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Das Echo · 1960-07-15 · [228] (15.7.1960) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
[228] (15.7.1960)
Date
1960-07-15
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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15. Juli I960. “DAS ECHO” 3. <«< D/ etÁPit Excmo. Ministro de Gobierno, Justicia e Inmigración De mi mayor consideración: Obra en mi poder su muy atenta nota, con ia cual ha tenido la gentileza de remitirme los últimos números de la revista DAS ECHO que usted dignamente dirige y ,a los que he prestado mi mayor atención. } A tiempo de felicitarle por la interesante publicación que ha tenido la atención de enviarme, deseo hacerle llegar por medio de estas líneas mis personales votos i de prosperidad para la revista DAS ECHO que está cum- V~ " pliendo sus diez años de existencia. * / Con este motivo me es muy grato saludar a usted con mi consideración más distinguida. MARIO DIEZ DE MEDINA, Ministro de Gobierno, Justicia e Inmigración. S. E. Gesandter von Israel in Bolivien: Ihrer Bitte, Ihnen einen Beitrag zu Ihrer Jubilaeums-Ausgabe des “Echo” zu senden, komme ich mit einer gewissen Befangenheit nach. Die Tatsache, dass eine Zeitung, die sich in einem spanisch sprechenden Lande auf deutsch an ein hauptsaechlich jüdisches Publikum wendet, •> koennte auf den ersten Blick befremdlich wirken. Dass sie ,heute in voller Frische ihr zehnjaeriges Jubilaeum feiern kann, ist ein erneuter Beweis jener anormalen “Normalitaet”, in der sich das jüdische Schicksal abspielt. Das Anormale, hier wird’s Ereignis! Mit dem Erscheinen von Moses Mendelssohns deutscher Bibelübersetzung ,das heute genau hundertachzig Jahre zurüekliegt, begann eine Epoche jüdischer Geschieht e ,die man einmal, aehnlich der arabisch-spanischen, als die “deutsche” bezeichnen wird. Sie endete, gewaltsam, schon nach hundertundfünfzig Jahren - welch' kurze Spanne in unserer tausendjaehrigen Geschichte - wiederum mit einer Uebertragung der Bibel in’s deutsche, der von Buber und Rosenzweig, deren letzten Baende schon unter Hitler erschienen. Deutsch war auch die offizielle Sprache der ersten elf Zionistenkongresse, von 1897 bis 1913, weil es, die Sprache Heines und Schnitzlers, Herzls und Nordaus, dank dem Jiddischen, von den damals fünf Millionen osteuropaeischer Juden verstanden wurde. | Eine geschickte deutsche Politik haette aus dieser * Tatsache gewaltige moralische und friedliche Erober-; ungen machen koennen. Sie wurde in der Tat von Theoi dor Herzl dem deutschen Kaiser bei ihrer Begegnung in I Jerusalem im Jahre. 1898 vorgeschlagen. Was dann kam, war etwas ganz anderes. Heute leben nur noch ein knaphalbes Prozent des jüdischen Volkes in deutschsprachigen Laendern. Etwa 200 000 Emigranten, in fünfzig Laendern zerstreut .halten, sprachlich, zwangsweise an dem m /nun Felsen fest, an dem sie scheitern sollten. Mit ihrem Aussterben wird die deutsche Sprache aufhoeren, von Juden gesprochen oder gelesen zu werden. Die jetzt heranwachsende und herangewachsene junge Generation des jüdischen Volkes spricht, liesst und denkt zu drei Vierteln englisch, russisch, hebraeisch und spanisch. In dieser Reihenfolge. Es leben heute mehr hebraeisch sprechende Araber im Staate Israel als Juden in Deutschland. Also: Morituri te salutant! Morituri - aber salutant. Ein Gruss der Aussterbenden. Das ist es, was mich am Beginn dieses Briefes von einer gewissen Befangenheit sprechen liess,, da ich, seit sechsunddreissig Jahren in Lande Israel ansaessig und heute den Staat Israel in Bolivien vertretend, weder persoenlich noch amtlich zu den “morituri.” gehoere. Trotzdem also: Ihnen und Ihrem Blatt, das so unverdrossen für Israel und das juedische Volk in seiner Zerstreuung, fuer Wahrheit und Recht in Bolivien und in der ganzen Welt eintritt, ein herzliches Schalom! Lima, 1. Juli 1960. Ihr sehr ergebener MICHAEL SIMON Von dem früheren Landesrabbiner von Bolivien, Dr. Fritz WTinter, jetzt Montevideo .erhielten wir folgende Zeilen: Lieber Dr. Stargardt - Als Sie mir Anfang 1950 in Cochabamba Ihre Idee unterbreiteten, Sie moechten eine jüdische Zeitung in Bo- | livien herausgeben, ahnte ich nicht, dass ich Ihnen nach ■ 10 Jahren für Ihre Festausgabe Glueckwunsch und Anj erkennung übermitteln wuerde. Sie sind in diesem Jahrzehnt ein homo publicus geworden, der der jüdischen Welt gehoert, und dessen Puj blikationen weder aus dem juedischen Leben Boliviens noch aus dem Lateinamerikas wegzudenken sind. Sie haben durch DAS ECHO ein Organ geschaffen, das Bindeglied zwischen unserm früheren Gastland Bolivien und uns in aller Welt geworden ist. Wenn nach Karl Kraus die Zeitung die “Konserve der Zeit” ist, so haben Sie es verstanden, die Ereignisse I des letzten Jahrzehnts intern und extern in den Veroeffentj lichungen des “Echos” zu konservieren. Wer Ihre Arbeitsweise beobachtet, ist überrascht I von der Klarheit der Formulierungen, der Reinheit des Stils, des Treffsicherheit des Urteils und der Unerschrockenheit ,mit der Sie in die Behandlung brennender jüdischer und allgemeiner Probleme herangehen. Sie lieben keine emotionelle Rhetorik oder das Appelieren an Stimmungen und populaere Sentiments und Sie besitzen die Zivilcourage, fuer Ihre Ueberzeugungen bis zum letzten einzutreten. Lieber Dr. Stargardt: Wenn von einem Dichter einmal gesagt wurde, er dichtet wie andere atmen — so moechte ich dieses Wort variieren: Sie schreiben wie andere atmen! Moege diese Kunst Ihnen noch lange erhalten bleiben! Das wünscht Ihnen mit herzlichen Glueckwuenschen fuer Leitung und Leistung Ihres “Echo” Ihr Rabbiner Dr. Fritz Winter. \ Montevideo, 7. Juni 1960. 843640

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