Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 220 (11.3.1960)
- Date
- 1960-03-11
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8. ‘‘DAS ECHO’’ 15. Maerz 1980. R!NGS UM MEGILLATH ESTHER VON SCHALOM BEN! CHORIN (Jerusalem) “Die Volksdichtung hat aus dem spioeden Stoff des Buches Esther, in welchem auch nicht einmal der Name Gottes erwaehnt ist, in der Tat eine Fülle von herrlichten Lehren und Darstellungen hervorgezaubert...” bemerkte 1881 R.abb. Dr. Jul. Fürst in seiner scheinen Einleitung zu August GENTLEMAN Aloischele faelirt im vollbesetzten Bus in die Schule. Es steigt eine Dame ein, der man wohl ansieht, dass sie in Uinstaenden ist. Der lange macht ihr sofort Platz, worauf die Dame ihm dankend zuruft: "Bist du aber ein Gentleman!" Er kommt in die Schulstunde, wo der Lehrer den Schülern aufgibt, ihm Fremdworte zu nennen. Aloischele meldet sich und sagt: “Gentleman"! — “Richtig”, sagt der Lehrer, "nun erklaere aber den andern Kindern auch, was das ist"’. — Aloischele antwortet: “Ein Gentleman ist ein Mann, der eine Frau mit einem Kind sitzen laesst!" Wunsches Ausgabe des Midrasch zum Buche Esther. Die k'assisch-e Literatur r'ngs um Megilfath-Esher ist tatsaechiich besonders reichhaltig und durchweg von dem Bestreben erfüllt, den religjoesethischen Gehalt des Esther-Buches zu erweitern und zu verstaerken. Die vornehmsten Sammlungen zusaetzlicher und ergaenzender Erzaehfungen zum biblischen Estherbuche finden sich im babylonischen und ierusa'emischen Talmud im Traktat Me- TEMPERATUR Letzten Sommer, in groesster Hitze, stand eine lange Schlange von Menschen im amerikanischen Konsulat in Tel Aviv wegen der Visa. Wie gesagt, es lieft allen der Schweiss nur so herunter, dem Konsul auch. Er wischte sich dauernd das Gesicht mit dem Taschentuch, schaute aufs Thermometer und rief aechzend: “99 Fahrenheit!” Da schreit eine Frau von ganz hinten; “Ach, bitte, Herr Konsul, efschar lassen Sie mich die hundertste sein!”— gilla, in den zusaetzliohen Stücken zu Esther in der griechischen Uebersetzung der Siebzig, der sog. Septuaginta und endlich im Midrasch zum Buche Esther. Die Septuaginta konnte cs vor allem nicht fassen, dass das Esthecbuch ib;ne Helden in der Stunde der Not nicht beten laesst und so fügt sie zwei erhabene Gebete zum Kapitel 4 des Estherbuches ein: ein Gebet Mordechais und ein Gebet der Esther. Der Traktat M'egilla laesst es sich vor a lem angelegen sein, den Charakter der Helden des Estherbuches zu veredeln. So wird auch Esther zur KLEINE ESELEI Ein bekannter Tel-Aviver Maler war auf Urlaub in Sichron. Er malte einige kleine Esel, wie man sie hierzuland oft sieht. Die Tierbilder gerieten ihm besonders gut und gefielen einer Dame ausgezeichnet. Beim Abschied meinte sie dann zu dem Künstler: “Also Schalom. lieber Freund, und immer, wenn ich so’ch einen Esel sehe, werde ich an Site denken V’... Prophetin erklaert: “Woher wbiss ich, dass Esther eine Prophetin war? — Es heisst Esth. V, 1: “Esther kleidet« sich krceniglich'’, das he'sst, sic bekleidete sich mit dem heiligen Geiste. Diese und andere Auslegungen sind nur richtig zu verstehen aus der Diskussion, die der Aufnahme der Megitlath Esther in den Kanon des Tenach voran gegangen waren. Der Tanaite Rabbit Jehoschua und die Amcraer Schmi&l und Rab Jehuda hatten dem Estherbuche die Qualifikation DAS MEDIKAMENT Ein Israeli faehrt nach Europa. An der Grenze sieht der Zollbeamte in seinem Gepaeck ein Kaestchen, oeffnet es und findet verschiedene Schachteln | darin mit hebraeischen Aufschriften. | Er fragt den Reisenden: “Was ist in i dieser Schachtel?" — “Das — ist ein Mittel gegen Kopfschmerzen”. Er oeffnet eine andere Schachtel und (fragt: "Und was haben Sie hier?" Der Reisende sagt: “das — ist gegen Bauchschmerzen”. Dann oeffnet der Zollbeamte eine Schachtel mit Photographien von Regierungsbeamten, staedtischen Beamten, Steuerbeamten, j Kontrolleuren und fragt: "Was ist das 1 hier?” Der Israeli antwortet: “Das j — ist ein Mittel gegen Heimweh!”