien zum Beispiel, gerade acht kurze Tage verreist: schon fehlen sie ihm, schon sehnt er sie wieder, der Brave, aus ganzen Herzen zurück. Nerven hin, Nerven her, denkt er, wozu hat man schliesslich Kinder? Und glücklich und seufzend schlüpft er aufs neu in das Brennesselhemd seiner getreuen Liebe... Ja, wozu hat man Kinder? — Sanft erbitterte, leicht erschütterte Vaeter behaupten dann und wann: Man hat sie besonders, damit sie Fragen stellen. Teils stimmt’s. Wie die Erfahrung lehrt, koennen Soehne und Toechter im Alter zwischen 6 und 14 ihrem Ernaehrer die Seele aus dem Leibe fragen. Es hilft dem Ernaehrer wenig wenn er schweigt — die Kinderchen bohren weiter, sie finden immer den Zahn, bei dem der Patient “ah” oder “oh” schreit; wehe, wenn der Vater etwa selbst keine Antwort weiss — dreifach wehe, wenn er gar, obzwar er bloss einiges zu erklaeren brauchte, über das ewige Gefrage schimpft: die Rangen trauen seinem A«rger nicht (weswegen sollte er veraergert sein?), dagegen trauen sie ihm heimlich Ignoranz zu! Darf sich ein Vater das bie- Dos Beste kostet auch nicht mehr via PAN AGR Ai -> v v * Für nur U$S hin und retour , in Touristenklasse 3 mal wöchentlicher Flugdienst mit DC-6B und DC-7, alle mit altimatischer Kabine. Für nur 83 Dollar bietet Ihnen Panagra diesen aussergewöhnlichen Ausilugstarif nach Lima an, für eine Flugreise mit 30 Tagen Gültigkeit. Lassen Sie sich die grössere Schnelligkeit und den häufigeren Flugdienst des Inter Americano mit DC-7 un DC-6B zugute kommen. Fliegen Sie mit Auswahl der Klasse, bequemen Sitzen, feinen Speisen und der gewissenhaftesten Betreuung. Ausserdem bietet ihnen Panagra die Gewähr einer mehr als 32 « jährigen Erfahrung ununterbrochenen j Flugdienstes auf derselben Rute. AAAI AMSRICAIV-CRACS AIRWAYS Besuchen Sie Ihre Reiseagentur oder Panagra, <no man Sie immer gerne beraten wird: Grace & Cia. (Bolivia) Mercado 1085 Tel. 12100 bis 12105 - LA PAZ. Vater ten lassen? Nein. Also, ach ja, muss er Rede und Antwort stehen... Folgende Fragen wurden dem Vater, der mit diesen Zeilen seinem strapazierten Gemüt Luft macht, im Lauf der beiden letzten Wochen seitens seiner Sproesslinge aufgedraengt: “Papa, schlaegt jeder Blitz ein? — Nicht — Wo gehen denn dann die anderen hin?” “Papa, krieg ich zu Ostern Rollschuhe?” — “Will mal sehen, da muss I ich erst mit dem Osterhasen sprechen”. — Haha — ich haette dich füPn bisschen klüger gehalten!” “Papa, warum heisst das elektrischer ‘Strom’? — ‘Bach’ faend ich gescheiter — in dem dünnen Draht...” “Papa, Pyramidon, ist ein Gebirge, nicht wahr?” — “Nein, du verwechselst das mit Pyramiden. Das sind aber Grabdenkmaeler”. — “Nennen die sich nicht Pyrenaeen?” “Papa, du hast Stoppeln — waechst dir jetzt ein Bart aus dem Gesicht?” — “Stoert dich das, mein Fraeuleinchen?” — '“Es kratzt. — Ein Glück, dass wir Frauen uns nicht rasieren müssen”. — “Wieso?” — “Unrasierte Frauen stell ich mir graesslich vor...” “Papa, manche Tiere haben’s doch auch gut gehabt bei der Sintflut?” — Dummes Zeug. Welche denn” — “Na, die Fische...” MPapa, was ist das bloss: der Staat?” — “Hm — das ist — das bedeutet — das verstehst du noch