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Das Echo · 1960-03-11 · 220 (11.3.1960) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
220 (11.3.1960)
Date
1960-03-11
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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/ /15. Maerz 1960, ‘‘DAS ECHO 5 5 3. Was geht in der deutschen Kolonie vor? Wir beschaeftigen uns heute mit einer Angelegenheit, die bereits in weite Kreiiis eingedrungen ¡st, die weitgehendst diskutiert wurde, und von •der auch die bolivianische Presse eingehend berichtete. Uns lag das Mater a! über die alarmierenden Zustaende innerhalb der deutschen Kolonie in La Paz unmittelbar nach Redaktionsschluss unserer vorigem Ausgabe vor; infolge unseres etwas langfi/stigten Erscheinens, koennen wir uns erst heute mit dieser Sache befassen. Wir hotten, dass die nachfolgendem Zei'en rieht Oel auf schweifendes Feuer sein wenden, sondern dazu beitragen falsche Versionen zu kll'aeren, Ruhe wieder herzustellen und dass die entsprechenden Konsequenzen aus den Vorgaengen sowohl von La Paz als efach von Bonn her gezogen werden. Unsere Zeiten dienen nicht einem Willigen Sert,- sattcmal^mus, sondern wurden diktiert von ehrlicher Sorge über Zugtaend« iimerihalb einer Nationalitaetengruppe, die als untragbar bezeichnet, und in das Licht der Oeffentlichen Meinung gerückt werden muesgen, da d ese Vcrgaenge innherhalb der deutschen Kolonie, ein allgemeines Inte.tese beanspruchen. wurde In dieser Lehranstalt stets viel nationalistischer Unfug getrieben - aber d?ss, was Herr Direktor Lindner sich nun erlaubte, dürfte dennoch der Kulim'nationspunkt paedagogischer Geschmacklosigkeit sein. Weiterhin beunruhigt die Führung des “Instituto Cultural Bo'pviajno- Aleman”. Die Zustaende bei diesem Institut verschlechtern sich zusehends. Unis.1 der früheren Direktion des bolivianischem Arztes, Dr. Victor M. Vi- IFarejcs, wurde diese Institution nach demoknatischen Prinzipien geführt ur.d dis geistige, moralische und kultmü.is Reaffitaet des ICBA erfreute. Nachdem die Leitung mm deutsch und deutscher wurde, wurde der Begriff “Deutsche Kultur” enger gefasst - und entsprechend sind auch die Leistungen dieses Institutes. Die Fonds über welches das ICBA verfügt, sind ganz ausserordentliche und es weece leicht, damit eins grosszügige und wirksame Kulturarbeit durchzuführen. Die programmatische Gestaltung ist leider de-art, dass sehr vielte Mitglieder der deutschen Kolonie nicht angesprochen we <en. Lange vor Erscheinen dieses Artikels erhielt die Echo-iRedaktion alarmierende Anrufe und Zuschriften, die sich mit überaus pe'ri’chen and erregenden Vorgaengen innerhalb der Kolonie der Deutschen in La Paz besdhaeftigen. Aus dem Wujist des uns vorliegenden Materials wollen wir Folgendes .:.s wesentlich herauskrfstallisieren und uogerea Lesen unterbreiten: E;ne Gruppe von “Alien Deutschen” kann es noch immer nicht übe--- windten. dags der deutsche Staat eine Demokratie wurde und nicht e a Hitler-Staat blieb. Diese Herrschaften sind mit vielen Dingen riecht unzufrieden die sich innerhalb des deutschen Kruges in Bolivien abspielen. Diesen “ollen Germanen” ist die Haltuüg deutscher Behoerden widerlich demokratisch, es passt ihnen in ihrer treudeutschen Geisteshaltung nicht, dags “Juden” wie “ihresgleichen” behandelt werden, dass deutsche Botgchaftifbeamte mit deutschen Juden gesellschaftliche Beziehungen pflegen — und überhaupt. E-'n eklantanter Beweis für die Borniertheit gewisser deutscher Kre’se in La Paz war das foermliche Kesseltreiben gegten einen Diplomen der pacefier Botschaft, dessen “Verfehlungen” darin bestanden, dass er Deutsche ohne Unterschied der Konfession behandelte und so auch mit deutschen Juden freundliche Beziehungen pflegte. Auch änderten Beamten der deutsche Behoerde in La Paz nehmen es " einigte aber einflussreiche Deutsche recht übel, dass sie “so nett” zu Juden aus Deutschland sind und wünschen sehr ihite Versetzung. Aus diesen Kreisen kam auch felgende, unglaublich klingende, aber dennoch wahre Aeusserung: “Kcmzientrationslaegter und der Nationa'soz:alismirs waren Ausdruck besten deutschen Geistes!” Diese unerhoerite Provokation, dièse Expression deutschen Ungeistes und niedrigster Ges'nnung, war anscheinend im Smne weiter deutscher Kreise, dtenn diese brutale Aussage wurde nie dementiert. Im Gegenteil: Demokratische ßotschaftfl- Beamte,, die sich über diese niedertraechtigten Worte empoerten, crh'elt«n zur Antwort; sie waeren stur und famatisch und für ihr Amt ungeeignet. Auch über den