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Das Echo · 1960-05-15 · 224 (15.5.1960) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
224 (15.5.1960)
Date
1960-05-15
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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01HO3IID REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN $ Die feinsten, modernsten x- * und preiswertesten xi SOLINGER TAFELBESTECKE Die unabhaeugige Halbmonatsschrift Boliviens ln deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Di. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso ’, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz — Miraflores. — Büros: J La Paz, Ham'son 3 — Telefon 8403. / Cochabamba, Baptista 429. / Postanschriften: Revista EL ECO , | X- Casilla 2217 La Paz, oder Casilta 748 Cochabamba / Druck: Editorial Kollasuyo”, Loayza 400 ¡ + DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden 600.000; kleinere Flaechen entsprechend weniger. - telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. - Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger **********4^**AH^AH^¥**¥¥¥*********+* ***+**•£ -X -X * -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X * -X ♦ -X -X -X -X * -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X -X der Weltmarke £rnst £ ickenberg finden Sie in grosser Auswahl in der Empresa HUGO LANGER La Paz? c. Potosí 261 — Telefon 8445 — Casilla 479 * Jahrgang X — Nummer 224 — 15. MAI I960. Preis: Bs. 500.— . Schicksalsfragen. B B I. Wenn diese Ausgabe des “Echo” erscheint, bereitet sich in Paris die Gipfelkonferenz vor, auf die Augen und Hirne der Welt mit Spannung gerichtet sind. Die souveraennen Themen dieser Konferenz werden Abrüstung und Deutschland sein, Probleme, die über Frieden oder Krieg aitscheiden koennen. Diese Gross- Konferenz steht im Schatten eines Umbruches von vielen Voelkern, d.te sich aus der Enge des Kolonialismus befreien wollen, die kaempfen und sterben für die Sachte der Freiheit. Die Konferenz hat bedeutsame Aufgaben zu loesen, denn mit einer Hteucheküplümatie und verlogenen schoenen Worten von Frieden, Abbau und Volkswohlfahrt wird man diesmal kaum arbeiten koennen, ebensowenig wie mit einer Politik des krassen nationalen Egoismus. In Brandlettern wird ueber dieser Gipfelkonferenz das Wort FRIEDEN brennen, ein Wunsch dter Voelker, die so ziemlich zu allem bereit sind, wenn der Zustand des Friedens gesichert werden kann. Frieden darf keine rethiorische Sache mtehr sein, sondern ein Faktum welches mit edler Mühe behandelt werden muss. Diteses Gipfeltreffen darf zu keinem neuen Gipfel von phrasenreichen Worten werden, von gegenseitigen Beschuldigungen, sondern es muss zu einter konstruktiven Tat reifen. Der sehr laedierte Geist von Camp David muss wieder restauriert und gefestigt werden, es müssen, auch wenn es noch stehr schwer sein sollte, diesesmal Bdücken von Ost zu West geschlagen werden. Gebe ein gütiges Geschick, den Staatsmaennem die politische und ethische Rteife, dass die pariser Kon. fetienz die Hoffnungen der Menschheit erfuellt. ln unserer naechsten Ausgabte hoffen wir, die heue Gipfelkonferenz ausführlich kommentieren zu koennen. II Die westliche Welt hat einten schweren Stand, denn es zeigt sich immer mehr die Brüchigkeit ihrer politischen Konstruktionen. Die Unterstützung der Demokratien unpopulärer Politiker, hat .schwer dem Ansehen dter Weltdemokratien geschadet. Als Beispiel moechten wir die begeisterten Berichte der Weltpresse demokratischer Zanten anführen, die die Neuwahl des 86-jaehrigen Syngman Rhee feierte und betonte, dass der Sieg ein fast 100 % iger sei und damit die Pcpulariltatet dieses