Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 234 (19.10.1960)
- Date
- 1960-10-19
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS ECHO’’ 19. Oktober I960. VERANSTALTUNGEN Violinkonzert ZV/ ZEiTLIN Der bedeutende israelische Geiger I Zvi Zeitlin beglückte das pacefier [ musikfreudige Publikum an zwei Abenden mit seiner grossen, reifen violinistischen Kunst. Dieser junge Israeli, der seit 12 Jahren konzertiert, der grosse Tourneen durchführte und es verstand durch Leistung und persoenlichen Wert sich ein grosses und anspruchsvolles Publikum zu erobern, ist auf dem direkten Wege zu einer ganz grossen Karriere. Wir lehnen es ab, einen Künstler deshalb zu loben, nur weil er zufaellig Jude ist. Eine Kritik muss von allem Persoenlichen frei sein, sie muss sich objetiv und verantwortungsbewusst geben. Zeitlins Kunst koennen wir aus bejahen. Zeitlin gehoert nicht zu der Gilde vollem Herzen, mit bestem Gewissen der violinistischen Blender, bei denen das Publikum wohl eine sehr interessante Technik, aber wenig Gefühl bemerkt. Bei Zvi Zeitlin ist sowohl eine brillante Technik, mit hoher Sensiblitaet und geistiger Durchdringung des Stoffes, vereint. Sein Spiel hat Verve und tiefes Gefühl, seine Interpretion ist durchgeisb'gt und schoepft das i Thema voellig aus*. Zeitlin ist kein 1 Virtuose, sondern ein Violinist, der! ehrgeizig und hochstrebend ist, der i seine Erfolge ehrlich erarbeitet, der i keine faszinieredenden Maetzchen, I sondern echte, künstlerische Leistung bietet. Den Ernst seiner Persoenlichked erkennt man auch durch seinej Programmgestaltung, die eigenwillig und anspruchsvoll ist. Der israelische Geiger ist musikalisch ein Kosmopolit, wenn auch seine besondere Liehe der deutschen Musik gehoert. Aber was wir ihm besonders hoch anrechnen, ist sein Mut, hier unbekannte israelische Komponisten (wie z.B. den ausgezeichneten Ben-Haim) vorzustellen und sie zu eindrucksvollen Erfolgen zu führen. Die von Zeitlin gebrachten Stuecke von Bach, Haendel, Beethoven, Mendelssohn, Vivaldi und Ben Haim wurden durchweg grossartig gestaltet und entzückten durch praezisen Bogenansatz, Strich und thematische Erfassung. Aus seinem Instrument (einer kostbaren Gagliano aus dem Jahre 1765) zauberte er Toene, die zum Erlebnis-- wurden. Die pianistische Begleitung lag in Haenden von Gustavo Navarre und der bolivianisch-arabischen Konzertbegleiterin Sarah lsmael, die ihren Part dezent und einfühlend durchführte. Welch schoene israelisch-arabische Zusammenarbeit! Einen besonderen Dank gebührt Herrn Rabb. Günter Friedlaender, der es sich besonders angelegen sein Hess, diesen erstklassigen KultuT-Diplomatea aus Israel nach La Paz zu bringen, dessen Konzerte breite Kulturkreise in La Paz sicher nicht nur begeistert applaudierten, sondern die in Zvi Zeitlin auch einer der Interpreten und Repraesentanten achtungsgebietender israelischer Kultur sahen. ★ ☆ ★ * & * * * * * * * & * & * & + * * & * mm CADA AÑO 2.500.000 pasajeros satisfechos > disfrutan de este ambiente tan especial y agradable, crea do a bordo de nuestros avio* nes gracias al esfuerzo de los Ingenieros, artistas y técnicos de: AIR FRANCE 14 REO MAS EXTENSA DEL MUNDO AV. CAMACHO - EDIF. KRSUL * 6to. PISO - TEL. 11744 - LA PAZ WM Wm 3wM ■mmí ¡8®H & * * & * * * * & * & * * * * * * * * * Auskünfte in Versicherungsfrogen / Credinform International, La Pax C. Potosí 1230, Telefon 5623 _/ VORHANG AUF/ Der Theatergruppe der Bene Berith in La Paz verdanken wir wieder einmal einen unterhaltsamen Abend. Wer Lachen kündet, der hat ein volles Haus und ein zufriedenes Publikum; da die Devise für diesen Theaterabend “Zwei Stunden Lachen” lautete, so brauchten die Veranstalter keine Sorgen um den Kartenverkauf zu haben. Der begabte, geistig lebendige und koerperliche behende Dr. Fred Zlaty war wieder der Spiritus rector dieser Bene Berith-Veranstaltung, die viel vorbereitende Arbeit verursachte aber auch einen schoenen Erfolg hatte. Ein gute und originelle Nummer war das neuigkeitskündende “Bachus- Quartett”, in welchem die Herren S. Tepperberg, M. Oppenheim, Kaiser- Blüth mitwirkten und unter denen besonders Andrés Simon durch eine gute Stimme und guten Humor auffiel. Sehr gut, zum umwerfen lustig, war die Radioparodie von Fred Zlaty, die treffsicher Ansager und einen “prominenten” Sprecher verulkte. Weiter gab es kleine Scenen, in welchen sich die Damen Susi Balbaryski und Steffi Münzer bewaehrten und die reizvolle. Fella Oppenheim einen Beweis ihrer Begabung lieferte. Die Conference im 1. Teil des Programmes besorgte wirksam mit trockenem Humor und mit Buster Keaton- Gesicht Ernesto G. Herzberg, der sich wieder einmal vollauf bewaehrte. Der grosse Schlager des Abends war der Sketsch “Das Streichquartett”, welches von Alfred Weinheber bemerkenswert gut und sauber insceniert wurde. Dieser typenreiche Sketsch verfehlte auch diesesmal seine grosse Wirkung nicht und dis lachfreudigen Besucher kamen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Eine gediegene schauspielerische Leistung bot Alfred Weinheber, der Temperament und prachtvollen Humor besitzt. Weiter waren vorzüglich am Platze Alice Jochsberger, die die unerhoert amüsante Type einer “Neureichen” griffig anpackte, sehr lustig waren auch Joszi Winkler und Paul Suesz, ferner waren gut recht Justin Jochsberger und Trude Weinheber. Musikalisch betreuten den Abend Fred Zlaty (Klavier) und Werner Schein (Schlagzeug), zwei Völlblutmusiker, die immer wieder das Publikum durch ihre Musikalitaet erfreuen. Es bleibt nur noch mit Bedauern festzustellen, dass Fred Zlaty uns in absehbarer Zeit verlassen wird, was einen wirklichen Verlust für unsern Jischuv bedeuten würde, da Dr. Zlaty zu den ganz wenigen Menschen, in unserm Kreis gehoert, die Freude an künstlerischem Schaffen und artistischer Gestaltung haben. Der gute Besuch des Abends war besonders deshalb erfreulich, da der Reingewinn dieser Veransteltung für soziale Zwecke verwendet wurde.