Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 230 (22.8.1960)
- Date
- 1960-08-22
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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22. August 1960. DAS ECHO unsere ejgeiK ene v’p stellen kone,ies Erzvaters her. -ze|gf uns das U-' ln ^'ner Zeit jn ,£• die uns be-;rtthen' D''e gute eJ Zeit, & uarsteJung 'asssf lebendiges; Abrahams als “Vand damit als ersten benshaltung erkenrzeln. °logie den Antisezentralen Instru- Ha'tung machte, cht nur eine Vebegrenzten Gebiet, fall in Grausamur spotten, song kam die Barder Wesenszug i die eine über kulturelle und verneint wurde, g gegen Israel ir von der eigener Entwicklung, was unser gegenmmt, so wird mus als Kulturn umfassenden niemand beja- Kenntnis der ,.tur wie der Hindie sich jener ams durchsetzen damit fehlt heute rklichkeit dessen, Alan mag sich en, wie Abraham nk zu verstehen, ichkeit des Veriffenbarung nicht >ibt der Schritt Schritt eines Wee wir alle tot* zurück führt notrei jener Opferen Pendant die Iterkammern tnol. heute dass nn führt, w diese Bar- Antisemi- ■ird in Zofia „ diese Bar- und im na‘ ben wurzelt. Gerdass die sichtbar, dass war zeigt, - 1er auflebt, von dem vermitte'11 wenn Weg für 1 der Bedeute Gegen- (DAZ). Ib Unsere Welt: Viel Kriegstechnik und wenig Kultur Perspektiven- Den folgenden Artikel entnahmen wir dem “Bulletin der Bundesregierung” (Nr. 137), also eines hochoffizielten westdeutschen Nachrichtenblattes. Die dort aufgezeigt'an Zukunftsperspektiven weisen leider nicht auf Ausbau an Zivilisation und Kultur hin, sondern aiuf die Wirkung hypermoderner Zenstoerungsmittel waehrend eines Krieges. Es ist sialbstverstaendlich dass der Westen rüsten muss, solange kein effektiver Abrüstungsvertrag unterzeichnet wurde, es bleibt aber dahingestellt, ob eine solche Abrüstung nicht moeglich waere, denn an konstruktiven Vorschlaegen in dieser Hinsicht hat es nicht gefehlt. Nach den A- und H-Superbomben, sind les nun die Interkontinentalen Raketengeschosse, dfe die Aufrüstung beherrschen. Nachdem Sowjetrussland in diesien ferngesteuerten Raketen grosse Erfolge hatte und diese auch nicht verheimlichte, versuchen nun die USA der UdSSR den Rang abzulaufen. Nach den folgenden Angabe genügt die Sprengwirkung einer einzigen Pcflarisrakete um eine Mittelstadt voelKg zu vernichten; in absehbarer Zleit werden die USA ueber ca. 800 dieser moerderisehen Raketen verfügen. Die Folge: iSowjetrussland wird und muss weiter auf rüsten, nach neueren und raffinierteren Methoden Umschau halten, itst dies gelungen, sind die “Modernsten Wafflen” der USA wieder ileif zum verschrotten — und dieser Kreis ist endlos. Die USA und die UdSSR, so reich sie auch sein moegen, koennen sich in Aufruestungen wirtschaftlich verbluten. Gewiss, eir.'e zeitlang rauchen die Schornsteine der Rüstungsindustrien, aber dieser Rauch kann sehr leicht zu oekonomischen Erstickungen führen, wenn eben Rüstungen einen sehr wesentlichen Teil des Nationalvermoegens beanspruchen. Aufrüstung ist die Politik der Staerke, eine Politik die zu Explosionen führen muss. Washington und Moskau ueljerstuerzen sich an pazifistischen Erldaerungen — es walere hohe Zeit, dass anstatt Phrasen geredet werden, ernsthafte Friedensarbeit geleistet wird. Die Voelker wollen nicht von '“vmerhoert modernen und zterstoarenden Waffen” lesen, die ja nur gegen sie gerichtet sind, sondern sie wollen endlich aus der Presse erfahren, dass der Frieden auf dem Wiege und diè Abruestung eine bechlossene Sache sei. Der Abschuss einer Polarisrakete -waehrend der Tauchfahrt, der gerade "in offener See vor Cap Canaveral glückte, bedeutet nicht einfach einen technischen Erfolg, er kündet eine neue •strategische Aera an, in der das Übergewicht der Sowjets in Interkontinentalgeschossen durch leich bewegliche amerikanische Raketen mittlerer Reichweite ausgeglichen werden soll. Die Daten der Polaris sind haeufig veroeffentlicht worden. Sie wiegt ca. 14 t und wird eine Maximalreichweite von ca. 2500 km haben. Ihr Geschosskoerper ist ausser der bombentragenden Spitze zweistufig. Ihre Nutzlast, wenn in Fusionsexplosivstoffen, dürfte bei Volltreffer genügen, um eine Stadt