nicht...” — “Soso, aber das Geschimpfe soll man sich mit anhoeren!” “Papa, warum brauchen Hunde immer einen Baum, wenn-” Ja, zum Teufel — warum eigentlich?! HUMOR IN ISRAEL David Rothschild aus Tel Aviv? will seinen Namen hebraeisieren.. ‘Was koennt Ihr mir vorschlagen”, fragte er den Beamten des zustaendigen Bueros. "Ganz einfach”,, erwiderte dieser: Schild heisst magen*. david bleibt david, rot ist adöm, also: magen d.avid adöm!... “Magen David Adöm” ist in Israel die Unfallstation. + Ich treffe einen Bekannten auf der Ben-Jehuda Strasse. “Sagen Sie, lieber Freund, Sie reden so gut jiddisch, ist das ihre Muttersprache? “Nein”, ant. wortete dieser, “das ist meine Schwiegerm u ttersprach e! ” + Ein Jid aus Tel Aviv ist von einer Reise in die Schweiz zurueckgekehrt. Ich frage ihn: ‘Wo hat es Ihnen dort am besten gefallen?” sagte er: “ln Unterlaken”. “Aber hoeren Sie, es heisst doch Interlaken”, erwiderte ich. — “Ja, richtig”, entschuldigt er sich, “immer wenn ich mal ein Wort nicht jiddisch rede, mach ich schoneinen Fehler”. + Ein Jid ’aus Tel Aviv war auf einer Erholungsreise in Spanien. Zurueckgekehrt fragt man ihn: “Sagen Sie, hatten Sie dort nicht Schwierigkeiten mit der Sprache?” — “Ich — Schwierigkeiten? Was glauben Sie! Jenne hatten welche!” ■¥ Der jetzige Papst traf einmal zn einer Konferenz mit einem bekannten Oberrabbiner zusammen. Sie wollten im Lift in den Sitzungssaal hinauffahren. Der Oberrabbiner an der Fahrstuhltuer. “Bitte nach Ihnen, Hochwuerden” — “Keineswegs”, entgegnet der hohe katholische Herr, “nach Ihnen, Herr Kollege! Erst kommt das Alte Testament, dann das Neue!” ■4- Ben Guriön und Church;ll unterhalten sich. “Diese Unmenge von Akten, Gesetzen, Verlegungen, die wir taeglich zu unterschreiben haben”, aechzt Churchill! “Sagen Sie, lieber- Kollege, ist es Ihnen nicht auch zuviel?” Jedoch, Sie haben es leichter, Sie brauchen nur B. G. zu unterschreiben, aber ich — ich kann doch nictit schreiben: W. C. Kleine Weisheiten Ein Mensch lernt früh sprechen, aber schweigen — sehr spaeti # Wenn ein Dieb keine Gelegenheit zum Stehlen hat, betrachtet er sich, als einen ehrlichen Menschen. * Der Dir schmeichelt, ist Dein Feind; der Dich tadelt — Dein Freund. # Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge! # * Der eine hat keinen Appetit zum Essen, der andere kein Essen für den Appetit. * Leihe einem anderen Geld, und Du kaufst Dir einen Feind! * * Wenn ein Schurke Dich küsst, zaehle Deine Zaehne! * * Was man hat, wünscht man nicht; und was man wünscht, hat man. nicht! * Was drei wissen, ist kein Geheimnis. * # Vom Glück zum Unglück ist nur eine kurze Spanne — aber vom Unglück zum Glück eine grosse Entfernung. * # Ein Wolf verliert sein Haar, aber nicht seine Natur. * * Reiche Verwandte sind immer nahe Verwandte, arme aber immer entfernte Verwandte. # Der Bruder des Philosophen starb. Warum starb er, fragte man den Philosophen. “Weil er lebte”, war die Antwort. Besser ein guter Nachbar, als ein^ schlechter Verwandter. Besser ein Wort vorher, als zwei nachher. Einem Betrunkenen, einen Narren und einer Ladung Heu soll man aus

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