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Das Echo · 1960-11-03 · 235 (3.11.1960) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
235 (3.11.1960)
Date
1960-11-03
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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3. November 1960, ‘‘DAS ECHO’’ 3, Blick zurück in di A rchaeologische Israel, Land In den Raeumen des “Museo Nacional de Bellas Artes’’ in Buenos Aires hat Israel eine sehr beachtenswerte und wertvolle Sammlung von archaeologischen Funden ,die in Israel gemacht wurden, ausgestellt. Diese Ausstellung steht unter dem Protektorat des “Instituto Cultural Argentino- Israelita” und wurde von dem eigens mit dieser Ausstellung aus Israel nach Argentinien gekommenen Direktors der Altertumsabteilung des israelischen Erziehungs- und Kultus-Ministeriums, Professor Penuel P. Kahana, organisiert. Die Ausstellung ist in vier Zeitabschnitte eingeteilt: 1.) Zeit der Patriarchen, 2) Zeit der Koenige, 3.) Zeit des Herodes und 4.) Zeit des Zweiten Tempels, denen noch eine Sammlung Reliquien aus der ersten Zeit der Kirchen und der Synagogen im gleichen Zeitabschnitt angegliedert ist. Alle Gegenstaende, mit Ausnahme einiger aeusserst wertvoller Bibeln, die aus hiesigen Sammlungen stammen, wurden eigens von Israel nach Buenos Aires gesandt. Prof. Kahana hatte die Liebenswuerdigkeit die Presse nach einer erlaeuternden Konferenz durch die Austeilung zu fuehren und Erlaeuterungen ueber die einzelnen Gegenstaende zu geben. Wir sahen in der 1. Abteilung, die dem patriarchalischem Zeitalter und dem ihm folgenden der Kaaniter gewidmet ist, das Facsímil der berühmten Wandgemaelde von Bnei Hassan, die eine Karawane von Halbnomaden aus Kanaan zum Beginn des patriarchalischen Zeitalters darstellt, daneben die Rekonstruktion des Sancta Santorum des Kaananiter Tempels von Hazor. In der zweiten Abteilung, aus der Zeit des Bestehens des Reiches Israel unter den verschiedenen koeniglichen Dynastien und den Propheten (1250 vor bis 586 v.u.Z.), erregte die Aufmerksamkeit die Statuette Astartés, einem von den Propheten bekaempften Idol und ein grosses Steincapitel eines Gebaeudes in der Naehe von Jerusalem aus der vor-salomonischen Zeit, einem Vorgaenger des Jonischen Capitols der Griechen. Die wohl fesselndste Abteilung ist die dritte, die der Zeit Herodes (37 bis 70 v.u.Z.) und der jüdischen Befreiungskriege unter Bar Kochba (132 tfjis 135 U.Z.). Hier ist ein Original- Fragment der berühmten Rollen, die in den Hoehlen von “Qumram N? 1 vom Roten Meer” gefunden wurden, ein ganz wertvolles Stueck, das vom “Sanktuarium des Buches” in Jerusalem zur Verfügung gestellt wurde. Dieses Fragment bezieht sich auf den “Krieg der Soehne des Lichts gegen die Soehne der Finsternis”. Daneben wird das Faksimil der “Rolle des Jessaias”, aus der gleichen Hoehle ge- -zeigt. Man sieht die hohen Felsen in fotografischer Wiedergabe, an der Spitze fast der Eingang zur Hoehle, und die steinernen Behaelter, in denen sich die Rollen befanden. Dann folgt eine Gruppe von Gegenstaende, die man in der “Hoehle des Bar Kochba” fand, in der Naehe d«s roten Meeres. Auch hier werden die Eingaenge zu dieser Hoehle gezeigt, die recht beschwerlich zu erreichen waren. In dieser Hoehle lebten die vor den Roemern geflüchteten Juden einige Jahre unter den haertesten Bedingungen. Neben Briefe von Bar Kochba an seine Offiziere fand man Stücke von Stoffen, Kindersandafen, Stücke von Koerbchen usw. wie sie hier im Orginal hinter Glas zu bestaunen sind, und die beweisen, dass mit den Maennern auch ihre Frauen und Kinder diese Strapazen erduldeten und von dem heroischen Kampf der Juden gegen die Roemér Zeugnis ablegan. Beerdigungsobjekte, steinerne Ossarien aus der Zeit Christo, in Jerusalem entdeckt, jüdische Münzen, teils in Silber, aus Ausstellung: der Bibel der Zeit der Befreiungskriege der Juden gegen die Roemer, vervollstaendigen diese Abteilung. In der Abteilung, die den Kirchen des Urchristentums zugedacht ist, faellt vor allen Dingen ein Stück Mosaikboden im Orginal einer alten Synagoge ins Auge. Die in ihrer Farbe gut erhaltenen Mosaiksteine lassen