! zur Aufnahme in den Kanon abgesprcr , chen und sich somit auch der Ein- > lührung des Purim-Festes widersetzt. S!e wurden aber von den anderen! Weisen im Laufe der Zeit voeljg j überstimmt, und es entschied die Tra-; dlticn; Alle Feste werden (in der mestnischen Zeit) aufhoeren, aber die SIEHT SO DIE HEBRAEISCHE UNIVERSITAET AUS? In einer deutschsprachigen Tel- Aviver Zeitung lasen wir kürzlich den aufschlussreichen Satz: “Profesj sor X. war Inhaber des Lehnstuhls für j Philosophie”. , Purimtage werden bleiben". (Midrasch ¡ Mischle zu 9, 2). j D'i; reichhaltigste Sagensammlung bietet der M'drasch zum Buche Esther, der viele Motive der Septuaginta — Ergänzungen fast woértlich übernahm. Der Verfasster lebte im osi troemischen Reiche, wie seine intíme ZUM SCHRIFT WORT ~ j In einer politischen Versammlung j redet sich der Referent in Begeiste- I rung, bleit aber dabei nicht immer j logisch. Manches ist widerspruchsvoll, i einer der Zuhoerer macht seinen Nach- | barn darauf aufmerksam. j “Alan soll dem Paradoxen den | .Mund nicht verbinden, wenn er ■ druschtf”, war die lakonische Antwort. Kenntnis der byzantinischen Verhaeitnisse zeigt. Besonders schoen siind die Fabeldichtungen dieses Midrasch. Zur JothamJ-Fabel der Bibel he-’sst es dort, dass sich kein Baum finden wellte, der sein Holz für den Galgen Hamans herzugeben bereit war, bis AEGYPTISCHE FARBENLEHRE In einer Versammlung in Kairo rief ein kommunistischer Sprecher: “Nasser hat dafür gesorgt, dass aus den Quellflüssen des Blauen und des Weissen Nils kein Blau-Wb'ser Nil wurde! Jetzt lasst uns dafür kaempfen, dass zum Roten Meer sich ein Roter Nil geseWt”. sich endlich der Dornstrauch bereit fand, da er, gleich Haman selbst, nur zum Verderben und Beschaedigen 1 geeignet ist. — Auch di« Monate und Tage treten als Personen im Midrasch i AUF IN DEN KAMPF. .. ¡ Perterle ist im Tempel und sieht i wie ehrwürdige Herren die Thora j tragen. Er laesst sich vom Pappi erj klaeron, wer diese M.aenner sind. Als j Peterle nach Hause kommt und Mut-! ti fragt was er gesehen habe, antwortet er aufgeregt: O, Mutti, schoen war der Umzug mit den Toreros! auf und bitten vor Gott, dass das “Pur”, das Los, das Haman warf, um den Tag seines Massen-Pogroms zu bestimmen, nicht auf sie falle. Sie führen an, dass an jenem Tage die Thora gegeben wurde, .an einem anderen Abraham den Jizchak band usw. Schliesslich findet sich nur tJcr letzte Monat Adar bereit, veraergert, weil er immer der letzte sein muss. Feine psychologische Bemerkungen sind hier Israelische Kosmopoliten Zwei Tel Aviver fahren im Autobus. Der eine fragt den andern: “Aus welchem Lande kommen Sie eigentlich her?” Worauf der Gefragte verlegen antwortet; “Verstehen Sie, ich bin in Oesterreich-Ungarn geboren, bin im ersten Weltkrieg in die Schweiz geflüchtet, dann nach einigen Jahren nach Luxemburg gekommen, indessen ist m?:n Heimatort rumaenisch geworden, heute ist er aber russisch. Um allen Eventualitaeten zu entgehen, bin ich Israeli und — jetzt lassen Sie mich mal aussteigen, ich habe eben schon eine Station verpasst”. in das Gewand naiver Fabel gekleidet. Rührend und anschaulich wi^d auch | geschildert, wie die Thora selbst vor : WIE LERNT EIN GESANDTER | HEBRAEISCH? Der seinerzeitige amerikanische j Gesandte, MacDan’el, begann nach