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Das Echo · 1960-06-15 · 226 (15.6.1960) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
226 (15.6.1960)
Date
1960-06-15
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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Bildbericht: Botschafter 4 4 in La Paz Die * 4 * 4 4 4 * 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 * 4 4 Î Erstklassig in 4 4 4 4 4 4 4 * 4 4 4 4 * 4 * 4 4 Sensation der internationalen Fachausstellungen: , M [ .KÖRTING] VOLL — STEREO — MUSIKTRUHE jeder Hinsicht! Ausserordentliche Preisermaessigung!! Auch SIE werden von dem neuen Koerting- Modell begeistert sein! Ausstellung in der Empresa HUGO LANGER La Paz Calle Potosí 261 - Telefon 8443 - Casilla 479 -x -X •X ■X -X * -X -X * * -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X * -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X •X -X -X -X -X -X REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Die unabhaengige Halbmonatsschrift Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “Ei Progreso", Empresa de Propaganda y Pub'icidad, La Paz — Miraflores. — Büros: La Paz, Harrison 3 — Telefon 6080 / Cochabamba, Baptista 429. / Postanschriften: Revista “EL ECO’, Casilla 2217 La Paz, oder Casffia 748 Cochabamba / Druck: Editorial Kollasuyo”, Loayza 400 DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 600.000; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. ^Jumme^^26^^^J15^JUNI^^1960^^PREIS^Bs^^00^^. Der Kalte Krieg wird Man ist auf dem besten Weg«, den “Kalten Krieg” recht warm zu gestalten. Das Klima ist in den letzten Wochen hoechst ungemuetlich geworden und es ist heute nöetiger als je, dass die Verantwortlichen nicht in blinde Raserei ausbrechen. Die pariser Konferenz war eine überaus peinlich west-oestliche Korraoedie, bei der die Akteure ziemlich miserabel spielten und der Regisseur versagte, da er es nicht verstand, die Figuren auf der Weltbühne richtig zu placieren. Aber was nachher kam war noch sch’immer. Die verpestete Stimmung, die Paris ausioeste, griff weltweit um sich. Das Wort Hobbes “Bellum omnium in omnea” wurde zur fürchterlichen Wahrheit, wir erlebten einen Krieg aller gegen alle. Vom Westen, vom Osten stiegen Hassraketen auf, die Kettenreaktionen verursachten, deren letzte Stufe nicht abzusehen ist. Was de r Kreml, bezw. der russische Staatschef Chruschtschew sich leistete war jammervoll und unverzeihlich. Es ist wirklich nicht moeglich, dass Staatsmaeomfer sich mit Ausdrücken der Kloake bewerfen, dass Chruschtschew Einsenhower, der immerhin ein Gentleman ist. in rüdester Form persoenlich angrfff und beleidigte. Es bleibt nun die grosse Frage: ist Nilrita. ein Choleriker oder bezweckte er mit seinen Schimpfkoilonaden bestimmte politische Absichten. Wenn wir auch Chruschtschew für keinfan sehr disziplinierten Diplomaten halten, so halten wir ihn keineswegs für einen schwachsinnigen Choleriker, der nicht wefes, was er redet, ln seinen Injurien steckt Methode, er versucht krampfhaft, das moralische Prestige von Eisenhower (und auch von Adenauer) zu schaedigen, er viersucht dadurch eine Spaltung im Westen zu erzielen und im Weiteren amerikafeindliche Aktionen in kommunistenfreundlithtn Laendern anzuzetteln. Zum Teil ist dies d«m grossen sowjetischen Propagandisten und Psychologen gelungen, aber diese Erfolge werden nicht gravierend und die Ernüchterung wird Hehr enttäuschend für den Kram sein. Dieser üble diplomatische Jargon eines Hitfer und Ribbentrop kann beute nur noch eine kurze . Rausch Wirkung erzielen, im uebrigen aber muss er schockieren. Mit dieser Lausbubendiplomatfe vernichtet Chruschtschew langsam aber sicher seine guten Positionen im Westen und die Folge wind eine gefaehrliche Isolation slein, die dfe UdSSR erfahren wird. Aber nicht nur das: diese moskowitischen Hassorgien gegen Eisenhower beleidigen nicht nur den US-Praesidenten sondern die ganze Nation. Der Durchschnittsamerikaner, d«r sich über daß Campe Davldl-Klima freute, sieht heute ein, dass e-3 imnter schwieriger ist, mit den seltsamen Kremi- Leuten zu verhandeln. Moskau warf einen Bumerang, Welcher leicht seine ganze bisherige Westpolitik erschlagen kann. Es gibt genug Menschen im Westen, die das Feuer schüren, die aus der russischen Flege'iei eine politische Grossaktion einleiten. Immer mehr hoert man jetzt von gewissen westlichen Kreisen, dass ein Praeventivkrieg gegen Sowjet-Russland notmendig ist, da die kommunistischen Rüstungen