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Das Echo · 1960-02-17 · 219 (17.2.1960) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
219 (17.2.1960)
Date
1960-02-17
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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DAS EC REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Die unabhaengige Halbmonatsschrift Boliviens in deutscher Sprache für Politik, Kultur und Wirtschaft DIREKTOR UND CHEFREDAKTE UR: Dr. LUDWIG K. STARGARDT Verlas- Editorial “El Progreso”, Empresa de Pro paganda y Publicidad, La Paz Miraflores íJros La Faz Harr ison 3 - Telefon 8403. / Co chabamba. Baptista 429. / Postanschriften: Revista “EL ECO", Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba / Druck: Talleres Gráficos Bolivianos”, La Paz. DAS FCHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. Jahrgcm X — Nummer 219 — 17. FEBRUAR 1960 Preis: Bs. 500. DIE BESTEN DEUTSCHEN TONBANDGERÄTE! f ,KORTlNCn jetzt in 5 Modellen und in allen Preislagen: Hi-Fi / Stereo und mit Diktaphonf Preisnachlaesse und Zahlungserleichterungen! Empresa HUGO LANGER La Paz C. Potosí 261 — Teléfono 8443 — Casilla 479 En Cochabamba: "La Escolar". Nat. Aguirre 30,- X X X X X X Die Kehrseite Die Welt ist schnell - lebig und überaus vergesslich. Unsere Zeit der Düsenmotore, der sportlichen Rekorde und des geschaeftlichen Hastens, hat kaum Raum für Menschen, die nicht in der Hast des Alltages leben, die sich Gedanken machen, was war, was sein wird . . .Die vertriebenen Juden in Spanien (1492) fanden kaum zurueck: heute leben j In Spanien nur ungefachr 5.000 Juden. Die : unter moerderischen Qualen aus Deutschi land und Oesterreich vertriebenen Juden; aber waren weniger sensibel und fest 40.000 Juden kehrten nr.eu d’esen beiden Laendern wieder zurueck. Diese Menschen kehrten “heim" und merkten sehr bald, dass es keine Heimkehr war; sie fuehlten sich fremd, sie waren unter Fremden . Da es in vielen Faellen keine Umkehr gab, bemühten sich die Rückwanderer mit allen Kraeften zu arbeiten, um sich ein Existenzplaetzchen zu sichern, die Augen und Ohren zu verschliessen, vor einem latenten Antisemitismus, der durch die Landen schleicht . I I “Das Echo” hat seit seiner Nummer 1 vor einer Rückkehr nach Deutschland gewarnt, da für charaktervolle Juden dieser Raum abgeschrieben werden muss, ln V^lcn hsT'*>u w»r di/*c#»s Thema behandelt, haben Briefe von “Rückkehrern” veroeffentlicht, die sich dort verloren fühlten, und mit Sehnsucht nach Bolivien zurueck dachten. Unsere positiv - Jüdische Haltung wurde uns von manchen deutschbewussten Juden verargt, si» wiesen auf die freundlichen Worte an Juden des Bundespraesidenten. des Bundeskanzlers und anderer prominenten Deutschen hin, auf die “Wiedergutmachung” und andere Dinge, die sie als Positivum für Juden aus Deutschland betrachteten. Wir waren tVr “ketzerischen” Ansicht, dass man nicht nur das Gute betrachten darf, sondern auch sorgsam das Schlechte einer gewissenhaften Analyse untefziehen muss, die Hintergründe aufzeigen und die politischen und aussenpolitischen Situationen aufhellen sollte, um die jüdische Position ln Deutschland (und Oesterreich) zu verstehen . Wir waren immer der Ansicht, das auch beute noch Deutschland antisemitisch durchblutet ist, wir Hessen uns nicht durch schoene Worte und durch demoskopiachen Hokuspokus verwirren — zuunserem eigenen Bedauern, wurde uns der Beweis geliefert, dass unsere deutsch - jüdische Poltik bisher die richtige war. III Der nazistische Exhibitionismus antisemitischer Gefühle, der kürzlich in Deutschland <ten Untergrund sprengte und im grellen Scheinwerferlicht der Pubüzitaet stand, liess manche Meinung über Deutschland revidieren. Die Welt hoerte endlich einmal von dem wilden, tierischen antisemitischen Ausbruch de*- Nazis, eine Explosion, die nicht überhoerbar war. Aber die tausendfaeltigen antisemitischen Niedertraechtigkeiten die Juden in Deutsoblai G-c'u laufende^ Band passieren, blieben bisher unbeachtet. Nicht dass christliche Deutsche offiziell Juden in Deutschland anpoebeIn( dazu sind sie nicht willig, da dies Unannehmlichkeiten zur Fol. ge haben koennte, aber die vielen, unendlich vielen feinen Nadelspitzen, die empfindsame Juden in Deutschland fast staendig spüren, beweisen, dass der antisemitische Virus in Deutschland existent ist, und sich immer breitere Bahnen erobert . Die Profanierung der Synagoge in Koeln wurde zur Fackel, die das antisemitische Panorama in Deutschland weit ausleuchtete. I V Die unmissverstaendliche Klarheit der Arbeit deutscher Nazis, in Verbindung mit den Nazis in aller Welt, brachte einen frischen Wind und eine neue Besinnung. Den Demokraten im deutschen Volk, den demokratischen Politikern, allen liberaldenkenden Menschen in West - Deutschland wurde es klar, dass die Nazis vorhanden und wieder aktiv sind. Wenn Bonn auch beteuert, dass es “kaum noch Antisemiten und Nazis in Westdeutschland gaebe”, so weiss man, dass dieser Spruch aussenpolitisch notwendig ist, wenn auch kein klarer politischer Kopf in W-Deutschland an den Ernst und an die Wahrhaftigkeit dieser Aussage glaubt . Bonn wurde durch die Nazis auf das Schwerste diskriminiert, und e swird sicher versuchen, neue nazistische Ausbrüche, die die Weltoeffentlichkeit erschüttern, zu inhibieren. Es gibt heutv auch viele gewichtigte Stimmen ln Bonn - Deutschland, die energisch fordern, dass die Administration, die Justiz, die Parteien ehrlich ent - nazifiziert werden, da nur eine saubere Innenpolitik eine gesunde Aussenpolitik gewaehrleistet. Hier warden sich die Geister scheiden und man wird ab warten müssen, ob die Bundesregierung soviel politische und moralische Kraft haben wird, den nazistischen Augiasstall auszuraeumen . Wenn es dazu kaeme, so waere viel gewonnen. Die andere positive Kehrseite von den i antisemitischen Aktionen, die kürzlich j stattfanden, ist die Tatsache, dass Juden | wieder jüdisch empfanden. Gar viele hatten schon vergessen, “was einst Amalek ihnen antat”. Der deutsche Antisemitismus brachte ihnen gesunden Schock, dersie wieder auf den richtigen Platz wies. Viele Tausende von Juden in der Welt, die dabei waren, nach Deutschland rückzukehren, gaben ihren Plan auf, und blieben da, wo sie waren. Die jüdisch" Jugend erfuhr von der neuen anti - jüdisch« - fiasswelle, lies sich diese und ihre Hintergründe erklaeren und begriff nun manches, was ihr bisher unerklaerlich erschien. Auch der apolitische Jude wurde aufmerksamer und betrachtet nun die Ereignisse in Deutschland kritischer als bisher . Diese Klaerung ist gut und wichtig und kann jüdischen Menschen nützlich sein . V I Die politische Linie des “Echo” ist demokratisch und fortschrittlich. Wir erkennen freudig vieles an, was das Neue Deutschland seit 1945 aufbaute, wir sehen in vielen Persoenlichkeiten des dewtschen oeffentliehen Lebens echte Repraesentanten besten demokratischen Gedankengutes. Wir