Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 231-232 (20.9.1960)
- Date
- 1960-09-20
- Page
- [Seite 15] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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20. September 1960. “DAS ECHO” 15. Flucht aus dem Alltag Vor uns liegen abermals Tage der LjRuhe, der Reinheit und des Friedens. Wir treten in sie ein w>e in ein Haus der Geborgenheit waehrend eines Unwetters, und es scheint, als ob unsere juedischen Menschen mehr als je solcher Flucht aus einer rauhen Wirklichkeit beduerften, aus einem Alltag, der uns so selten die Kraft der inneren Sammlung gibt, die Faehigkeit, den Sinn des Erlebten zu erfassen. Und es ist doch die tiefe Bedeutung der jamim Noraim, der ehrfurchtgebietenden Tage, in ihrem Lichte die Fragen unseres geistigen und sittlchen Lebens zu ueberpruefen. Zunaechst sollte der Jude unserer Tage in tiefer Dankbarkeit und innerer Bewegung nach Israeli blicken, wo ein schoenes Wagnis, eine nie zuvor gebotene einmalige Chance, von den Besten unseres Volkes ausgenutzt wird zu einer Leistung, auf die alle Juden stolz sein duerfen. Die Anerkennung des dort Geschaffenen durch zahlreiche nichtjuedische Besucher des juedischen Staates erinnert an ein Gebet der heiligsten Tage des Jahres, das einen ganz neuen Inhalt zu erhalten scheint: “Gib, Ewiger, Ehre Deinem Volke, Ruhm den Dich Fuerchtenden, Hoffnung Denen, die Dich suchen, das freie Wort Denen, die auf Dich harren, Freude Deinem Lande und Wonne Deiner Stadt und 1asS’ die Macht Deines Knechtes David aufkeimen und das Licht Deines Gesalbten, des Sohnes Isais, aufleuchten, bald, in unseren Tagen”. Gewiss sind die “Tage des Messias” noch fern, und das Licht der Erkenntnis des Guten und Wahren ist noch nicht aufgegangen, doch juedische Ehre und juedische Freude sind wiederum Begriffe geworden, die III1S etwas sagen. Das Wort der Repraesentanten des juedischen Volke:: in der Welt,, das Wort der Regierung von Medinath Jisrael, von Gleichberechtigten im Rate der Nationen, ist ein Gewinn aus den Jahren der ungeheuren Anstregungen, die fuer den Wiederaufbau unseres Landes unternommen wurden. Wir wissen, dass wir uns erst am Beginne eines langen und dornigen Weges befinden, dass wir nach neuen geistigen Werten, nach einer Neugestaltung unseres religioesen Lebens suchen muessen, doch wir sehen das Ziel vor unseren Augen. Freilich kennen wir auch Zweifler in unseren eigenen Reihen, Menschen, die weder au eine juedische Zukunft in Israel noch an eine solche in der Diaspora glauben. Das wiedererwachende Leben in vielen juedischen Zentren hat bei diesen Juden keine Resonanz ausgeloest, und sie entziehen sich den Verpflichtungen, sowohl dem grossartigen Solidaritaetswerk fuer Israel als auch den wunderbaren kulturellen und humanitaeren Aufgaben, die von Gemeinden und philantropischen Organisationen durch-! Ca'sa “BRISTOL”, C. Loayza [ Hugo Und Maria Max 8 Werner Lewy « gefuehrt werden. Ein Abgrund oeffnet sich zwischen uns und solchen Juden, die noch heute abseitsstehen, sich isolieren und aus den furchtbaren Jahren des Krieges und der Verfolgung keine Konsequenzen gezogen haben. Auch unsere Feste werden von ihnen nicht, oder nur unzureichend, anerkannt, und unser Alltag unterscheidet sich ebenfalls von dem solcher Stammes-und Glaubensgenossen. Es ist der letzte Sinn der heiligen Tage, die vor uns liegen, unsere Stimme zu erheben, "Kal Jaakob”, Jakobs Stimme, die zu allen Zeiten die Stimme der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens gewesen ist. Nichts Grosses in der Welt ist jemals an Bedeutung hinausgegangen ueber die Lehre Moses und der .Propheten, der Weisen und Ausdeuter des juedischen Gottesgedankens, keine andere Idee hat die Gedankenwelt von Bibel und Talmud ueberragt, und juedische Ethik und Sozialgesetzgebung sind noch nirgendwo uebertroffen worden. Niemals zuvor haben die Wertvollsten unserer nichtjuedischen Umwelt solc h e s Interesse an juedischem Geistesgut gezeigt wie in diesen letzten Jahren, und das juedische Buch findet unter nichtjuedischen Gebildeten staerkere Beachtung als einst. Doch juedische Brueder und Schwestern finden so haeufig keinen Zugang zu den Quellen des Judeseins und verschlissen sich den juedischen Stimmen, die nach ihnen rufen. Nach juedischer Auffassung beginnt Jahr um Jahr aufs neue die Gottesherrschaft ueber die ganze Welt, und der Mensch uebernimmt die Verpflichtung, sich ueber den Schicksalswandel der Zeit hinaus zu Gott zu erheben. Sehr treffend hat dies Leo Baeck formuliert: “Wie durch Rosch haschana an die Stelle des. Verhaengmsfseß das sittliche Gericht, die Entscheidung des Menschen gesetzt wird, so durch den Jom Kippur an die Stelle der Unabwendbarkeit die Umkehr des Menschen. Umkehr, diese immer wieder moegliche, fuehrt die Versoehnung herbei. Der Mensch wird vrsoehnt, er hat durch den grossen Sabbat d’e Zeit besiegt”. Wir Juden bejahen mit ganzem Herzen diese “Flucht aus dem Alltag” in die reine Sphaere der erhabenen Feste. Wir benoetigen die Tage der Selbstbesinnung und der Umkehr. Die heiligen, friedlichen, melodieerfueülten, Tage koennen dazu beitragen, unser juedisches und menschliches Bewustsein zu staerken, und gelaenge es, auch nur einen einzigen bisher abseitsstehenden Juden zu uns heranzuziehen, dann duerften wir sagen, das wir dem Rufe der juedischen Tradition, dem aufweckenden Mange des Schofars, Folge geleistet haben. K. W. und Frau Ine 9 2 I senden herzliche Neujahr- ■ swünsche an Freunden 5 für das Jahr 5721! gratulieren Freunden und Bekannten herzlich zum Neuen Jahr! Lebensmittel Juan de la Riva 1415 Telefon 7852 MORDKO SZWARZ und Frau gratulieren herzlich Freunden und Kunden zum Neuen Jahr! im Werner Leschnitzer sendet allen seinen Freunden und Kunden die besten Wuensche fuer das Neue jüdische Jahr! | ¡um) 1 {mil] | jniq | pmi| | {mn] | {mg j [mn] | {nm] | |inii| | [imii | inini | [miij | jnmj [ jinnj) tmn] [ tr OPTICA “LA PAZ” Avenida Camocho 308 - Casilla 1212 EFRAIM PRESCHEL and FRAU desean Progreso y un Destino próspero a todos los Judíos en su Año 5721. ^|pm|||iiiii|||n^||j1J|||llm|||cai|||J^lWl|iiiiqi|nilqimim[l1iiaiinnillWlMlWlMllii^l^[l^ll^lMll^l^l¡n^l^l^^^ I q I (mull MI |nmi urna Itmmitmnii tan Comunidad Israelita de Tari ja _-I III ■ A fln a I und WIZO de Gratulieren auf das Herzlichste der Juedischen Welt zum Neuen Juedischen Jahr!