j seinem Eintreffen in Israel Ivrith zu I lernen. Es ging nicht ganz leicht, j worauf ihm ein Knabe einer ihm be-; freundeten israelischen Familie! aufrichtig sagte: “Onkel Daniel, wenn Du Ivrith wirklich kennen willst, komm mit mir taeglich in den Gan (Kindergarten). Gott hintritt und um Errettung des jüdischen Volkes bittet. Dieses Motiv greift auch der T.argumscheni auf, den wir hier GESCHAEFT IST GESCHAEFT Ein Strassenbettler hat einen Treffer in der Lotterie gezogen. Als man ihn fragte, warum er eigentlich immer noch bettle, antwortete er: “Wenn ein Juwelier einen Treffer macht, hoert er auf, Juwelier zu sein?” ebenfalls zu erwaehnen haben. Dieser! Targum, eine homiletische Deutung! des Estherbuches, voll wahrhaft SEGEN DES AERZTESTREIKS | In Israel streikten die Aerzte. Die j Statistik wusste zu berichten, dass in! diesen Tagen weniger Todesfaelle zu I berichten, dass in diesen Tagen wem- : ger Todesfaelle zu verzeichnen waren. Hotel NEUMANN Loayza 442 — Casilla 191 Telefon 5445 I DAS BEVORZUGTE HOTEL IM STADT-ZENTRUM VON LA PAZ < Confitería ► : BIEBER; < Av. 20 de Octubre ► < ERSTKLASSIG ¡ i in Kaffe - Kuchen und Eis . 4 ERSTKLASSIG > . Als Speise - Restaurant, ►! . in Mitag - und Abend Essen! y \ * _C. Í WIE ZUHAUSE Ein Bürgermeister eines kleinen Ortes im Galil sagte waehrend einer stürmischen Sitzung des Gemeinderates: “Ich komme mir vor wie zuhause,, — ich komme hier auch nicht zu Worte”. volkstüumlicher Fabeln und Legenden, stammt zwar erst aus dem 1?. Jahrhundert, enthaelt aber weit a«lteiien Sagenstoff. Danach war es gar nicht die leibhaftige Esther, die Ahasveros in seinen Hai'em bringen Hess. Son- 1EDER — EIN PRAESIDENT! Gelegentlich einer Aussprache Weizmann-Truman soll lezterer gefragt haben, wie hoch nunmehr die Bevoelkerungszah! in Israel sei, worauf W'eizmann ihm sagte, dass in Israel ca. 1 /2 Millionen Juden leben. Truman soll darauf eingeworfen haben, dass angesichts einer derart geringen Bevoelkerungszahl das Regieren ein Vergnügen sein müsse, worauf Weizmann replizierte: “Aber jeder Jud ist ein Praesident für sich”. dern: ein Geist in Gestalt der Esther roiegelte diese vor, waehrend sie selbst des nachts bei Moderchaj verblieb. Auch der jüdische Vo’kswitz hat immer wieder Neues und Aktuelles aus dem Buche Esther herausgelesen. Der Talmud rJmnt den Koenig Ahas- UNVERKAEUFLICH... Der Tel Aviver Maler Rubin hat ein Portrait seiner Gattin ausgestellt mit dem Vermerk: “Unverkaeuflich”. vorcs, stets “Tipesth”, einen Dummen. Warum wird Ahasvtros ein Dummer genannt? Weil er zu seiner Frau (Esther) sagte: “Was du willst, werde ich dir geb«n”. Und selbst der Brauch, am Purim eine Maske zu trat- BEN GURIONS BRUDER IST GLÜCK- LICHER ALS ER Der Bruder des Premiers Ben Gurion ist seit vielen Jahren Besitzer ■ eines Sodawasserkiosks in Tel Aviv. Als man ihn fragte, warum er nicht auch eine respektable Position im Lande erlangt habe, antwortete er: “Ich habe taeglich 50 bis 100 Juden als Kunden und habe genug. Stellen Sie sich vor, wie mein armer Bruder mit den 1 l/2 Millionen fertig wird”. gen, wird in die biblische Quelle scherzhaft hineingedeutet: Ahasveros fragt: “W«r ist im Hofe?” (6, 4). Haettic Haman nicht eine Maske getragen, so haette der Koenig das nicht fragen müssen... ****************¥*****+*** * * ★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★A »*» ****************¥********* Art UAC rgJc4Úcn&u '\ popes.. i oaoc= V n DER GARANT O 0 FUER GUTE AUGENGLAESER: OPTICA 0 R 0 D OPTALVIS U O 0 L LA PAZ, COMERCIO 308 01-' 1 ■1 1.aoanc: ■■ . ■= 301 Auskünfte in Versicherungsfragen / C redin form International, Lo Paz j C. Potosí 1230, Telefon 5623 _’