Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 231-232 (20.9.1960)
- Date
- 1960-09-20
- Page
- [Seite 17] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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20. September 1960. DAS ECIO 9 9 Kleine Geschichten zum Grossen Tage ..iiiiiHiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii||||jj||||||||||||||||||||||||||||||||||J|J||||||||||||||||||||||||||j|jjjj||j||jj||j|j| AM TAGE DES GERICHTS Einte chassidische Geschichte von Ch. D. Armom, Tel Aviv. Der grosse Berditschewer Rabbi jizchak war bekannt als Fürsprecher und Verteidiger seines Volkes vor dem Vater im Himmel. Der Rabbi stand vor dem Beterpult seiner Schul und die Gemeinde folgte ihm mit heiliger Inbrunst. Ploetziiich blieb er mitten in der -Liturgie; *‘L’ «1 oredh <fin” 'bei dem Vers: “Der se:ne Knechte kauft am Tage des Gerichtes” stehen. Eine ehrfurchtsvolle Stille entstand in der Schul. Man hoerte nur ein verhaltenes Schluchzen aus der Frauenabteilung. Denn in dieser Liturgie wiederhoilt sich im Kehrreim das Wort Din Gericht, und der Überlieferung nach tagt in dieser Stunde das himmlische Gericht, das des Menschen Schicksal für das kommende Jahr bestimmt. Wem sollte da nicht bange sein? Der Rabbi aber, den Kopf auf das Vorbeterpult gelehnt, schien eingeschlafen zu sein. Diese unheimliche Stille dauerte nur einige Minuten. Der Rabbi erhob sich dann und setzte mit grosser Ekstase die Gebete fort. Spaeter erzaehlte er seinen Chassidim folgende wunderliche Geschichte: Schon lange habe ihn der Vers "“Der seine Knechte kauft am Tage des Gerichts” beschaeftigt. Er wusste keine Deutung für diesen Ausspruch. Jetzt war ihm aber alles klar geworden. Diesmal gingen ihm die Gebete nicht so gelaeufig vom Munde wie sonst. Daraus entnahm er, dass im Himmel eine schwere Anklage gegen die Juden erhoben sei. Es drohte ihnen — Gott behüte — ein sehr schweres Jahr. Ihre Sünden vor dem Schoepfer waren gross und der Guttaten waren nicht viele, die sie aufzuweisen hatten. Vor Gram darüber habe er den Kopf auf das Pult gelehnt und sei dabei eingeschlafen. Seine Seele sei indessen in den Himmel geflogen und dort hatte sie gesehen, wie der Ankilaeger immerfort grosse Packen mit Sünden auf die Waagschale des Gerichtes gelegt haette. Ein besonders grosses Bündel mit Sünden habe gleich die rechte Waagschale mit den Guttaten in die Hoehe schnellen lassen. Seine Seele sei verzweifelt darüber gewesen. Als sich aber der Anklaeger umgedreht haette, um neues Anklagematerial zu holen, haette seine Seele den groessten Packen Sünden von der Waagschale genommen und ihn blitzschnell in die Hoelle geworfen, wo er verbrannte. Das war aber nicht unbemerkt geblieben; deshalb entstand im Himmel eine grosse Aufregung. Wer hatte es gewagt, im Himmel einen Diebstahl zu begehen? Aber der Verdacht sei bald auf ihn, Rabbi Levi Jizchak, gefallen. Der Anklaeger hatte zornig di« Besrafung verlangt. Nach den Vorschriften der Thora soll ein Dieb verkauft werden, wenn er nicht bezahlen kann. Aber bezahlen — Rabbi Levi Jizchak besitzt nichts, womit er bezahlen konnte. Da erscholl die Stimme des Ausrufers: “Wer kauft den Dieb?” Da rief Gott: “Ich kaufe ihn!” Das ist die Erklaerung des Verses: “Der seine Knechte kauft am Tage des Gerichtes”. (Nacherzaehlt von Chemje Mastbaum). ÜBER DEN SCHOFAR Es schrieb unser Lehrer Saadia Gaon: Wegen zehn Gründen hat uns der Schoepfer, gelobt sei Er, befohlen, am Neujahrstag den Schofar zu blasen. Des erste Grund: Das ist der Tag des Weltanfanges, in dem der Heilige die Welt schuf und ihr Koenig ward... und wir verkünden die Herrschaft des Schoepfers an diesem Tage, wie David sagte in dem Psalmen “Mit Trompeten und Schofarschall lobet Gott den Koenig. Der zweite Grund: Der Neujahrstag ist der erste von den