die grosse Kunst ihrer Hersteller erkennen, die hier eine schoene Menorah und ein Schofar geformt haben. Wie Professor Kahana erlaeuterte, war es eine ebenso grosse Kunst, diese Steinchen aus dem Boden zu entfernen und sie genau so auf eine Zementplatte zu fixieren. Der Boden stammt aus der alten Synagoge von Tirat-Zwi. Ein weiteres Stück Mosaikboden aus der Byzantinischen Kirche von Bahan enthaelt die griechische Uebersetzung des hebraeischen Orginal-Textes des Psalmes 32,5. Eine bronzene Oellampe hat als Griff das Kreuz. Interessant und noch nicht geklaert ist der Kopf eines Stier, der als Verzierung darauf angebracht ist. Ein marmorner Kaminschirm aus der bysantinischen Kirche in der Naehe von Askalon ist mit in Relief ausgehauenen Kreuzen verziert. Wir koennen nur in grossen Zügen die Hauptstücke erwaehnen. Man geht langsam durch die Raeume, man kommt wieder; und an Hand eines gut ausgestatten Katalogs lernt man an Hand der Gegestaende ein Stück jüdischer Geschichte erkennen. Herr Professor Kahana hat darüber hinaus uns noch viele uns interessierende Fragen beantwortet. Diese Ausstellung jüdischer Archaeologie zeigt, dass das Judentum aus der Vergangenheit bis zur Neuzeit lebendig geblieben ist. Die Bibel spricht hier durch die Tatsachen. Es ist die Staerke unseres Volkes, dass seine Gegenwart auf der Erfahrung der Vergangenheit gegründet ist und als Uebergang zur Zukunft empfunden wird. Die jüdischen Festtage, sind verknüpft und verkettet mit unserer Vergangenheit, die in dieser Ausstellung koerperlich fühlbar naeher gerückt ist. Vor unser Handeln ist das Mahnwort gestellt: “Bedenkt, auch Ihr ward einst Sklaven in Aegypten!” Und diese Mahnung spricht aus den Rollen vom Toten Meer, aus den Funden von Freiheitskampf und einem Leben des Entsagens des jüdischen Helden Bar Kochba. Alle diese Meilensteine jüdischer, immer lebendig gewesener Geschichte, hat uns Jahrtausende überdauern und den haertesten Schicksalschlaegen standhalten lassen. Es konnten keine Hoffnungen in uns j zerbrechen, nichts konnte uns mutlos | machen; uns beherrscht kein trügerisches Goetzenbild, sondern in uns pulste und pulst der .lebendige Rythmus des uns von unserem einzigen Gotte geschenkten Menschseins mit allen seinen Licht— und Schattenseiten. Ausstellungen, wie diese Archaeologische Ausstellung in Buenos Aires “Israel — Land der Bibel” sollte unsern Gegnern die Augen oeffnen vor der Groesse des Kampfes und der geistigen Leistung eines mehrere Jahrtausende überstehenden Volkes. EDWIN HALLE, Buenos Aires. Zu den Steinriesen in Mittel- und Süd-Amerika Als es mir vor einigen Monaten gelang eine lange gehegte Illusion zu verwirklichen und vier Wochen lang eine der schoensten Staedte der Welt, Mexico, zu besuchen, kam auch ich zu der Überzeugung, dass es sich bei den Steinbildern Süd— und Mittelamerikas, ebenso wie bei den Ausgrabungen Thor Heyderdahls auf der Osterinsel, nicht um verschiedene Kulturen, sondern um dieselbe Kultur in ihren verschiedenen Entwick'lungs Stadien handelt. Es handelt sich dabei bereits bei den Monolithen Thiuhanacus um dekadente Auslaeufer jener hochentwickelten aztekischen Kultur, die ein Meisterwerk in dem Sonnenstein des antropologischen Museums von Mexico lieferte, welcher an derselben Stelle gefunden wurde wo sich heute das Museum befindet. Sein Durchmesser ist ca. 3 Meter, mit einer Staerke von 80 cm. und einem Gewicht von etwa 24 Tonnen. Das Gesicht des Sonnengottes befindet sich in der Mitte, umgeben von allegorischen Bil- I dem, welche fast alle aztekischen j Goetter in den Kalender mit einbeziehen. Zusammen mit dem dort auch | gefundenen Tizocstein ist er zweifellos | das grossartigste Stück, amerikanischer Vergangenheit. Die Allegorien des | Sonnensteins und die des tiuhanacischen Sonnentors, welches sich in nie vollendetem , Zustand befindet, scheinen d:ese!be Kalenderbasis zu haben, wenn man berücksichtigt, dass Mexico sich immerhin auf der noerdlichen Seite des Aequators befindet und umgekehrte Jahreszeiten als Südamerika hat. Wenn man die mexikanischen, peruanischen und aegyptischen Pyramiden in Beziehung stellen will, so ist nur ein sehr kleinen Schritt notwendig zu meiner Theorie, dass die Moeglichkeit besteht im amerikanischen Sonnenkult einen Abkoemmling jenes Kultes zu sehen, welcher am Hofe des Gatten der Nofretete seine Hauptblüte erlebte, um mit seinen Tode für immer von der afrikanischen Büdflaeche zu verschwinden, etwa um das vierzehnte Jahrhundert vor unserer Zeit. Man vermutet, dass ein kleiner Kontingent aegyptischer Sonnenpriester in Mittelamerika landete und den bereits vorhan.