derart sich steigern, dass es fraglich sein muss, ob der Westen noch einten Krieg gewinnen kann, wenn er weiter wartet. Bs gibt Militaers und Diplomaten, die es heute nicht mehr halblaut flüstern: “Zuschlägen, ehe wir angegriffen werden!” Die saebelrasselnde Propaganda des Herrn William S. Schlamm, die bis vor ganz Kurzem noch in weiten Kreisen Empoerung entfachte, gewinnt an Am ha'enger, sie findet Beachtung und auch einigen Applaus. Aus der Hysterie von Chruschtschew, aus Worten, die sein proletarisches T emperanfent formten, gibt es west'jche Elemente, die daraus Gewinn erzfeien wollen und den Krieg für die “einzige moegliche Loesung eines poltischen und moralisch untragbaren Zustandes” halten. Diese Herrschaften sind mindestens ebenso gefaehrlch wie Nllkita Chruschtschew. In Wirklichkeit liegt gar kein Anlass vor, die Kriegsfackel zu entzünden und gegen die Weit zu stossen. Schwaetzer Chruschtschew wird sich sehr schnell wieder beruhigen und er wird ein brauchbarer AUierter sein, wenn man mit ihm durch Verbindungsleute neue interne Verhandlungen aufnehmen wird. Das Deutsch’and-Problem kann nud darf nicht dazu fühlten, dass die Welt dfeserhalb in ein Chaos gestürzt wird. Die grossen politischen Fehler, die die westlichen Führer machten, sind ganz sicher nicht geringer als die, die der Ktteml verschuldete. Diese Kraftworte von Chruschtschew sollten nicht so wichtig genommen 1/. ctot ¿tenMùx.c Boliviens neuer Praesident Die Wahlen vom 5, Juni 1960 bewiesen die ausserordentliche ropulantaet des Chefs der offiziellen Partei MNR, Dr. Víctor Paz Estenssoro, der durch das bolivianische Volk zum Presidenten fuer die Zeit von 1960 - 1964 gewaehlt wurde. Gleichzeitig wurde als Vice-Praesident der Führer der Arbeiter Schaft,^ Juan Lechín Oquendo, gewaehlt. j^as Echo" begrüsst beide Persoenlichkeiten als die neuen tuhrenden Maenner des Staates und wünscht ihnen viel Glück in ihren Arbeiten, damit das bolivianische Volk zu Ruhe und Wohlstand kommt. damit zu rechnen, dass die neue Regierung einen demokra- J»^2riaJ¿stischen ^lirs e'nschlagen, und das sozialistische Programm der MNR bedeutsam foerdern wird. ln den kommenden vier Jahren moege es der Regierung Paz Estenssoro vergoennt sein, dass Arbeit und Disziplin im ganzen Lande watte und dadurch die weitere Aufschliessung des reichen und schoenen Landes Bolivien, gesichert wird. LEO BAECh. j INSTITUTE I NEW YORK i warmer werden, um das Klima weiter absinken | zu lassen. Worte sind noch keine Ta-; ten, und solange es um einen Wort- Krteg geht, solange kann man auch durch Geduld, Vernunft und ein wenig Psychologie Negatives zum Positiven wandeln. Chruschtschew ist von Eisenhower enttaeuscht, der, nach seiner Meinung a m Gaengetband von Adenaüer sowjetfeindliche Weltpolitik treibt. Wir wagen es nicht, die Auffassung von Chruschtschew in dieser Hms'cht zu überprüfen, glauben aber sicher da-an, dass es Frankreich und England re’.ativ leicht gelingen kann, Chruschtschew erneut zu Konferenzen heranzuzieh'en, ihn zu besäen fti gen, ihn zur staatsmaennischen Ruhe zu bewegen und so die Basis für Frieden wieder stark zu konsolidieren. Die internationalen Kriegshetzer bemühen sich, die Situation zu komplizieren, die Herren Schlamm und Konsortien popularisieren in Wort und Schrift den Kriegsgedanken. Was ist schon geschehen. Die pari s e r Konferenz ist aufgefiogen, Chruschtschew hat sich “sehr daueben’t&ncmmen. Aber darars eine “auswegslose Situation” zu sehen, ist ebenso toericht, als wenn man auf Spatzen mit Kanonen schiessen würde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Chruschtschew in der Berlin-Frage etwas Drastisches in absehbarer Zeit versuchen wird. Umso mehr ist es an der Zeit, ihn nicht rumoren zu lassen, sondern mit ihm zu reden und den “Fall Berlin” bestmoeglichst zu ordnen. Die Weit braucht sich von Chruschtschew nicht einschüchtem zu lassen, aber sie soll auch nicht halsstarrig sein, bei Ldesung von Problemen die frueher oder spaeter doch geloest werden müssen. Die Welt weiss, was ein heutiger absoluter Krieg bedeutet. Was man durch Kompromisse bereinigen kann, so^te man in dieser Form zum Abschluss führen. Frieden ist das einzig Wichtige, was die müden Weltbürger brauchen. Den Frieden zu erhalten ist efln echtes Ideal, für den Erhalt des Friedens zu kaempfen ist ehrenvoller aäs Im Kriege zu kaempfen. Denn Krieg ist kein “Muss”, sondern eine fascenierung! LUDWIG K. STARGARDT.

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