mittlerer Groesse voellig zu vernichten; ein mehrfaches der Hiroshinabombe. Die George Washington, das Atom- U-Boot, von dem sie abgefeuert wurde, hat 5600 t Wasserverdraengung und ist mit Abschussrampen für 16 Polarisraketen ausgestattet; die Besatzung ist gewoehnlich. abgesehen von den Offizieren, 90 Mann stark, soll aber in künftigen Modellen weit herabgesetzt werden. Das Boot, von dessen Klasse in absehbarer Zeit ein halbes Dutzend im Dienst stehen werden -— zur Zeit sind zwei voll einsatzbereit —, hat kürzlich den Beweis dafür geliefert, dass es an sich in der Lage ist, eine Erdumseglung ohne Hafenanlauf durchzuführen. Ein Boot der gleichen Kategorie hat den Nordpol untersegelt, das Polareis durchbrochen etc. etc. Es handelt sich also — trotz des Unfalls, der sich bei einem Polarisprobeschuss vor vor einiger Zeit ereignete — um eine hochwertig 'eistungsfaehige Waffe. Es war. nota bene, nur eine von insgesamt 70 Polarisproben, die mit einem Unfall endete. So erbaulich diese Tatsachen an sich sind, und so sehr sie die Vollendung amerikanischer Produkt;on«methoden beweisen, so ist mit solcher j Feststellung doch keineswegs eine j ausschoepfende Bewertung des ge-! glückten Cap Canaveral-Tests gegej ben, bei dem 250 Personen, darunter zahlreiche Wissenschaftler, Beobachter etc. an Bord waren. Die Schwaeche der amerikanischen Verteidigung gegenüber der vorlaeufigen sowjetischen Übermacht in den weitreichenden Raketengeschossen gab sich auf mehreren Ebenen kund. Die numerische Unterlegenheit ist nur eine davon. Bei einem etwaigen sowjetischen Angriff wird der Moskauer Stab natürlich zunaechst versuchen, auch moeglichst viele amerikanische Abschussrampen zu zerstoeren — abgesehen von Flugfeldern, anderen strategisch wichtigen Anlagen, und Siedlungsgebieten. Die amerikanischen Raketenstationen, insbesondere auch die für . die interkontinentalen Geschosse, waren bis vor kurzer Zeit fast aie überirdisch. Amerikanische Blaetter veroeffentlichten ausgiebige Angaben über ihre Lage, sogar Photos von ganzen Anlagen mit der sie umgebenden Landschaft. Die Sowjetrussen hatten also, abgesehen von den Informationen durch ihren eigenen Geheimdienst, genügend Angaben, um schon einen ersten Schlag toedlich gestalten zu koennen, wenn das Radarwarnungssystem versagt. Die Polaris ist beweglich. Sie hat keinen festen Abschussstandort notwendig. Ausser den U-Booten koennen sogar Eisenbahnwaggons als Rampe dienen .Durch ihre Reichweite macht sie es moeglich, dass mit einigen U- Booten vom Mittelmeer, der Nordsee, dem Pazifischen Ozean aus sowohl das europaeische Russland bis hinter Moskau, wie die wichtigsten strategischen Teile des asiatischen Scwjetgebietes mit Atombomben belegt werden koennen und dass diese Angriffsposition ausreichend sicher ist, solange die Sowjets keine genügenden neuen Verteidigungsmittel aufgebracht haben, die in der Lage sind, die U-Boote unter Wasser anzupeilen und sie dann ihrerseits mit Bomben zu belegen. Eine der Hauptsorgen der Amerikaner gilt infolgedessen zur Zeit den Versuchen, die U-Boote noch geraeusch'.'oser zu machen. Der Cap Canaveral-Schuss ist abgegeben worden, waehrend die George Washington mit mir zwei Knoten Geschwindigkeit in etwa 30 m unter der Meeresoberflaeche segelte Die See war relativ ruhig, das 1700 km pntfernte Ziel wurde erreicht Das Boot kann aber bis zu 50 Knoten pro Stunde aufbringen. Es hat Feuermoeglichkeit auch bei bewegtester See, da es mit einem besonderen Stabilisationssystem ausgestattet ist. Es kann seine Botschaften unter Wasser abgeben und in getauchtem Zustand Befehle entgegennehmen. Die Schwierigkeiten einer sowjetischen Gegenaktion sind also im Ernstfall bedeutend erheblicher als sie sich bei dem Versuchsschuss —der übrigens ein zweites Mal wiederholt wurde — praesentierten. Trotzdem soll man nun nicht glauben, dass die amerikanische Verteidigung mit dem beträchtlichen vorliegenden Erfolg gesichert waere. Man sollte sich auch nicht vorgaukeln, dass selbst der Einsatz von 96 Polarisraketen allein zur siegreichen Beendung eines Feldzugs ausreichend waere. Für spaeter wird mit einer U-Flottentotale von 7—800 Raketen gerechnet. Um das Aufholen auf dem Gebiet