begrüssen herzlich die Bestrebungen eines grossen Teiles der deutschen Jugend, ein “Besseres Deutschland” zu errichten. Alles, was im demokratischen Sinne positiv zu werten ist, begrüssen und unterstützen wir. Anderseits aber wird auch “Das Echo”, wie die gesamte unabhaenglge demokratisch - sozialistische Presse in der ganzen Welt, mit Besorgnis und wachen Augen nach Deutschland sehen, da dort nicht nur ein beglückendes und reiches Kulturzentrum liegt, sondern auch der Kernpunkt von Krieg und Frieden, von Voelkerhass und edler Zivilisation . Hass den Hassern! Freundsein unsern Freunden - das sei die Parole! LUDWIG K. STARGARDT DER GARANT FUER GUTE AUGENGLAESER: OPTICA “OPT AL VIS ” LA PAZ, COMERCIO 308. Israel in Abwehr Obwohl die “Vereinigte Arabische Republik” eine aggressive und verlogene Politik treibt, hat diese seltsamerweise unter den Grossmaechten Freunde. Die USA senden Kairo Waren und Geld, die Bundesrepublik bemüht sich besonders um die Freundschaft von Nasser und gewaehrt Aegypten grosszügige Kredite, England ist im guten gesehaeftlichen Zug mit arabischen Nationen und die URSS gibt Miliar - den fuer den Bau des Riesenstaudammes in Assuan, sie sendet weiterhin Waren, Materialien und Techniker . Wieder einmal zeigt es sich in der Politik, dass sich eine anstaendige Haltung nicht lohnt und Demokraten recht wenig fuer die aufrechte demokratische Haltung . eines kleine Landes empfinden. Alle Pro - Aktionen der Grossmaechte fuer den Diktator Nasser richten sich mehr oder weniger direkt gegen die Sicherheit Isreaels. Der arabische Boykottgegen die israelische Wirtschaft verschaerft sich immer mehr, die Unruhen an den Grenzen mehren sich besorgniserregend, modernste Waffen, Flugzeuge und Unterseeboote letzter Konstruktion, werden in groesster Anzahl dem kriegslüsternen Gamal Abd el Nasser geliefert. Die internationale Schifffahrtsstrasse “Suez - Kanal” bleibt weiterhin für den israelischen Schiffsverkehr blockiert . Die wb-t-chaftliche und militaeri=che Aggressivitaet Nassers gegen die friedliebende Regierung von David Ben Gurion waechst im bedrohlichen Umfange — von den Grossmaechten aber geschieht nichts, um all diese Provokationen einzudaemmen. Im Gegenteil: Durch die Verhaetschelung des Diktators Nasser durch die Weltmaechte, wird dieser immer groessenwahnsinniger, damit angrifflustiger und gefaehrlicher . Die UNO hat eich in der Nah - Ost - Politik als voellig impotent erwiesen Der Beweis wurde erbracht, dass diese Weltorganisation nur Demokratien belasten, aber gegen Diktaturen nichts ausrichten kann. Die UNO findet Worte aber keine Taten - diese Passivitaet, dieser geraehrliche Negativismus koennen politische Situationen schaffen, deren Befriedung sicher nicht die “United Nations” durchführen kann. Das kleine, tüchtige und tapfere Israel ist auf sich gestellt; es weis sehr wohl, dass es von der Auesenwelt nicht viel erwarten kann. Daher muss Jerusalem seine propagandistischen Moeglikeiten weiter ausbauen, es muss viel mehr als bisher, Klaerung ueber das israelische Wollen verbreiten, es muss mehr als bisher sichtbar politisch und propagandistisch wirken. Israel ist dabei, seine Diplomaten neu auszurichten, Werbezentren zu schaffen, um die Weltmeinung im israelischen Sinne zu beeinflussen. Es ist auch hoechste Fortsetzung Seite 2 Für alle Versicherungen - Credinform International LEO BAECK INSTITUTE NEW YORK

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