nteuen Direktor der Deutschen Schule in La Paz liegt hcechst Unerfreuliches vor. Bei diesem famosen Jugenderzieher hat man das Gefühl, dass ihm “die ganzte Linie” nicht passt und ein lustiges Autodafe ihm oicht unliebsam waere. Dieser Paedagoge meinte gelegentlich bei Errichtung der Bücherei, “dass man darauf achten sollte, jüdische Autoten auszumerzen”, Stefan Zweig und andere jüdische Autoren deutscher Sprache Kegen diesem Herrn nicht, da er wohl meint, dass dieste das licht« germanische Gemüt verderben koennten. Von diesem neuen Schulleiter soüem .auch noch andeite fata e faux pas begangen worden stein und man kann nm‘ den Kopf dazu schüttein, da/ss die deutsche Schulbehoerde einen solchen Mann zur Eitziehulng der Jugend ins Ausland stendet. Es gehoert keine grosse Phantasie dazu, wie der deutsche Geschichtsunterricht unter dieser Leitung in der Deutschen Schule in La Paz ausstehen wird... Diei Deutsche Schule in Lfr Paz^war leider jnie (oder feist nie) ein Institut demokratischen Geistes, es Zu den wichtigen Kulturarbeiten des pacener Institutes würde u.E. auch gehoeten, über deutsches Judentum gelegentlich zu referieren, über jüdische Kultur und deutsch-jüdische Gelslesleistungen zu berichten. Von dem vermiUc'rdan, verscehrtenden Geist der Spitzen der westdeutschen Regierung Prm mm beTm besten W!len bei der Aibe'it des ICBA nichts hemterken. W:r ve-langen irht die Arbeit, die z.B. die “Bundeszentrlife für He;mafdi'nt't’’ cdt” das “Institut für Zeitgeschichte” u.a. kulturell-politischen Organ I aCcncn in Deutschland le'sten, aber cs waere stehr naheliegend und eine sclbstverstaeadliche Nobltesse, wenn dieses Institut mehr im S'nne von Bonn arbeiten und etwas als Bteitrag für eine christlichjüdische Zusammenarbeit leisten würde. Aber e3 senken sich noch .andere dunkle Schatten über das deutsche Kultur,in&.'i'tut in La Paz, Der von Perm bestellte Geschseftsilührer ctes ICBA befindet sich in bedraengter Lage, da das Direktorium ihm viele Schwierigkeiten bereitet, sodass seine Position voe'Jig unterminiert ist. Diese Opposition gegen diese verdienstvolle Persoem ichkat, erweitert s'ch a s Poiitlcum, da der Geschaeftsführer -i- Jude ist. Man bemüht sich rechtschaffen ihm di? Arbeit sauer zu machen und hofft, diesen (gut dotier,e.i) Posten recht bald mit einer Person zu besetzen, die “genehm” ist. Ein weiterer Hort übler Deutschtümelei ist der “Deutsche Club” in La Paz, dem die humanitaere und demokratische Linie von Bonn “schnurz und schnuppe” ist und der viel dazu beltraegt den Antisemitismus in Bolivien zu foerdern und die Einheit der deutschen Kolonie in La Paz zu steteren. Di? rier getroffenen FeststeJlungten sind hoechst bedme.-üche und zeugen von einem Zeitgeist auf einer gewissen deutschen Seite, gegen dien man Sturm Laufen muss. Es muss endlich einmal mit aller Klarheit und Entschiedenheit ausgesprochen werden, dass Menschen deutschen Ursprunges und die den deutachten Pass besitzen, es nicht gestatten werden sich weitenhin von nazistischen oder, nationalistischen Deutschen diskrimn eren zu lassen! Die Ewig Gestrigen sollten auch daran denken, daiss das Kraefteverhaeltnis im deutlichen Sektor von Bolivien stark zu Gunsten d’r Demokraten und jüdischen Deutschen strebt. Die vereinte Macht deutsch-demokratischer Kraefte in La Paz (und Bolivien) ist vctelljg ausreichend um sich gegen Affronts gegen jüdische Ehre zu schützen! Die Herren “Superdeutsche” scllitem endlich einmal zur Rainon gerufen werden, und zwar so unsanft, so energisch, dass sie endlich aus ihre n braunen Traum vom 1000-jaehrigem Reich terwachen und die Ge«e‘ze b<- westdeutschen Bundesrepublik respektieren! Der neue deutsche Botschafter in Bolivien, Herr Kajus Koester hat einegesonderte und wichtige Aufgabe, iimerha'ü der deutschen Kolonie von La Paz eine mceglrchst permanente Befriedung zu erzielen, durch Anruf des demokratischen Gedenkens und indem er das Verhauen der reaktionären jilemente rügt, wtelche,, Deutschland in seinem Prestige schwer schaedigt TELE FUN KEN TELEFUNKEN UNERREICHT m RADIOS UND TONBANDGERAETEN Die Marke des Weltvertrauens! Vorführung und Verkauf; METAL Ltd PLAZA VENEZUELA 36 — LA PAZ — CASILLA 484 * * -* * -k -k -k -k -te -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k MEDIAS ELASTICAS D-Scholl COK 00« Lf ESTIRUUfiHTO Para Los Qu* Sufran do: — VÁA ICES PIUtNAS PLÁCIDAS PIERNAS Y TOMALOS CANSADOS O HINCHADOS HERMANN BER6 ORTOPEDICO Landa«ta 48 — La Paz. »»»YYY YYY YYt Y YY Y YY-IHHHHHí *-Y

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