der interkontinentalen Raketen werden die Amerikaner, das wissen sie selbst, nicht herumkommen, wenn die internationale Spannung anhaelt und ein Abrüstungsabkommen nicht erzielt wird Trotzdem ist zweifellos der Beginn einer neuen strategischen Aera schon dadurch erreicht, dass die USA von den Festlandrampen für Mittelstreckenraketen mehr und mehr unabhaengig werden koennen, je nach dem Einsatz, den sie mit Atom—U-Booten zu leisten in der Lage sind. Die ¡Sowjets experimentieren noch mit ihren Unterwasserraketen. Verzichten werden sie allerdings auf die Basen zu Lande nicht. Kein Zukunftskrieg, sei er noch so sehr technisiert, kann ohne den unverzüglichen Einsatz von Lanstreitkraeften zu Ende geführt werden. Allerdings wird man manche scheinbaren Einbrüche, die letzthin in das amerikanische Basensystem erfolgt sind —sie sind bislang tatsaechlich nur scheinbar—, anders zu bewerten haben, sollten sie wirklich erfolgen, wenn die Atom-U-Bootfüotte bereit sein wird. Aber das sind Zukunftserrwaegungen und sie sind also keineswegs unbedingt aktuell. F. M. C. Kultur?.. Der bekannte nor ¿amerikanische Politiker und Diplomat, George F. Kennan, hielt kürzlich in Berlin einen Vortrag, dessen Ausführungen derart interessant und auch alarmierend sind, dass wir diese nicht unsern Lesern vorenthalten wollen. Der “Amerikanismus” breitet sich in allen Weltwinkeln aus, er verflacht Kultur und setzt dafür einen Kollektivismus, der im negativen Sinne das intellektuelle Schaffen beeinflusst und den Lebensstil mechanisiert. Wenn Kennan diese brennende Probleme unserer Zeit auch nur streift, so sind seine Ausfuehrungen doch sehr dankenswert, da sie davon zeugen, dass die kulturellzivilisatorische Gefahr bereits derart fortgeschritten ist, dass ein prominenter US-Diplomat glaubt, hierzu oeffentlieh Stellung beziehen zu müssen. Die geistige und seelische Pflege der Menschheit ist in Gefahr durch den Ultra-Modernismus einer verflachenden Technik. Wir haben mehr Idole als Ideale, es wird mehr Kraft als Hirn gepflegt. In der geistigseelischen Entwicklung der Westwelt wird letztenendes ihr politisches Schicksal münden; dieser Entwicklung zu steuern, ist eine der wesentlichsten Aufgaben, die ein jeder Verantwortungsbewusster sich anzunehmen hat. Der Status quo der letzten sieben oder acht Jahre beginnt zu zerfallen. Die Anzeichen, mit denen der Zerfall sich ankündjgt, sind nicht beruhigend, wenn man an die Aussichten für den Weltfrieden denkt. In West und Ost — auf beiden Seiten sind Fehler gemacht worden. Neue Spannungen und Reibungen haben sich ergeben, die zum Teil .auf das Wettrüsten zurückzuführen sind. Und dadurch, dasss ein grosser Teil der kommunitischen Meinung, die in Peking kreist, den zerstoererischen Folgen eines Atomkrieges gleichgültig gegenüber zu stehen scheint, wird die Sache nicht besser. Ich kann nur mit sehr vielen anderen Menschen beten, dass das, was Oppenheimer die "grimmige und ¡ionische Interessengemeinschaft zwischen Gegnern” nennt, genügt, die Katasthophe zu verhindern, auf dass unsere Kinder die Moeglichkeit haben werden, die Kontinuitaet unserer Zivilisation fortzusetzen. Aber ich sehe keinen Grund für Passivitaet oder Verzweiflung, mindestens nicht auf dem Gebiet, das sich mit der inneren Entwicklung unserer eigenen Gesellschaft befasst. Dabei kommt mi r eine Anekdote in den Sinn, die ich meinem Freund und Kritiker Dean Acheson verdanke. In Connecticut geschah vor vielen Jahren folgendes: Das Parlament tagte an einem heissen Sommertag. Ein Gewitter stand am Horizont und der Himmel wurde so dunkel, dass man im Sitzungssaal nicht mehr lesen konnte. Manche glaubten, das Ende der Welt sej gekommen. Viele knieten zum Gebet nieder. Es wurde der Vorschlag gemacht, die Sitzung zu unterbrechen. Der Vorsitzende stand auf und sagte: "Meine Herren! Entweder ist die3 das Ende der Weilt oder nicht. Ist es nicht das Ende der Welt, dann besteht keine Veranlassung, die Sitzung zu unterbrechen. Ist es aber das Ende der Welt, dann ist es mir lieber, in Ausübung meiner Pflichten angetroften zu werüen. Man bringe Kerzen herbei!” -s war mir eine besondere Freude, dass ich w’aehrend unserer Berliner (Fortsetzung Seite 7)