zehn Busstagen. Man verkündet das mit dem Schofar wie eine Warnung — wer umkehren will, soll umkehren. t Der drittle Grund: Die Offenbarung am Sinai, über die geschrieben ist. “Und der Schall des Schofars war stark, damit wir die Pflicht übernehmen wie das unsere Eltern getan haben, als sie sagten: Wir werden tun und gehorchen”. Der vierte Grund: Uns die Prophetenworte in Erinnerung zu bringen Die Prophetenworte sind mit den Schofartoenen verglichen, wie es in Ezechiel XXXIH geschrieben ist. Der fünfte Grund: Uns an die Zerstoerung des Tempels zu erinnern, wie wir bei leremias lesen: “Denn ich höre den Schofar, den Schall des Krieges” — Wir sollen beim Schofarhoeren um den Wiederaufbau des Tempels bitten. Der .sechste Grund: Die Opferung Isaaks, der bereit w.ar, sein Leben für Gott zu geben — Diese Bereitschaft sollen wir in uns erwecken. Der siebente Grund: Dass wir Ehrfurcht empfinden, wie es bei Arnos III geschrieben ist. D^r achte Grund ist, die Gedanken auf das Gericht zu wenden, wie wir in Zefania I lesen. Der neunte Grund: Uns an die Sammlung der Zerstreuten zu einneren, wie es geschrieben ist: “An jenem Tage wird der grosse Schofar toenen und es werden kommen die Verlorenen im Lande Assur und die Verstossenen im Lande Mizraim”. Der zehnte Grund: Uns zu erinnern an die Auferstehung und daran zu glauben, wie es geschrieben ist in Jeschajahu XVIII 3. AM SINAI Du erschienst in Wolken Deinem geheiligten Volke, um es anzusprechen Vom Himmel lassest Du Deine VomVom Himmel liessest Du Deine Stimme ertoenen. Und die ganze Welt zitterte vor Dir und die Urgeschoepfe zitterten vor Dir, als Du dich, Koenig unser, am Berge Sinai offenbart hast, um Dein Volk die Thora und Gebote zu fehren. 4- Durch Deine Diener, die Propheten, wurde verschrieben: Ihr alfle Erdenbewohner, alle die Welt Bevoelkemde! Ihr werdet es sehen, wenn das Banner über den Bergen erhoben, und ihr werdet aufhoeren, wenn der Schofar toenen wird. Und noch ist verzeichnet: Es wird an jenem Tage der Schofar erschallen und es werden kommen die Verlorenen in Assur und die Zerstreuten im Lande Mizraim und werden sich neigen vor Gott am heiligen Berge in Jerusalem. 4- Wahr ist es, dass Du ihr Schoepfer bist und Du kennst ihre Triebe. Sie sind doch nur Fleisch und Blut. Vom Staube stammt der Mensch und sein Ende findet er im Staube Mit Aufopferung der Seele bringt er sich sein Brot heim. Er ist gleich einem zerbrechlichen Tongefaess, dem welkenden Grase aehnlich. Er ist wie eine Blume, die. vertrocknet, wie der flüchtige Schatten, wie eine vorübergehende Wolke, wie ein Hauch des Windes, wie dahingetriebener Staub, wie eine verschwindende Nachtmahr. 4- Und gebe, Herr, Ehre Deinem Volke, Lob den Gottesfürchtigen, gute Hoffnung denen, die Dich suchen, Freude Deinem Lande, Zufriedenheit, Deiner Stadt. Hoffnungsaufstieg Deinem Diener David und Glanz dem Lichte des Sohnes Jisai. Deines Gesalbten — In anseren Tagen. 4- Und herrsche Du allein, Herr unser Gott, über alle Deine Werke vom Berge Zion, der Staette Deiner Ehre und in Jerusalem Deiner heiligen Stadt wie in Deinen heiligen Schriften gesagt ist: Es wird regieren Gott in alle Ewigkeit. Dein Gott auf Zion, für alle Generationen — Lobet den Ewigen. ESSSüfifli CHOCO 'ifäta' pawiat. fundada pn 1939 WIR GRUESSEN DIE WELTJUDENHEIT MIT DEN BESTEN WUENSCHEN ZUM JAHRESWECHSEL! <§> FEINSTE QUALITAETEN ® UND NIEDRIGE PREISE sind die Vorzüge der CORONA - Erzeugnisse! <ü © Ein schnenes und immer erwünschtes Geschenk für jede Gelegenheit ieat ein CORONA - Produkt! Schokoladen, Cacoö, Konfekt in grosser Auswahl, Cajrumelas, Fantasäeartikel, Dragees, Geschenkpackungen, Kekse, Waffeln und' vieles andere. Feinste Spiritiosen wie: Whisky, Cognac, Rum. Gin, ausserdem saemtliche Likoersorten. Diverse Fruchtsaefte! <§) 9932415