Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 231-232 (20.9.1960)
- Date
- 1960-09-20
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2. i 6 DAS ECHO 9 9 20. September I960. ROSCH HA - SCHANA— Interesse für unser Land, für Israel, bemerkenswert. Nicht nur, dass in dieser Hinsicht von den Gemeindeführern recht wenig getan wird, so hat die geringe Arbeit, die in dieser Beziehung geleistet wird auch kaum Resonanz. Aber auch die aelteren Herrschaften unter uns vergessen vieles, was ihre Aufgabe waere, wie z.B. praktischer Dienst an alten und freudlosen Menschen, an Kranken, an verschaemten Armen. In der Welt, in der wir leben, ist vieles oberflaechlich, egozentrisch und herzenskühl. Den schwachen seidenen Faden, an dem fast unser aller Leben hing, hat man vergessen, man freut sich über lukrative Geschaefte, ueber ein gutes Einkommen — und vergisst darüber sein Menschsein und seine jüdische Pflicht. Die technischen Fortschritte in unserer Zeit sind armselig, wenn wir darüber die Kraft des I Individumms vergessen. Der I Mensch ist noch immer das Zenj trum aller Dinge und aus diesem j Wissen sollte sich unser Lebensweg formen. Nicht asketische Froemmigkeit, sondern ein positives Leben ist wichtig. Nicht im Gebet allein liegt das Gute, sondern in der segensreichen Tat. Die Tat ist wichtiger als das Wort! Was uns in allem Ueberfluss fehlt ist Zeit, um glücklich, um wahrhaft zufrieden zu sein. Es fehlt uns die Zeit, uns mit Problemen zu befassen, uns mit diesen auseinanderzusetzen. Unter Problemen solcher Art sind nicht nur die Aufgaben unseres engen Kreises zu verstehen, sondern Dinge allgemeiner Art, Dinge die auch in unserer Umwelt vorhanden sind und mit denen wir uns zu beschaeftigen haben, wenn wir nicht die Sicht über das Allgemeingültige v e rl i er e n wollen. Der Nazismus und der Antisemitismus sind nach wie vor lebendig und aggressiv. Wir luden haben nicht nur eine Religionsgemeinschaft zu bilden die Kultus betreibt, nein, wir müssen uns zusammenschweissen zu einer Kampfgemeinschaft, die unser Recht kraftvoll zu verteidigen weiss. Treue zum Judentum ist das, was wir jüdische Menschen zu allererst brauchen. Denn Treue ist nicht nur Bindung, sondern ein verjüngender Quell, der kraeftigt und ein undurchdringenden Panzer gegen Angriff bietet. Rösch Haschanah und Jom Kippur sind die grossen, lichten, feierlichen Tage im jüdischen Leben, in die wir jetzt eintreten. In diesen Tagen sollen wir uns besinnen, sollen wir einkehien, in uns horchen und forschen. In diesen Tagen sollen wir die Kraft und den Mut haben, uns mit Problemen zu beschaeftigen, die nicht nur dem "Ich" sondern dem gemeinschaftlichen "Wir" dienen. An diesen Tagen muss das Credo unserer ethisch-jüdischen Kraft so stark sein, dass es Verschüttetes an den Tag bringt, sodass wir Erkennen und Bekennen koennen. Jude-sein, heisst dem Glauben der Vaeter heilig zu wahren und eine ehrwürdige Tradition friedlich, aber auch kaempferisch fortzusetzen. Unser Judentum wird nur solange Bestand haben, solange die guten Kraefte unserer Vorderen wirksam sind. Diese Kraefte zu bewahren, diese zu erneuern ist das Grosse an unseren Heiligen Festen. An diesen Tagen sollten wir geloben, unsere Haeuser in Liebe zu festigen, im Guten zu wirken, sowohl innerhalb als auch ausserhalb unseres Kreises. Der Glaube ist bei uns das Wissen vom Guten. Dieser wissende Glaube muss weiter reifen, blühen, damit die Früchte unseren Kindern zum Segen gereichen. Wir erflehen ein gütiges Geschick für alle unsere Glaubensgenossen im Jahre 5721 und dass Liebe und Friede die Welt regieren moege. LUDWIG K. STARGARDT. DISTRIBUIDORA UNIVERSAL DE PELICULAS LTDA. DESEA A SU DISTINGUIDO PUBLICO U N FELIZ ¥ PROSPERO AÑO NUEVO 5721 «í-- Die berühmte hollaendische Luítfahrt-Lmie wünscht von Herzen ihren vielen Jüdischen Reisenden ein glückliches und erfolgreiches Neues Jahr! Representation in La Paz: Avda. Camacho 1324— Telefon' 5701 Eligiendo MovadorUd. posee una Joya que se armoniza con todos sus vestidos, ya que su elegancia discreta y clásica se rie de los caprichos de la moda. Movado Ref. 147 y 148, oro 18 quil., cristal záfiro facetado. -- Representante General para Bolivia: LEON WElL Unicamente en las Joyerías de Más Prestigio. / J LA PAZ — COMERCIO 927. — Teléfono 3414 j Desea un Feliz Año Nuevo!