Staatsmannes aufs neue bewiesen wurde. Diese Presse verg.ass tendenzioes, darüber zu berichten, dass diese Wahlen in Sued-Korea unter Anti-Rhee-Demonstrationen und unter Kugelregen stattfanden. Der neue revolutionaerte Ausbruch der unter Unfreiheit leidenden Massen der “Demokratie" Südkorea bewies den Hass des Volkes gegten das Regime von Syngman Rhee, der nun auf schwersten Druck seines Volkes zuruecktreten musste. III Was sich in Algerien abspielt ist ebensowenig erfreulich. Frankreich in Zusammenarbeit mit den USA knechtet seit vielen, vielen Jahren den Freiheitswillen des algerischen Volkes, welches unter kolonialen Zwang lebt und natürlicher Entwickungsgesetze beraubt ist. Die bewundernswerte Kraft des sich immer neu entzündendien Freiheitswillens des algerischen Volkes, kann nicht durch die Kanonen und Bomben von den nationalistischen General de Gaulje gebrochen werden. Aber die Haerte von Paris laesst das Volk Algeriens immer mehr revolutionaer bewusst werden und immer mehr Anzeichen sind dafür vorhanden, dass sehr vielte Nationen mit den Freiheitskaempfem sympathisieren, und insbesondere der Anti-West- Funken in Afrika vor einter explosiven Zündung steht. Die Engstirnigkeit, mangelnder Humanismus und das Nichtvorhandensein politischen Zeitgefühls einiger Politiker, Jasften immer wieder neue Biutstroeme fiiessen, für eine Sache, die schlecht und haltlos ist. Eine Versklavung anderer Art findet in der Südafrikanischen Union statt, wo der kleine Prozentsatz der Weissten, l die Majoritaet der Bevoelkerung, die! schwarze Hautfarbe haben, diffamiert. Dieses nichtswürdige Gesetz der Se, Als man vor kurzen von dem antisemitischen Angriff auf Israel durch ein Mitglied des Parlaments in Ghana hoerte, erhob sich in Israel ein Sturm. Die israelische Oeffentlichkeit ist politischen Angriffen gegenueber, besonders von unerwarteter Seite, sehr empfindlich. Israels Presse bringt staendig Nachrichten darueber, welche beträchtliche Unterstuetzung wir den jungen Staaten Afrikas und Asiens angedeihen lassen, und welches Ansehen wir in diesen Laendern erreicht haben. Die Frage, die sich der Durchschnittsbuerger Israels stellt, wenn er von tinprovozierten Angriffen hoert, ist, ob diese Bemuehungen von Seiten Israels sich lohnen. Eine aehnliche Situation trat anlaesslich des Zwischenfalls bei der “Afro-asiatischen Sollidaritaetskonferenz” in Konakry vor einigen Tagen ein., als der israelische Botschafter in Guinea, Shlomo Hillel, gebeten wurde, den Sitzungssaal zu verlassen. Der Zwischenfall kann zwar, was Israel betrifft, als beendet angesehen werden, nachdem Herr Sckou Toure, der Praesident Guineas, dem israelischen Gesandten sein Bedauern ausgedrueckt paration von weissen und schwarzen i Bürgern, welches gottlos und überheb- | ¡ich ist muss zwangslaeufig zum Veri schwinden der grausamen weissen Herrscher in Südafrika fühlten. In Algerien, in Südafrika und noch in rrndem Teilten der sogennanten “Freien Wett geschieht furchtbares nationales Unrecht unter Aufsicht der “Vereinten Nationen”, unter Billigung der Welt, demokratien; diese Verfaeischung von Recht und Wahrheit unter dem Mantel einter christlichen Demokratie muss zu einer Krise des demokratischen Systems führen. IV . .. Die Demokratie ist im Wanken. Dieser Zustand ist .auf das Ho«chslte bedauerlich, aber kaum noch zu korregieren. Der radikale Sozialismus gewinnt immer mehr Gebiet, immer mehr an Einfluss, sogar in katholischen Laendern. Auch unser Lateinamerika steht vor einer neuen Entwicklung, die von Kuba ausgeht. Es geht ein starkter Strom eines Anti-N ordamerikanlsmus, der zu einer neuen Ordnung im lateinamerikanischen Raum führen dürfte. In