- denen Religionen auch die des Sonnengottes hinzufügte. Ebenfalls weisen die Monolithen von Tula in Mexico darauf, dass sie von sehr viel fortgeschritteneren Bildhauern ausgeführt wurden ,a!s die bolivianischen Monolithen. Susanne Jesersky (La Paz). < -I 7H^IKZEM Cochabamba, Casilla 846, Telefon 4427 Das Hotel des Vertrauens und der guten, Küche! Nebenbei— HERZL - BRIEF UEBER MISCHEHE Ein “vertraulicher” Brief, den Herz! am 26. Mai 1898 an Jonas Wolft in Frankfurt geschrieben, als bekannt wurde, dass Max Nordau, damals schon angesehener zionistischer Führer, eine Christin geheiratet hatte, ist jetzt in Jerusalem zum ersten Mal veroeffentlicht worden. Er lautet wie folgt: “VERTRAULICH Wien, 26. Mai 1898 Sehr geehrter Herr! Ihre Depesche habe ich erhalten. Die Meldung ist wahr. Und dennoch haben die Gegner, die sie verbeiten, schweres Unrecht. Erstens, weil das Privatleben nicht in oeffentfliche Diskussionen gezogen werden soll. Zweitens, weil N. (Nordau) diese Verpflichtung schon früher eingegangen hatte, bevor er durch mich zum Zionismus bekehrt wurde. Bei den eigentümlichen Ver. haeltnissen, die hier in Frage standen, kann man nur sagen, dass er als Ehrenmann gehandelt hat. In meinen Augen wird übrigens die Frau eines Juden eo ipso zur Jüdin durch die Ehe. Moses war mit einer Midianiterin verheiratet. Ich wiT darum die Mischehe keineswegs als etwas Wünschenswertes hingestellt haben. Aber wenn ich vor einem solchen praktischen Fall stehe, und d erMann, um den es sich handelt, dem Judentum so wertvoll ist, so kann ich unmoeglich zoegern, wie mein Urteil zu lauten hat. Das ist ja übrigens eines der grossen Verdienste des Zionismus, dass er die Juden wieder heimbringt, gerade die besten Juden, die weggegangen waren, weil das Judentum der “Protestrabbiner” ihnen kein genügendes Ideal mehr bot. Das sagen Sie gefaelligst unseren Freunden, welche durch die Bosheit des Mainzer Israeliten beunruhigt sind. Mich aber wollen Sie nicht nennen, weil ich in der Sache nicht intervenieren will. Dieser Brief ist vertraulich. Ihr ergebner Th. Herzl.” < DR. LUEBKE ERGEFFNET “SINAGOGA” Bundespraesident Dr. Heinrich Liibke wird am 3. November die Ausstellung “Synagoga” in der Staedtischen Kunsthalle Reckiingshausen eroeffnen. Bis zum 15. Januar ¡961 soll auf der “Synagoga” eine Auswahl hervorragender jüdischer Kunst- und Kulturwerke gezeigt werden. Der Leiter der Staedtischen Kunsthalle Recklinghausen, Thomas Grochowiak, berichtete auf einer Pr: -- sekonferenz, dass sich nach anfr.engücher Zurückhaltung das israelische Aussenministerium zur Beteiligung an der Ausstellung bereiterklaert habe. Die Ausstellung wird Ausgrabungsfunde aus biblischer Zeit, kostbare Kultgeraete, Handschriften und Darstellungen alttestamentlicher und spezifisch jüdischer Themen in Meisterwerken der bildenden Kunst aus allen Jahrhunderten bis zur Gegenwart enthalten. Veranstaltungen in Verbindung mit der Ausstellung sollen eine Begegnung mit dem Wesen des Judentums vermitteln. In einem Konzert des Westfaeüschen Symphonieorchesters wird Benjamin Frankels Violinkonzert für Deutschland erstaufgeführt. Das Werk ist den Millionen Juden gewidmet, die der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer fielen. 12 MILLIONEN DOLLAR FUER JERUSALEMER UNIVERSITAET Ein Fünfjahresprogramm zum weiteren Ausbau des Campus der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem mit dem Einsatz von 12 Millionen Dollar wurde von dem Vorsitzenden der Vereinigung der Amerikanischen Freunde der Universitaet, Philip M. Klutznik, dem Ex-Grosspraesidenten der Bne Brith-Loge bekannt gegeben.

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