Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 11 (1960)
- Issue
- 229 (30.7.1960)
- Date
- 1960-07-30
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN J 35 JAHRE ERFAHRUNG % * 35 JAHRE ERFOLG * Í | Í 35 JAHRE f 1 £ J Die neuen sensationellen Modelle: | TRAMP - J * ein Globetrotter reinsten Wassers! i * —rrr=— 1 j . ■ ' ■ ■ *:T=:n *. Die urrabhaengigte Halbmonatsschrift Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Regreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz — Miraflores. — Büros: U Paz, Harrisor 3 — Telefon 6080 / Cocfaabambe, Baptista 429. / Postanschriften: Revista EL ECO, Cacitbi 2217 La Paz, oder Casffia 748 Cochabamba / Druck: Editorial Koöasuyo’, Loayza 400 *;■ 1 * ■■ - ■ - i J Besichtigen Sie diesen ausserordentlich $ * leistungsfiaéhigen TransistoremRund- * í funkempfaenger in der * í Empresa HUGO LANGER - La Paz | * Casa “Kavlin”, Calle Potosí, Telefon 8483 $ * Casilla 479.? DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 600.000; kleinere Ftoechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. Jahrgang XI. — Nummer 229. — 30. JULI 1960 — PREIS: Bs. 500.— 19 6 0 18 2 5 DER SECHSTE AUGUST Seit 135 ist Bolivien ein freier, unabhaengiger Staat. Er ist noch ein junger Staat, der noch immer in Formung ist und mit seiner endgültigen Gestaltung ringt. Boliviens Volk hat in der relativ kurzen Geschichte seiner Souveraenitaet, immer wieder seinen starken Freiheitswillen unter Beweis gestellt und seine Kraft zur Entfaltung nationalen Bewusstseins. Dieses 1.360.000 qkm. grosse Land ist erst zum geringen Teil aufgeschlossen. Bolivien hat Schaetze wie Zinn, Kupfer, Silber, Gold, Erdoel, Wismut, Wolfram und Borax wie kaum ein zweites Land der Welt; dieser natürliche Reichtum Boliviens macht dieses Land weltwichtig. Boliviens Wirtschaft ist in der Entwicklung; langsam aber stetig entfalten sich nationale oekonomische Kraefte, die die Groesse aber auch die Grenzen der bolivianischen Wirtschaftspotenz klar erkennen. Boliviens Jugend ist geistig und koerperlich genug beweglich um die Zukunft dieses schoenen und reichen Landes sicherzustellen. An diesem grossen nationalen Feiertag nimmt die europaeisch-jüdische Inmigration besonders herzlichen Anteil. Bolivien hat einen bedeutsamen Beitrag geleistet zur Errettung von Juden aus schwerster Lebensnot, es hat ihnen grosszügig Freund- Die Rote Gefahr Was Friedensfreunde erhofften, wird immer unwahrscheinlicher: eine Coexistenz zwischen den weltbe- Jrerrschenden Staaten USA und USSR. Heute kaempft Washington ebenso zaeh um seine Existenz wie Moskau, jede der Regierungen wünscht “fuer alle Fa'elle” so politisch und militaerisch gerüstet zu sein, dass sie einen dritten Weltkrieg gut übersiehe. Das Weisse Haus und der Kreml arbeiten fieberhaft, ihre Einfluss-Sphaeren zp versfaerken, ihre Freundschaften zu intensivieren, sich Nationengruppen zu sichern, die ihnen ergeben sind. Moskau hat einige Runden voraus. Die Begriffe Paris — Tokio — Havanna sind drohende Schatten, die sich auf die Administration Eisenhower legen. Immer mehr Stimmen von Persoenlichkeiten und der Presse gibt es heute in den USA, die die Politik des US-Praesidenten fuer falsch, gefaehrlich, ja für katastrophal halten. Alle Hoffnung richtet sich in den Vereinigten Staaten auf den Neuen Mann, auf den Praesidenten, der im November 1960 gewaehlt werden wird. Bis zur nordamerikanischen Praesidentenwahl aber kann noch Furchtbares passieren. Der gegenwaertige politische Weg ist im hoechsten Masse unerfreulich, da er in Spannungen gebettet ist, die sich sehr leicht in hochdramatische Explosionen ausloesen koennen. Seit Monaten sind die Spalten der grossen Presse gefüllt mit Nachrichten aus Kuba, die oft in sensationeller, oft in sachlicher Form über die immer sichtbarere Abloesung der Regierung von Fidel Castro von Nordamerika berichten. Wieder sieht einmal Nordamerika wie die von ihm liebevoll gegerbten Felle ihm fortschwimmen, nicht nach dem Mississippi, sondern nach der Wolga; Plaene und Entwürfe, die im White House sorgsam konstruiert wurden, fallen zusammen. Kuba ist z.zt. das russisch-amerikanische Problem Nummer 1. Es geht nicht um das Land Kuba mit seinen knapp 7 Millionen Einwohnern, es geht hier vordringlich um Basen und strategische Punkte, die in einem Kriege von groesster Bedeutung sein konenen. Dr .Fidel Castro ist kein Freund von Nordamerika, ihm ist die nordamerikanische politische Korruption ebenso verhasst, wie das wirtschaftliche System, dem sich Kuba viele, viele Jahre beugen musste. D'er wirtschaftliche Einfluss der USA hat in Kuba einen derartigen Umfang angenommen, dass die kubanische Regierung von Castro feststellen musste, dass auf der Seite der amerikanischen Wirtschaft iiv Kuba ein unerhoerter Reichtum war, auf seiten des kubanischen Volkes aber unerhoerte Armut herrschte. Fidel Castro ist ein Volksmann, ihm ist in erster Linie das Wohl seiner Landsleute wichtig, und er kaempft mit zaeher Kraft dafür, dass Kuba den Kubanern gehceren soll, und dass das kubanische Volk tatsaechlich im vollen Umfange Nutzniesser der nationalen Reichtümer wird. Das kubanische Volk ist auf Seiten von Castro, dies ist unbestritten und wurde vielfach von neutralen Beobachtern bestaetigt. Dieses Volk hat das üble Spiel von Eisenhower zur Staerkung des volksverhassten Praesidenten Fulgencio Batista nicht vergessen, der alles tat um dieses korrupte System zu stützen. Wenn heute Castro-Gegner behaupten, dass Fidel Castro brutal und niedertraechtig gegen seine Gegner vorgegangen ist, so ist dem gegenüber zu halten, dass Batista unermesslich brutaler seine inneren Feinde behandelte, ohne dass aber jema’s vom de- (Fortsetzung Seite 2). Israel und Westafrika Auf der politischen und wirtschaftlichen Bühne Afrikas ist ein neuer Interessent aufgetaucht: Israel. In den letzten Wochen hat es im Westen des Kontinents, von Mali bis zum Kongo, nicht nur politische Erfolge buchen koennen, sondern auch wirtschaftlich festen Fuss gefasst. Den Hoehepunkt der israelischen Bemühungen um den schwarzen Kontinent bildete die Europareise von Ministerpraesident Ben Gurion, der in den Hauptstaedten Frankreichs, Belgiens und der Niederschaft und Erwerbsmoeglichkeit gewaehrt und ihr Leben wieder normalisiert. An diesem Freiheitstage Boliviens fühlen sich die jüdischen Einwanderer mit dem bolivianischen Volk innigst verbunden. Dieser 6. August 1960 ist gleichzeitig der Tag des Machtantrittes einer neuen Regierung. Der Regierung Victor Paz Estenssoro wünschen wir aus vollem Herzen recht viel Glück, damit lande afrikanische Probleme zur Sprache brachte und dabei immer wieder auf die Moeglichkeit einer gemeinsamen europaeisch-israelischen Hilfsaktion für die jungen Staaten hinwies. Bei seinem Liebeswerben um die afrikanischen Staaten verfolgt Israel zwei Ziele. Es sucht nach neuen Absatzmaerkten und hofft zugleich auf politische Rückendeckung vor allem im Konflikt mit den arabischen Laendern. D.abei kommen ihm drei es ihr vergoennt sei, dem Volk einen besseren Lebensstandard zu geben und das Ansehen des Landes zu erhoehen. Bolivien ist jung und kraeftig, es ist reich und es hat verantwortungsbewusste Menschen. Wir glauben an die grosse Zukunft dieses Landes und wünschen ihm an diesem Tag herzlich und in Verbundenheit, inneren Frieden und volle Entfaltung aller seiner reichen Kraefte. LEO BAECK INSTITUTE NEW YORK Dinge besonders zugute. Es sin erstens die Abneigung vieiler Politiki gerade in Westafrika, dem Praesider ten der Vereinigten Arabischen Rep[ blik, Nasser, eine Führungsrolle ii panafrikanischen Konzert zuzugestf hen, zweitens die Tatsache, dass Israi keinem der grossen Machtbüoecke ar gehcert (wenn es .allerdings auch vo einige Seiten in Afrika als “Agent dt Amerikaner’’ bezeichnet wird), un drittens die Erfahrungen der Israel: beim Aufbau einer Volkswirtscha praktisch aus dem Nichts, wobei bt sonders das Genossenschaftswese vieile afrikanische Politiker besticht. So hat Leopold Sedar Senghor, dt t er erste Staatspräsident der gerad unabhaengig gewordenen Mali-Foeds deration sein wird, erklaert, dass di Führer Malis bei ihrem Streben nac demokratischem Sozialismus” Israi als Vorbild betrachten. Achnlich wd'e Reaktion in Ghana, das gern da Beispiel der Kibbutzim übernehme und aus seinem “Arbeitsdienst” ei System von Wehrbauern-Siedlunge auf genossenschaftlicher Basis in de Urenzgcbictcn entwickeln rnaechte Israei arbeitet, mit Kreditangebotei «t/n,prn-ltU rg ,eigencr Firmen ode nfif ,u,ra?I,fcher KaPÜalbeteiligunc keülzahIre,che, führende Persoenlich LaenLr 3 1' S c/V’ westafrikanische det i hitt 'rS dIenreiSen ein. entsen det selbst Experten und hat auc (Fortsetzung Seite 5)