Havanna entwickelt sich unlter Leitung von Fidel Castro und Römulo Betancourt ein neuer sozialistischer Block; die Achse Kuba. Venezuela dürfte in Kürze Festigung und Anhang gewinnen. Es gibt Anzeichen dafür, dass auch Bolivien mit Sympathie diese sozialistische Konzentration be- und ihm versprochen hat, Nachforschungen in dieser Angelegenheit einzuleiten, sodass keine weiteren Folgen zu erwarten sind. Trotzdem hat der Zwischenfall in der israelischen Oeffentlichkeit einen unliebsamen Nachgeschmack hinterlassen, und wieder haben viele gefragt, ob sich all die Bemuehungen lohnen, die Israel zur Hilfe fuer unter-entwickelte Staaten unternimmt. Sind die Hoffnungen, die die zustaendigen Stellen in Israel an ihre Beziehungen zu diesen Staaten knuepferv begründet? Besteht nicht die Gefahr, dass die afrikanischen Staaten, nachdem sie genuegend von Israels technischer Hilfe profitiert haben, uns von ihren Maerkten verdraengen, unsere Berater ausschliessen und sich mit unseren arabischen Feinden verbuenuen? In diesen Fragen liegt eine gewisse Berechtigung, und deshalb muss man der Sache tiefer auf den Grund gehen, um sich klar zu machen, dass es nicht immer moeglich ist, mir den Gesetzen kuehler Logik zu folgen. Der Vertreter des Auswaertigen Amtes sagte kuer-! zlich in einem Presse-Interview, dass i das Publikum in Israel auf mehr Enttrachtet, aber auch andere Iberoame. rikanische Laender dürften früher odler . patter diesen Block aktiv unterstützen und ihm dadurch Weltgeltung verschaffen. V Der Westen vierstrickt sich immer mehr in frrtümer, er setzt stets zu spaet (und meistens recht ungeschickt) mit freundschaftlichen Aktionen bei weniger entwickelten Laender leih. Menschen die hungern, Voelker welche Not leiden, sehen nicht das Gesicht des Gebenden, sondern nur seine Hand. Die sowjetische Hand macht sich fühlbar in Südamerika bemerkbar und draengt langsam aber sicher die nordamerikanischte Politik zurueck. Politik ist ein naturhaftes Element, es entwickelt sich aus dem Zeitgeschehen und furcht sich neue Lebensbahnen. Wenn die Politik der Westdemokraüen nicht neues Lebensbild und eine neue Orientation erhaelt, so kann sehr leicht die jetzt laufende pariser Gipfelkonferenz zu einem G-ab für das westlich.demokratische System werden. Wir wollen in Optimismus hoffen, dass die nordamerikanischen, britischen, russischen und franzoesischen Slaatsmaenner in Paris zu einer vernünftigen Einigung kommen, damit Frieden, Humanismus und menschlicher Wohlstand zu ihrem Recht kommen. LUDWIG K. STARGARDT taeuschungen, wie sie der Konakry Zwischenfall darstellt gefasst sein muesse. Derartige Zwischenfaelle werden so lange unvermeidlich sein, wie das numerische Verhaeltnis zwischen den arabischen Staten in Afrika und den anderen afrikanischen Staaten unveraendert bleibt. Auch durch Israels Stellungnahme zu verschiedenen anderen politischen Fragen koennen Vorkommisse diesert Art. erwachsen. Bei der Pan-Afrika-Konferenz z. B., die vor einigen Wochen in Accra, der Hauptstadt Ghanas tagte, waren von den neun an der Konferenz beteiligten. Staaten fuenf arabisch: die Vereinigte Arabische Republik, Libyen, Tunis, Marokko und der Sudan. Unter diesen Umstaenden kann jede anti-israelische Resolution durchgebracht werden; Alles, was die befreundeten Staaten — in diesem Falle Ghana, Liberia und Abessinien — tun koennen, ist den Ton der Resolution zu mildern, aber sie vermoegen nicht, die Durch-! setzung zu verhindern. I Niemand kann uns die Versicherj u»g geben, dass wir, selbst wenn die-! ses zahlenmaessige Verhaeltnis sich I (Fortsetzung Seite 2) Israels Politik in Afrika

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